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Vier Gemeinden wollen einen Bahnhof : Nächster Halt Ohrstedt-Bahnhof

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vier Gemeinden bemühen sich um die Wiederbelebung der Bahnstation in der Gemeinde Wester-Ohrstedt. Der Bedarf wäre da, sind die Bürgermeister überzeugt. Jetzt hoffen sie auf den landesweiten Nahverkehrsplan.

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erstellt am 10.Mär.2016 | 14:00 Uhr

Mit der Eröffnung der „Friedrich VII. Südschleswigschen Eisenbahn“ im Jahre 1854 und dem Bau des Bahnhofs im heutigen Ohrstedt-Bahnhof zog das Zeitalter der Moderne in die Region ein. Zwar fahren immer noch täglich die Züge zwischen Husum und Jübek durch den Ortsteil der Gemeinde Wester-Ohrstedt, doch halten sie dort bereits seit 1984 nicht mehr. Lediglich das Bundeswehr-Materialdepot unterhält noch einen eigenen Gleisanschluss und kann per Bahn bedient werden. Wester-Ohrstedt startete im Jahr 2008 einen Vorstoß, dort auch wieder eine Haltestelle für den Personenverkehr einzurichten. „Die Bahn sagte damals alles okay, aber ihr müsst 600.000 Euro investieren“, sagt Bürgermeister Wolfgang Rudolph auf Anfrage. Damit waren die Bahnhofs-, beziehungsweise Haltestationpläne vom Tisch.

Jetzt gibt es einen erneuten Vorstoß von vier Gemeinden. Oster-Ohrstedt, Wester-Ohrstedt, Ostenfeld und Wittbek haben sich gemeinsam an Verkehrsminister Reinhard Meyer gewandt, sie beantragen eine gemeinsame Bedarfshaltestelle der DB-Regio in Ohrstedt-Bahnhof.

In einem Antwortschreiben des Verkehrsministeriums heißt es, dass der gewünschte Haltepunkt Ohrstedt-Bahnhof an der Strecke zwischen Husum und Jübek derzeit nicht realisierbar sei. Als Begründung wird die Taktung des Zugverkehrs angeführt. Da dort auf der Strecke nur mit 80 Stundenkilometern gefahren werden dürfe, könne ein zusätzlicher Halt in Ohrstedt nicht in den Fahrplan eingebaut werden.

Mit dieser Antwort wollen sich die vier Gemeinden aber nicht zufrieden geben, unterstreicht Rudolph. Er führt gewichtige Gründe für eine Station in Ohrstedt an, die dem Verkehrsminister auch schriftlich mitgeteilt worden seien. „In unmittelbarer Nähe zu der Bedarfshaltestelle befindet sich das Materialwirtschafts-Zentrum Einsatz Bundeswehr mit derzeit rund 200 Beschäftigten. Ein Großteil der Beschäftigten würde ein Nahverkehrsangebot gerne wahrnehmen und auch nutzen. Weiterhin gilt anzumerken, dass Ohrstedt-Bahnhof bis 1984 ohnehin als Haltepunkt der Regionalbahn genutzt wurde. Ohrstedt-Bahnhof liegt etwa in der Mitte der Gemeinden Ostenfeld und Wittbek (beide Amt Nordsee-Treene) sowie Oster-Ohrstedt und Wester-Ohrstedt (beide Amt Viöl). Die Einwohner der genannten Gemeinden würden ebenfalls als Nutzer dieser Bedarfshaltestelle in Frage kommen, wäre doch von hier die Möglichkeit, dass Schüler zu weiterführenden Schulen befördert würden oder auch Senioren zu den jeweiligen Facharztzentren in Husum, Heide, Schleswig, Rendsburg oder Kiel per Bahn kommen könnten. Aktuell sehen wir auch ein wichtiges Argument in der Beförderungsmöglichkeit von in den Gemeinden untergebrachten Flüchtlingen zu Amtsgängen und Schulungen.“

Ein wenig Hoffnung können sich die Gemeinden machen, die jetzt auch die Unterstützung des Amtes Viöl und des Kreises Nordfriesland erbeten wollen. Denn der Sprecher des Verkehrsministeriums, Harald Haase, teilte auf Anfrage mit, dass der derzeitige Landesweite Nahverkehrsplan (LNVP) zwar noch bis 2017 Gültigkeit habe, aber bereits in diesem Jahr mit einem umfangreichen Beteiligungsverfahren begonnen werde. Der neue LNVP werde dann ab 2018 wieder für fünf Jahre gelten. Die Gemeinden, Kreise und kreisfreien Städte, sowie interessierte Bürger und Verbände hätten in diesem Beteiligungsverfahren die Möglichkeit, auf neue Bedarfe hinzuweisen und neue Projekte einzubringen. „Dazu kann auch eine Beschleunigung der Strecke Husum-Jübek mit einem neuen Bahnhof Ohrstedt gehören“, sagt Haase.

Auch Simon Flach, Kasernenkommandant in Wester-Ohrstedt, unterstützt das Ansinnen der Gemeinden. „Wir bilden hier auch zivile Lageristen aus. Etliche junge Leute, die eine Zusage für eine Ausbildung erhalten haben, mussten wieder absagen. Der Grund, sie hatten keine Möglichkeit, mit dem öffentlichen Personennahverkehr nach Wester-Ohrstedt zu kommen.“ Und noch ein Argument für eine Haltstelle an der Strecke Husum-Jübek führt Rudolph an: „Es steht genügend Gelände zur Verfügung, einschließlich Parkplätze.“

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