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Husum Wind 2015 : „Mutter aller Windmessen“ erzeugt Wir-Gefühl

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Windbranche trifft sich vier Tage lang in Husum: Zur Eröffnung kamen hochrangige Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden.

von
erstellt am 15.Sep.2015 | 20:00 Uhr

Bei knapp 650 Ausstellern in fünf Messehallen wird man schon mal aufgehalten. So wie Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch und Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Einträchtig stehen die beiden hochrangigen Gäste der „Husum Wind“ am Stand von GP Joule. Fasziniert von den Ausführungen Ove Petersens, dessen Unternehmen auf der Windmesse eine sogenannte Power-to-Gas-Anlage im Live-Betrieb zeigt – eine weltweite Premiere. Der Geschäftsführer hinterlässt Eindruck vor dem blubbernden Glaszylinder, der dazu dient, Wasserstoff zu erzeugen. Am Ende tauscht Horch seine Visitenkarte mit dem Projektierer aus der nordfriesischen Gemeinde Reußenköge aus. Und Beckmeyer will sich später telefonisch melden.

So soll es sein. Die Windmesse als Kontaktbörse und Umschlagplatz für innovative Ideen. Als Schaufenster einer leistungsfähigen Branche, die sich ihrer Bedeutung für die Energiewende, mit der Deutschland international eine Vorreiterrolle einnimmt, vollauf bewusst ist. Dieses Selbstbewusstsein ist an jeder der fünf Stationen zu spüren, die nach der Eröffnungsfeier und der Pressekonferenz von den „very important persons“ (VIPs) angesteuert werden. Angeführt wird der Pulk von Lisa-Marie Genz. Die 19-jährige Messe-Mitarbeiterin hält unterwegs ein Schild in die Höhe: „Messerundgang – Guided Tour“. Auch wenn Nordfrieslands Kreisstadt zum ersten Mal „nur noch“ Ausrichter der deutschen Leitmesse ist und ihrem Partner Hamburg im zweijährigen Wechsel das internationale Windkraftfeld überlässt: Die „Husum Wind“ bleibt international. Die Aussteller kommen aus 24 Ländern. Auf dem 25.000 Quadratmeter großen Gelände, auf dem sich bis Freitag, 18. September, insgesamt rund 20.000 Fachbesucher tummeln, wird längst nicht nur Deutsch und Englisch gesprochen.

Das babylonische Sprachgewirr sorgt für ein nie verstummendes Hintergrundgeräusch. Die unter anderem von Messe-Chef Peter Becker geführten Rundgänger – darunter auch die beiden Landesminister Robert Habeck (Umwelt) und Reinhard Meyer (Verkehr) sowie Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie – sind deshalb wahlweise mit einem Headset unterwegs. So lässt sich besser den Ausführungen an den – neben GP Joule – ausgewählten Ständen folgen: bei Enercon, BayWa (aus Bayern), Siemens und Senvion.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident ist da allerdings schon nicht mehr dabei. Torsten Albig muss sich um die zurzeit alles überlagernde Flüchtlings-Problematik kümmern. Zuvor lässt es sich der Landesvater allerdings nicht nehmen, den Eröffnungsgästen im Nordsee-Congress-Centrum zuzurufen: „Willkommen bei der Mutter aller Windmessen!“ Die Windbranche komme in diesem Jahr wieder einmal dort zusammen, wo die Windenergie eine lange Tradition habe und Fachwissen und Erfahrung zu Hause seien. „Dieser Wirtschaftszweig trägt als wesentlicher Eckpfeiler zum Gelingen der Energiewende bei.“

Staatssekretär Beckmeyer ergänzt, dass die Entwicklung der Windenergie in Deutschland auch künftig eng mit dem Standort Husum verbunden sein werde: „Die neue ,Husum Wind‘ wird das Schaufenster des deutschen Marktes sein und der Branche weiterhin Rückenwind geben.“

Als Sprachrohr des neuen Messe-Kombi-Partners Hamburg schlägt Frank Horch in die gleiche Kerbe: „Husum bietet seit Jahren ein hervorragendes Klima. Hier herrscht immer ein frischer Wind – und hier werden entscheidende Netzwerke geknüpft.“

Hermann Albers richtet mahnende Worte an die Politik: Die deutsche Windindustrie habe sich den technologischen Spitzenplatz in der Welt erobert, weil der Mittelstand so lebendig und innovativ sei. „Wir brauchen einen fairen Marktplatz und ein Ausschreibungssystem, das kleine Akteure nicht ausgrenzt und einen stabil hohen Zubau sichert.“ Nur so ließen sich die Energiewende- und Klimaschutzziele erreichen.

Matthias Zelinger, Geschäftsführer von VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) Power Systems, sieht noch viel Potenzial: „Die ,Husum Wind‘ zeigt, dass die Windenergie in Deutschland eine starke Industrie mit rund zehn Milliarden Euro Umsatz allein bei den heimischen Anlagenherstellern ist.“ Mehr als 130.000 Arbeitsplätze hingen an der Onshore-, 20.000 an der Offshore-Energie.

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