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Saisonstart : Na, Schaf: Alles Käse, oder was?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Landwirtschaftsminister Robert Habeck eröffnete gestern in Tetenbüll die Schafs- und Ziegenkäse-Saison in Schleswig-Holstein.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2017 | 07:00 Uhr

Auge in Auge mit dem Schaf: Er ließ sich beschnuppern, bekam haarige Küsschen und machte sogar ein Selfie mit den Vierbeinern. Landwirtschaftsminister Robert Habeck ging zur Eröffnung der Saison für Schafs- und Ziegenkäse aus Schleswig-Holstein regelrecht auf Kuschelkurs mit den Milchschafen.

Der Vorstand der Käse-Straße Schleswig-Holstein, die 26 handwerkliche Betriebe im Land verbindet, hatte in die Friesische Schafskäserei in Tetenbüll eingeladen. Anwesend waren neben dem Minister auch Peter Levsen Johannsen, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, sowie die nordfriesische Lammkönigin Nele Kahl.

„In den Wintermonaten stehen die tragenden Milchziegen und -schafe unter Mutterschutz“, erklärte Cindy Jahnke, Vorsitzende der Käsestraße in ihrer Begrüßungsrede. Die erste Milch im neuen Jahr gelte dann ausschließlich den Lämmern. So kann erst seit wenigen Wochen wieder Milch zu Spezialitäten verarbeitet werden.

Die ersten Käsesorten sind nun reif: Frisch-, Weich-, Schnitt- und Hartkäse sowie Butter gehörten zum Aufgebot der ausstellenden acht Betriebe.

In diesem Jahr waren Monika und Redlef Volquardsen, Inhaber der Friesischen Schafskäserei, die Gastgeber. Sie halten mitten im Vogelschutzgebiet nach Bioland-Richtlinien 130 ostfriesische Milchschafe. Mit etwa der gleichen Anzahl an Lämmern weiden diese auf Dauergrünland. Die Milch wird direkt in der Hofkäserei verarbeitet, die Vermarktung erfolgt zum größten Teil direkt über den eigenen Hofladen.

„Wir bevorzugen die natürliche Aufzucht. Das heißt, die Tiere werden bei ihren Müttern groß“, erklärt Monika Volquardsen. In den vergangenen Jahren wurde in Haus und Hofladen investiert. „Jetzt sind die Schafe dran. Wir wollen den Stall umbauen und wir planen eine Heutrockenanlage, um die Tiere noch artgerechter füttern zu können“, erklärte die Gastgeberin.

Der Betrieb bietet zudem Interessierten einen Einblick in die moderne Bioproduktion. Damit bediene die Käserei die immer stärker werdende Nachfrage nach transparent hergestellten Lebensmitteln aus der Region, sagte Peter Levsen Johannsen. „Der Konsument fragt zunehmend nicht nur nach Produkt-, sondern auch Prozessqualität.“ Aus diesen Gründen sei der Kundenkontakt sehr wichtig.

Nähe zu Tieren und Natur, zum Land, zu den Menschen – das sei das Besondere der Käserei, sagte Habeck. Für viele – ihn eingeschlossen – sei es selbstverständlich, dass Lebensmittel in Qualität und Quantität jederzeit erhältlich seien. Dabei vergesse man leicht, welcher Produktionsprozess dahinter stecke. „Es ist wichtig, dass die Wertigkeit von Lebensmittelprodukten wieder steigt.“

Und dann wollte der Minister die Spezialitäten endlich ganz persönlich testen. Mit der Frage: „Wollen wir nicht erstmal etwas essen?“ verschob er die Führung über den Hof im Sinne aller Anwesenden zugunsten der ersten schleswig-holsteinischen Käse-Häppchen des Jahres.

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