Anti-Mobbing-Tag im Jugendtreff : Mutig sein und anderen helfen

Besucher derr Einrichtung   mit ihrem  Plakat, vorn links Praktikantin Mareike Kujawski,  daneben Leiterin Beate Jensen-Holthusen.  rah 
Besucher derr Einrichtung mit ihrem Plakat, vorn links Praktikantin Mareike Kujawski, daneben Leiterin Beate Jensen-Holthusen. rah 

Einen Tag lang machten sich Kinder und Jugendliche im OK-Treff in Hattstedt Gedanken darüber, was Mobbing bedeutet und wie man Betroffenen helfen kann. Eine Jugendliche aus der Gemeinde erzählte, wie schlimm es ihr in der Schule ergangen ist.

shz.de von
11. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Was für Schleswig-Holsteins Schüler gut ist, kann doch auch den Heranwachsenden, die den OK-Treff Hattstedt besuchen, nur weiterhelfen. Das dachte sich Leiterin Beate Jensen-Holthusen, als Svend Goldenbaum, Chef des Ressorts Jugendarbeit und Jugendschutz beim Kreis Nordfriesland, ihr vorschlug, einen ganz individuellen Anti-Mobbing-Tag zu machen. Der startete unabhängig von der landesweiten Aktion für Schulen unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Torsten Albig.

„Mobbing zieht sich durch alle Altersgruppen hindurch. Ich habe anhand des Info-Materials des Kreises und meiner Erfahrungen intensiv mit den Kids darüber gesprochen“, erläutert die Jugendtreff-Leiterin. Anhand eines von ihr entworfenen Fragenkataloges entstand im Teamwork und unter tatkräftiger Unterstützung durch die derzeitige Praktikantin, Mareike Kujawski, ein Plakat. Die Jugendlichen haben darauf sowohl ihre eigenen Gedanken zu Papier gebracht, als auch ihre Antworten auf Fragen, wie beispielsweise „Was verstehst Du unter Zivilcourage? – „Was sind Mitläufer?“ – „Warst Du selbst schon Mobbing-Opfer?“. Vor allem der Begriff Zivilcourage (wörtliche Übersetzung: Bürgermut) habe im Mittelpunkt des Projektes gestanden. Am Ende sei allen bewusst geworden, wie wichtig Einsatz – oft auch gegen den Strom – für diejenigen ist, die gemobbt werden.

„Opfer von Mobbing zu sein, war für mich wie ein Stich durch mein Herz und meine Seele“, so das Fazit einer Jugendlichen, die sich outete. Sie habe viel Angst gehabt und Tränen vergossen, als sie in der Schule von Klassenkameraden gemobbt wurde. Wenn sich nicht ihre Freundin für sie stark und ihr Mut gemacht hätte, wäre sie wohl bis heute nicht zum Klassenlehrer gegangen, um sich Hilfe zu holen. „Klasse, dass Beate das mit uns besprochen hat“, so ihr Statement am Ende des Tages. Auch Jörgen Bruhn, Vorsitzender des Fördervereins OK-Treff Hattstedt, ist sicher, dass das Projekt nachhaltig wirkt.

Bis Weihnachten ist noch volles Programm im Treff. Ein Highlight wird die Weihnachtsparty am Dienstag (17.) ab 16 Uhr mit vielen Aktionen sein. Eingeladen sind auch Eltern und interessierte Gäste.

Info: www.ok-treff-hattstedt.de oder unter Telefon 04846/693418.

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