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Bühne Frei für Herbert Knebel : Nach 18 Uhr inne Essener Zitty ...

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ruhrpott-Komiker Herbert Knebel gibt am 14. Februar in Husum sein Programm „Männer ohne Nerven“ zum Besten – und sprach vorab mit unserer Zeitung.

von
erstellt am 08.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Wenn der legendäre Radio- und Fernsehreporter Werner Hansch als Stimme des Ruhrpotts gilt, dann ist Herbert Knebel sein Gesicht. Der 60-jährige Kabarettist, Kopf und Namensgeber der Gruppe Affentheater, wartet – „boah, glaubse .  .  . ich sach’ Sie!“ – schon wieder mit einem neuen Programm auf: „Männer ohne Nerven“ heißt es am Sonnabend, 14. Februar, ab 20 Uhr im Nordsee-Congress-Centrum. „Et gibt aber auch jede Menge Situationen im Leben von uns, speziell als Mann, wo du mit Nerven keine Chance has, zum Beispiel bei die erste Kontaktaufnahme mit ein andern Geschlecht oder auch Kindergeburtstach oder nach 18 Uhr inne Essener Zitty“, erklärt Knebel, der als Bergmann gearbeitet hat und nun Frührentner ist – sehr zur Freude seiner Frau Guste und der beiden Enkel Marzel (Marcel) und Jackeliene (Jacqueline). Auch über frische Luft, das Publikum im Norden, Tabuthemen und anderes lässt sich der Komiker im Interview aus.

Ich sach’ Sie, Herbert Knebel: Setzen wir mal voraus, dass es auch „Frauen ohne Nerven“ gibt und vergleichen den Rest – welches Geschlecht hat die besseren Nerven?

Frauen natürlich, die müssen uns ja ertragen.

Sie kamen in Duisburg zur Welt und leben in Essen, sind also ein echtes Kind des Ruhrpotts. Ist es nicht ein Risiko, Ihre Lungen der ungewohnten frischen Luft an der schleswig-holsteinischen Westküste auszusetzen?


Im Pott ist die Luft schon lange, lange gut. Komisch, dass es außerhalb des Ruhrgebietes immer noch diese abenteuerlichen Vorstellungen gibt von Kohle, Stahl, Ruß und Dreck. Im Wilden Westen fährt ja auch keiner mehr mit dem Planwagen durch die Gegend.

Gut, da das ja jetzt endgültig erklärt ist: Wie sieht es mit dem Humor aus? Haben Sie keine Angst, dass der Ihrige hier oben vielleicht nicht so ankommt?

Wir haben in den vergangenen Jahren schon häufiger in Schleswig-Holstein gespielt, unter anderem auch mit meinem Solo-Programm in Husum, und ich kann nur sagen: tolle Leute, super Stimmung. Diesmal komme ich allerdings mit dem Affentheater – und das heißt: Das Publikum lernt auch meine Kollegen Ernst Pichel, Ozzy Osterman und den Trainer kennen. Und ich sach’ euch, Leute: Die sind der Hammer.

Der brillante dialektische Wortwitz, Helmut-Schmidt-Mütze und die dicke Hornbrille sind auf der Bühne Ihre Markenzeichen. Wird der Privatmann Uwe Lyko eigentlich auf der Straße als Kunstfigur Herbert Knebel erkannt?

Ja, auf der Straße werde ich hin und wieder erkannt und auch angesprochen. Und nicht nur bei uns im Ruhrgebiet, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands. Meistens erkennt man mich allerdings an der Stimme.

Ihre Monologe sind aus dem prallen Leben gegriffen. Herbert Knebel steht für eine geballte Ladung an Kalauern, Zoten und frechen Sprüchen. Bei welchen Themen hört der Spaß auf?

Ein No-Go bei Herbert Knebel und dem Affentheater ist eine Ausgrenzung von Minderheiten, sich über sozial Schwache in der Gesellschaft lustig zu machen und überhaupt jegliche Form von Rassismus, Schwulen- und Ausländerfeindlichkeit. Das Leben bietet so viele witzige Facetten, da muss man nicht auf Minderheiten eindreschen, um auf seine Kosten zu kommen.

Sie stehen inzwischen seit 27 Jahren im Rampenlicht. In der Zeit haben Sie viele andere Komiker kommen und gehen gesehen. Was unterscheidet Sie von Ihren Kollegen, was halten Sie für das Geheimnis Ihres Erfolgs?

Ich glaube, das Geheimnis der Kunstfigur Knebel liegt darin, dass diese Person sehr authentisch ist, sehr glaubwürdig und für viele Zuschauer ein hohes Identifikations-Potenzial bietet. Und dass viele Knebel-Nummern einfach auch zeitlos sind und wir uns nicht an vorübergehende Trends angehängt haben. Ich glaube, ein großer Garant für unseren Erfolg ist auch, dass das Publikum mitkriegt, dass wir selbst nach wie vor noch einen riesengroßen Spaß haben, auf der Bühne zu agieren. Die Mischung aus Wort und Musik, die Herbert Knebels Affentheater auf die Bühne bringt, ist in Deutschland ziemlich einmalig und wird von unserem Publikum geliebt. Darüber freuen wir uns!

>Herbert Knebels Affentheater wird im Rahmen der 6. Husumer Comedy-Tage von der Bredstedter Veranstaltungsagentur Gofi präsentiert. Die Struckumer Firma Sonnen- und Alternativ-Technik unterstützt die Veranstaltung. Eintrittskarten sind im Kunden-Center der Husumer Nachrichten, Markt 23, in der Buchhandlung Liesegang, im Reisebüro Biehl und bei Leder Mohr in Bredstedt erhältlich.

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