zur Navigation springen

Grosseinsatz der Rettungskräfte : Nach Unfall spurlos verschwunden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Umfangreiche Suchaktion an der B 201 bei Schwesing: Der schwerverletzte Fahrer hatte sich nach der Befreiung aus dem Autowrack auf und davon gemacht. Erst nach stundenlager Suche konnte er gefunden werden.

Ein schwerer Verkehrsunfall an Sonnabendabend um 20.40 Uhr auf der Bundestraße 201 bei Schwesing führte zu einer ausgedehnten Suchaktion. Denn der schwerverletzte Fahrer hatte sich davongemacht und konnte erst nach knapp drei Stunden und 20 Minuten wiedergefunden werden.

Er war in Richtung Husum fahrend aus noch ungeklärten Gründen vor dem Schwesinger Ortsschild nach links von der Straße abgekommen und ungebremst gegen einen Baum geprallt. Anschließend flog sein Ford Focus in den Straßengraben und überschlug sich dabei mehrfach. Schließlich blieb der Wagen als Totalschaden in Fahrtrichtung Wester-Ohrstedt liegen. Die komplette Vorderachse war abgerissen, Räder und Achsenteile lagen sogar noch in 50 Meter Entfernung verstreut auf angrenzenden Grünflächen, die Straße war von Trümmern übersät.

Zeugen für den Unfall gab es nicht, aber vorbeikommende Autofahrer stoppten sofort, leisteten spontan und beherzt Erste Hilfe und konnten den Fahrer, der alleine im Auto saß, sogar vorsichtig aus dem verformten Fahrzeug befreien. Noch während ein Helfer über Handy der Notruf wählte, schleppte sich der stark blutende Verletzte in der Dunkelheit von dannen.

Die zentrale Rettungsleitstelle in Harrislee setzte um 20.48 Uhr Rettungswagen, Notarzt-Einsatzfahrzeug und die Schwesinger Feuerwehr in Bewegung. Die nach kurzer Zeit eingetroffene Feuerwehr musste die Bundesstraße zunächst einmal voll sperren, da der Unfallwagen den Seitenstreifen aufgewühlt und dadurch die Fahrbahn auf einer Länge von etwa 15 Metern völlig verschmutzt hatte.

Nach erfolgloser Suche in der Umgebung der B  201 wurden die Sirenen ausgelöst, um weitere Einsatzkräften zu alarmieren. Vor Ort wurde mittlerweile schon mit Wärmebildkameras gesucht. Als auch das erfolglos blieb, wurde die Bevölkerung auf Anforderung der Polizei über das Radio um Mithilfe gebeten. Eine Stunde nach Einsatzbeginn wurde zudem die Husumer Feuerwehr alarmiert und die Rettungshundestaffel des Nachbarkreises Schleswig-Flensburg. Auch die örtliche Polizei setzte einen Suchhund ein.

Im Verlauf der Suchaktion mit gut 80 Einsatzkräften – auch der Organisationsleiter Rettungsdienst des Kreises war vor Ort – kamen erste Hinweise von Passanten, die an verschiedenen Orten eine blutverschmierte Person gesichtet hatten. Die am Boden eingesetzten Kräfte erhielten zusätzlich Unterstützung aus der Luft: Der Rettungshubschrauber „Christoph 42“ aus Rendsburg kreiste bald – ebenfalls mit Wärmebildkamera ausgerüstet – über dem Einsatzgebiet. „Primär geht es darum, hier und jetzt eine schwerverletzte Person zu finden, bevor wir morgen bei Tageslicht jemanden entdecken, der dann vielleicht schon tot ist“, kommentierte ein Polizeisprecher vor Ort. „Sekundär geht es dann um die Klärung des genauen Sachverhaltes.“

Die groß angelegte Suchaktion, bei der Wiesen, Gräben, Gärten und diverse Holzstapel durchkämmt wurden, führte schließlich um 23.58 Uhr zum Erfolg: Rund einen Kilometer vom Unfallort entfernt wurde der schwerverletzte Fahrer im Wohngebiet Achter de Wall entdeckt. Nach eingehender Erstversorgung wurde er ins Krankenhaus gebracht. Eine Atemalkohol-Überprüfung ergab, dass der 28-Jährige zum Unfallzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen sein dürfte. Ihm wurde daraufhin eine Blutprobe entnommen. Zudem wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Für alle Einsatzkräfte fand abschließend eine Nachbesprechung mit Aufarbeitung des Falls im Feuerwehrhaus Schwesing statt. Kommentar von Schwesings Wehrführer Stefan Hansen zum Geschehen: „Wir hatten hier im Bereich zwar schon mehrfach schwere Verkehrsunfälle auf der B  201 – aber einen derartigen Einsatz gab es bislang noch nie.“ Die Zusammenarbeit sämtlicher alarmierter Einsatzkräfte, die verschiedenen Organisationen angehörten, habe dabei aber „reibungslos geklappt“. Koordinierungs- oder Verständigungsschwierigkeiten habe es „zu keinem Zeitpunkt gegeben“, so der Wehrführer zufrieden.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen