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Radartechnik für Windkraftanlagen : Nachts sind sie (fast) unsichtbar

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dank der Radartechnik „Airspex“ darf in Langenhorn bei sechs Windkraftanlagen das Warnblinklicht für Flugzeuge weitgehend ausgeschaltet bleiben. Diese Neuerung ist bundesweit einmalig.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2015 | 08:30 Uhr

Deutschlands erster Windpark, bei dem das nächtliche Dauerblinken der Anlagen automatisch abgeschaltet wird, steht in Langenhorn. Die radargestützte Steuerung „Airspex“ des europäischen Unternehmens Enertrag-Systemtechnik schaltet die Lichter nur noch bei Bedarf ein. Staatssekretärin Dr. Ingrid Nestle (Grüne) aus dem schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume hat die neue Technik offiziell an den Betreiber des Bürgerwindparks Ockholm-Langenhorn übergeben. In die zwölf Anlagen haben mehr als 1000 Gesellschafter – überwiegend aus der Region – investiert. Im Park kann Strom für 17.000 Haushalte produziert werden. Bei insgesamt sechs Anlagen bleibt das Blinklicht nachts nun weitgehend abgeschaltet, um die Anwohner zu entlasten.

„Nordfriesland hat wieder einmal die Nase vorn bei den Erneuerbaren Energien“, lobte Ingrid Nestle den Pioniergeist in der Region bei einer kleinen Feier im Landhaus Sterdebüll. „Die Windkraft ist ein immenser Faktor für die Energiewende und unverzichtbar. Deshalb ist es eine ganz wichtige Aufgabe für die Politik, sie so auszugestalten, dass sie Mensch und Natur möglichst wenig stört“, erklärte die Staatssekretärin. „Es ist ein wunderschöner Tag für Langenhorn“, betonte Bürgermeister Horst Petersen, wofür er von den zahlreichen Gästen großen Beifall bekam.

Windenergieanlagen müssen ab einer Gesamthöhe von 100 Metern durch Warnlichter als Luftfahrthindernis gekennzeichnet werden. Die neue Technik sorgt nun dafür, dass die Lichter nur noch dann angehen, wenn sich ein Flugzeug oder ein Hubschrauber nähert. Damit wird eine der wesentlichen Störquellen für die Akzeptanz der Windenergie zu „mehr als 98 Prozent des Jahres“ abgeschaltet, ohne die Luftfahrtsicherheit zu gefährden. Das von Enertrag gemeinsam mit Airbus entwickelte „Airspex“ war seit 2012 getestet und vor Kurzem als erste bedarfsgerechte Kennzeichnung von Windkraftanlagen behördlich zugelassen worden.

Enertrag-Geschäftsführer Werner Diwald und Thomas Herrholz sehen in der engen Zusammenarbeit mit Airbus den Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung des Systems. „In diesem Projekt zeigt sich ganz besonders, welche positiven Effekte für den Bürger eine konstruktive und kooperative Zusammenarbeit zwischen Industrie und Politik haben kann“, ergänzte Werner Diwald und verwies damit auf die konstruktive Begleitung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Vor der Einweihung hatte der Sylter Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing (CDU), der sich für dieses Thema engagiert, erklärt: „Ich halte das Thema der bedarfsgerechten Befeuerung für extrem wichtig, damit höhere und energieeffizientere Windkraftanlagen zum Gelingen der Energiewende gebaut werden können – im Einklang mit der Bevölkerung in unserer Region. Nun muss der nächste Schritt folgen, das erfolgreiche Pilotprojekt in Langenhorn künftig zum Regelfall zu machen.“

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