Nordfriesland : Nachhaltigkeit: Kreis stellt Manager ein

Die Weltmeere sind überfischt – jetzt sollen es Aquakulturen richten.
Die Weltmeere sind überfischt – jetzt sollen es Aquakulturen richten.

Der Kreis Nordfriesland stellt einen Nachhaltigkeits-Manager ein. Der Bund übernimmt den Löwenanteil der Kosten.

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14. Februar 2018, 13:49 Uhr

„Ein Planet wird geplündert“ schrieb der damalige CDU-Bundestagsabgeordnete Herbert Gruhl, nachdem der Club of Rome die Grenzen des Wachstums aufgezeigt hatte. Das ist mehr als vier Jahrzehnte her – und geändert hat sich seitdem wenig. Vor allem die Menschen auf der Nordhalbkugel leben auf Kosten künftiger Generationen und der Länder im globalen Süden. Damit sich endlich etwas ändert, haben die Vereinten Nationen ihre Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung auf den Weg gebracht, deren Ziele inzwischen Eingang gefunden haben in Nachhaltigkeits-Strategien auf Bundes- und Landesebene. Dem will künftig auch der Kreis Nordfriesland in nichts nachstehen.

Geplant ist das Projekt „Regionale Nachhaltigkeitsziele Nordfriesland“, für das der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung einstimmig Weichenstellungen vornahm. So will der Kreis an einem Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unter dem Titel „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ teilnehmen. Denn gemäß UN-Agenda sollen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer gemeinsam ihre Verantwortung für den Planeten wahrnehmen.

Im Zuge des Bundesprojektes wird es dem Kreis NF ermöglicht, zunächst für zwei Jahre einen Nachhaltigkeits-Manager einzustellen. Der Bund stellt dafür 90 Prozent der Personal- und Sachkosten von rund 213 000 Euro bereit, lediglich 21 000 Euro muss der Kreis – verteilt auf zwei Jahre – selbst aufbringen. Das Projekt kann auf Antrag um weitere 24 Monate verlängert werden – dann mit einer Förderquote von 75 Prozent. Der Antrag der Fraktion „Die Linke“, die neue Stelle gleich unbefristet einzurichten, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Die neue Nachhaltigkeits-Stelle soll möglichst von April an bei der Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung der Kreisverwaltung angesiedelt sein. Wer auch immer diese Position dann bekleidet, soll den Prozess steuern, die strategischen Ziele des Kreises fortzuschreiben, umzusetzen sowie Akteure und Organisationen in der Region zu vernetzen. Dass die strategischen Ziele des Kreises – sie wurden erstmals im Jahr 2006 fixiert und 2013 überarbeitet – im Hinblick auf eine regionale Nachhaltigkeits-Strategie weiterentwickelt werden, hat der Kreistag gleich mit beschlossen. Mit den Details werden sich dann aber die am 6. Mai neu zu wählenden Abgeordneten zu befassen haben.

Eine Reihe konkreter inhaltlicher Ansätze dafür gibt es bereits, etwa die Gemeinwohl-Bilanzierungen in Bordelum, Breklum und Klixbüll auf kommunaler Ebene, oder den Kirchenkreis Nordfriesland, der sein Jahresthema „Nachhaltigkeit und Klimaschutz“ gewidmet hat. Letzterer ist dann auch als Partner mit im Boot, wenn es darum geht, die vom Bund vorgesehenen Partnerschaften mit Kommunen in weniger entwickelten Ländern zu fördern. Dies soll im NF-Projekt zusammen mit dem Kirchenkreis sowie entwicklungspolitisch aktiven politischen Gemeinden und Kirchengemeinden geschehen.

Politisch herrscht Einigkeit, dass es bei dem Kreis-Projekt auch um Symbolik geht und neben Politik und Verwaltung alle anderen Gesellschaftsbereiche und Bürger mitwirken müssen, um das Ruder zugunsten einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise herumzureißen. „Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, stellte Jürgen Laage (SPD) fest. Und Karl Carlsen (WG-NF) betonte: „Nachhaltigkeit lebt davon, dass jeder Einzelne mitmacht.“

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