Kunst und Kultur in Eiderstedt : Nachwuchsarbeit auf dem Prüfstand

Mit öffentlichen Aktionen versucht das Kinder-Werkstatt-Atelier immer wieder auf seine Jugendarbeit aufmerksam zu machen.
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Mit öffentlichen Aktionen versucht das Kinder-Werkstatt-Atelier immer wieder auf seine Jugendarbeit aufmerksam zu machen.

Zu wenig Beteiligung, zu hohe Kosten: Verein für Kunst und Kultur Eiderstedt debattiert über Sinn verschiedener Projekte.

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12. April 2018, 08:00 Uhr

Die Diskussion gegen Ende der Sitzung war zeitraubend, oft heftig, bisweilen unsachlich und drehte sich am Ende im Kreis: Sinn und Nutzen der Jugendförderung stand bei der nur mäßig besuchten Jahresversammlung des Vereins für Kunst und Kultur Eiderstedt (FKE) im Alten Rathaus von Garding auf dem Prüfstand.

Den Anstoß hatte Revisorin Monika Rathlev mit einem Antrag gegeben, der klären sollte, ob die Nachwuchsarbeit im Kinder-Werkstatt-Atelier (KiWA) angesichts geringer Beteiligung, aber hoher Kosten überhaupt weiterzuführen sei. Lediglich fünf Kinder sind derzeit aktiv dabei. Zu wenig, um die hohen Ausgaben für die Jugendförderung zu rechtfertigen, wurde moniert. Grundsätzlich war man sich im Laufe der Debatte zwar einig, dass Nachwuchsarbeit wichtig und Jugendförderung laut Satzung ohnehin ein fester Bestandteil der Vereinsarbeit des FKE sei, aber: Wie viel darf sie kosten? Und: Wie kann man die Zielgruppe vergrößern? Andere Projekt-Formen wurden angeregt, Ansprechpartner vorgeschlagen, neue Werbewege erörtert. „Aber wer von uns wird sich dann für die Jugendförderung einsetzen? Wer wird was machen?“, fragte Jürgen Timmann in die Runde.

Denn: Bislang hängt die Nachwuchsarbeit komplett an dem Künstler Wolfgang Groß-Freytag, der mit großem Engagement und Idealismus das Kinder-Werkstatt-Atelier leitet, mit öffentlichen Aktionen auch immer wieder auf die Jugendgruppe aufmerksam macht, zusätzliche Werbe-Maßnahmen aber weder leisten kann, noch als seine Aufgabe sieht. Schließlich wurde die Diskussion abgebrochen und dem Vorstand der „schwarze Peter“ zugeschoben: Er möge den Bereich KiWA so neu organisieren, dass die Nachwuchsförderung finanzierbar bleibt, beschloss die Versammlung.

Im Rückblick auf 2017 vermeldete Schatzmeister Jürgen Guckes in seinem Kassenbericht, dass das Minus vom Vorjahr um 4000 Euro reduziert werden konnte. Die sehr erfolgreiche Sparte Literatur soll ab April dieses Jahres um eine „Offene Lesebühne Eiderstedt“ erweitert werden, gaben Ellen Balsewitsch-Olden und Dirk-Uwe Becker bekannt, die beide schon langjährige Erfahrungen mit dieser Form der Veranstaltung in Hamburg und Meldorf sammeln konnten. Am 4. April um 19.30 Uhr wird jetzt also auch das Alte Rathaus in Garding seine Pforten für Lesende und Lauschende öffnen. „Eine vorherige Anmeldung zur Teilnahme ist nicht erforderlich“, so Ellen Balsewitsch-Oldach.

Frauke Petersen stellte die Ausstellungsplanung für 2018 vor: So soll es Ausstellungen mit Fotografien von Eduardo Pampinella, Malerei von Brigitta Höppner, Arbeiten zum Thema „Im Wind“ von Jaschi Klein sowie „Figur + Fläche“ von Lucia Figueroa und Karen Seggelke geben. Auch wird es wieder zwei „Tage des Offenen Ateliers“ geben.

Bei den turnusmäßig anstehenden Wahlen wurde Schriftführer Jürgen Timmann wiedergewählt, desgleichen die Beisitzerinnen Frauke Petersen und Ingeborg Herms. Als Revisorin ist Monika Rathlev wieder dabei, Ursula Dietze kommt neu hinzu. Die übrigen Vorstandsposten wurden bereits 2017 neu gewählt.

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