Nachholbedarf

shz.de von
13. Mai 2013, 10:02 Uhr

Ein Land, das über keine oder nur begrenzte Ressourcen verfügt, ist gut beraten, auf Jugend und Bildung zu setzen. Das ist wohl auch der Grund, warum gerade letztere in Deutschland einen so hohen Stellenwert genießt - jedenfalls in Wahlkampfzeiten. Die Realität sieht allerdings oft anders aus. Und das beginnt bereits bei den Kleinsten der Kleinen. Weil ihre Eltern immer öfter auch am Wochenende arbeiten müssen, werden Oma, Freunde und Nachbarn zu Rettern in der Not. Das will die Kirchengemeinde Husum-Rödemis ändern und ihre Kindertagesstätte künftig auch sonnabends öffnen. So weit, so gut. Aber wer bezahlt das Ganze? Zum einen die Eltern. Doch den größten Batzen übernimmt die Stadt Husum, die bei der Kinderbetreuung lobenswerterweise nachholt, was sie bei den Schulen lange Zeit versäumte. Nicht vertreten ist bislang die Wirtschaft, obwohl sie doch Motor der zunehmenden Wochenend-Arbeit ist. Da besteht offenbar Nachholbedarf. Die Stadt macht vor, wie es geht.

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