zur Navigation springen

Bedrohte Population : Nachtjäger verschwinden still und leise

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Herbststürme „Xaver“ und „Christian“ sowie der Grünland-Umbruch haben den Eulen in Nordfriesland im vergangenem Jahr arg zugesetzt.

von
erstellt am 02.Sep.2014 | 19:15 Uhr

Obwohl es im vergangenen Winter nur ganz wenige Tage mit Frost gab, es daher gebietsweise zu einer regelrechten Mäuseschwemme gekommen war, hat sich dies nicht wie erwartet positiv auf die Eulen ausgewirkt. In Schleswig-Holstein, so Peter Meckel vom Landesverband Eulen-Schutz, steht es beispielsweise um die Schleiereule nicht gut. Gerade die neben dem Uhu wohl bekannteste Nachtjäger-Art, von der Anfang der 1990er Jahre noch gut 1.000 Brutpaare gezählt wurden, brachte es diesmal im Land zwischen den Meeren auf nur 70. Allerdings, unterstreicht Meckel, noch liegen nicht alle Berichte vor. In Nordfriesland zumindest scheint sich der elegante Nachtjäger noch recht wohl zu fühlen, denn immerhin wurden dort allein 21 Brutpaare gezählt, die 74 Jungvögel aufgezogen haben.

Der absolute Hotspot ist die Halbinsel Eiderstedt. Dort allein wurden 15 Paare registriert. Dennoch blickt Meckel sorgenvoll in die Zukunft, schließlich werde immer mehr Dauergrünland, und nur dort kann sich die Hauptnahrung Mäuse richtig entwickeln, umgebrochen. Hoffnungsvoll schaut der Eulen-Experte hingegen zur Insel Föhr. Dort konnte zwar kein Brutpaar nachgewiesen werden, aber es wurden mehrfach fünf Einzelsichtungen verzeichnet.

Auf Nordstrand wurden zehn Nisthilfen für die Schleiereule angebracht, aber die seien nicht angenommen worden. Zwei fanden aber das Wohlwollen von Turmfalken, die vier, beziehungsweise fünf Junge aufgezogen haben.

Immer noch wartet Peter Meckel auf erste Meldungen über Steinkauzbruten in Nordfriesland, doch bislang vergebens. Die kleinen Eulen sind aber im Nachbarkreis Dithmarschen verbreitet, besonders im Norden werden sie häufiger beobachtet. Von einer angeblichen Brut auf der Insel Sylt hat der Eulen-Fachmann jedoch nie wieder etwas gehört.

Der mächtige Uhu, der in Schleswig-Holstein schon einmal quasi ausgerottet worden ist, hat mittlerweile auch wieder Nordfriesland besiedelt. Neun Brutpaare wurden gezählt, doch nur 13 Jungvögel wurden aufgezogen.

„Es ist ungewöhnlich, dass weder bei der Schleiereule noch beim Uhu Nahrungsreserven gefunden wurden“, sagt Peter Meckel. Üblicherweise legen diese beiden Arten nämlich einen Beutevorrat an. Hinzu komme, dass die beiden Stürme „Christian“ und „Xaver“ viele Brutbäume der Uhus umgeworfen hätten. Daher sei nicht ausgeschlossen, dass es noch mehr erfolgreiche Aufzuchten gegeben habe, die dann allerdings wohl unbemerkt im Bereich der Wurzelumbrüche stattgefunden haben, „ich hoffe dies zumindest“, so Meckel.

Ein nahezu „normales“ Jahr verzeichnet der Landesverband Eulen-Schutz bei den Waldohreulen. Über die Anzahl dieser markanten Vögel mit den Ohrpuscheln liegen aber noch keine detaillierten Daten vor. Interessiert ist der Landesverband aber besonders an der Meldung von Schlafplätzen im Bereich Nordfriesland.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen