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Reparaturbedarf im Nordfriesland-Museum in Husum : Nächste Runde der Sanierung

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Nissenstiftung unterrichtete den Zweckverband des Museumsverbundes Nordfriesland über notwendige Bauarbeiten am Nissenhaus.

Ein halbes Dutzend Stichworte mit ein paar Zahlen versehen – viel mehr gibt es noch nicht. Doch der Zettel, der in der Sitzung des Zweckverbandes des Museumsverbundes Nordfriesland allen Teilnehmern ausgehändigt wurde, kündet von der nächsten Großbaustelle am Nordfriesland-Museum/Nissenhaus Husum. Dabei war das Gebäude erst vor einem Jahrzehnt in Teilen entkernt und von Grund auf saniert worden. Rund 2,2 Millionen Euro hatten das Land und die Nissenstiftung in die Hand genommen, um das Nissenhaus in das Nordfriesland-Museum zu verwandeln.

Erneut steht die Nissenstiftung als Hauseigentümer vor Bauprojekten, die dieses Mal eine sechsstellige Summe verschlingen werden und voraussichtlich nur mit Unterstützung des Zweckverbandes und von Fördermitteln zu wuppen sind. Dem technologischen Fortschritt ist geschuldet, dass von der vor zehn Jahren aktuellen Halogen-Beleuchtung auf die heute üblichen LED-Leuchtmittel umgestellt werden soll. Dr. Ulf von Hielmcrone als Vorsitzender der Nissenstiftung schätzt, dass allein das mit einem fünfstelligen Betrag mittlerer Höhe veranschlagt werden müsse. „Aber die Installation von LED-Beleuchtung im Nordfriesland-Museum wird sich auf jeden Fall schnell rentieren“, kündigte er den Sitzungsteilnehmern an. Das zeigten ihm die Erfahrungen von Kommunen, die in den vergangenen Jahren ihre Straßenbeleuchtungen auf LED umgestellt hätten, und im eigenen Haushalt. Somit gelte es bei jedem Bauabschnitt die Elektrik auf den aktuellen Stand zu bringen. Er könne sich noch gut an den Schreck erinnern, als vor zehn Jahren in Metallrohren verlegte, zweiadrige Stromleitungen entdeckt worden waren – ohne den seit Mitte der 60-er Jahre üblichen Schutzleiter.

Im Winter war ein Heizkessel kaputt gegangen. Auf der Suche nach einer Lösung wird nun mit den Stadtwerken über ein tragfähiges Wärmekonzept für das Gebäude gesprochen. Neben diesen beiden energetischen Problemfeldern soll es voraussichtlich 25.000 Euro kosten, Relief und Wappen am Portal des Nissenhauses zu reproduzieren. Reparatur und Anstrich von Fenstern an der Ost-, Nord- und Westseite sowie am Eingangsportal müssten repariert und neu gestrichen werden, was zusammen mit den Kosten für ein Gerüst 50.000 Euro verschlingen werde.

Baubeginn ist nun nicht etwa morgen, sondern die Liste in der Verbandsversammlung sollte vordringliche Projekte aufzeigen, die in den nächsten zwei, drei Jahren abgearbeitet und ab jetzt konkret durchgeplant werden sollen. Aktuell wird allerdings an neuen Flucht- und Rettungsplänen gearbeitet, die mit 2600 Euro im Vergleich zu den Großprojekten deutlich günstiger zu Buche schlagen.

Der Zweckverband Museumsverbund Nordfriesland, in dem die Bauprojekte angekündigt wurden, wird getragen durch die Nissenstiftung, die Stadt Husum und den Kreis Nordfriesland.

Nach der grundlegenden Sanierung und Umgestaltung vor zehn Jahren war das Nordfriesland-Museum/Nissenhaus Husum März 2007 wieder eröffnet worden. Die modernisierte Ausstellung lässt die kulturelle Vielfalt der Nordseeküste lebendig werden. Es setzt seine Schwerpunkte in den Themenbereichen Deichbau, Küstenschutz und Sturmfluten. Aber auch das Halligleben, die nordfriesische Kunst und die Biografie des Stifters Ludwig Nissen haben ihren Raum.

Seit Ende Mai ist Ludwig Nissen eine große Sonderausstellung gewidmet. Erstmalig werden eine Vielzahl verschiedener Aspekte dieser schillernden Auswandererpersönlichkeit in einer Ausstellung präsentiert. Die umfangreiche Schau entstand in Kooperation mit dem Auswanderer-Archiv-Nordfriesland im Nordfriisk Instituut, Bredstedt.

 

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erstellt am 04.Jul.2017 | 13:00 Uhr

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