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Benefizkonzert in Tönning : Musikfreunde spenden für Orgel

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das bekannte Musiker-Duo Ludwig Güttler und Friedrich Kircheis spielten zugunsten der historischen Färber-Orgel in Kotzenbüll. 400.000 Euro soll die Restaurierung kosten.

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erstellt am 08.Sep.2015 | 11:30 Uhr

Einen besonderen Abend erlebten rund 150 Besucher in der Tönninger St.-Laurentius-Kirche. Niemand anderer als der weltbekannte Trompeter Ludwig Güttler aus Dresden und sein Partner an der Orgel, Friedrich Kircheis, gaben sich die Ehre im Gotteshaus am Marktplatz. Und das für einen guten Zweck: Sie gaben ein Benefiz-Konzert, dessen Erlös in die Restaurierung der Färber-Orgel in Kotzenbüll fließt. Sie ist eine ganz spezielle Vertreterin ihrer Klasse. In ihr findet sich etwas musikhistorisch sehr Kostbares – nämlich Pfeifen-Material aus dem 16. Jahrhundert. Für den Erhalt und die Restaurierung dieses seltenen Instruments gründete sich vor fünf Jahren der Orgelbauverein Kotzenbüll, dessen Vorsitzender der ehemalige Eiderstedter Propst, Hans-Walter Wulf, ist.

Werke von Bach, Händel, Buxtehude und anderen barocken Komponisten brachten Ludwig Güttler und Friedrich Kircheis in Perfektion zu Gehör. „Es war schon ein wirklich besonderes Konzerterlebnis für Tönning“, sagte Hans-Walter Wulf. Er und seine Mitstreiter freuen sich sehr, dass Ludwig Güttler das Projekt unterstützt. „Er, der sich so für den Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden eingesetzt hat, ist sich nicht zu gut, unserer Färber-Orgel in Kotzenbüll zu helfen“, stellt der ehemalige Propst zufrieden fest. Güttler selbst hatte an dem Konzertabend seine Motivation erklärt. Es sei ein Glück, dass in diesem kleinen Dorf dieser Schatz bewahrt worden, wohl auch, weil über Jahre kein Interesse an ihm bestand. Diese Orgel sei ein wichtiges Kulturgut. Man solle die Geschichte nicht abreißen lassen. Sehr launig warb er für den Stifterbrief des Orgelbauvereins.

Nach einer ersten Schätzung kamen an diesem Abend 4500 Euro zusammen, was an weiteren Spenden geflossen ist, steht noch nicht fest, war vom Verein zu erfahren. Damit sind jetzt insgesamt gut zehn Prozent der geschätzten Summe zusammengetragen, die für die Restaurierung benötigt werden. Sie wird voraussichtlich 400.000 Euro kosten. „Wir sind sehr zufrieden mit der Besucher-Resonanz“, sagte Christian Hoffmann, Kreiskantor und Vorstandsmitglied im Orgelbauverein, nach dem Konzert.

Weitere Informationen und eine Beitrittserklärung finden Interessierte im Internet unter www.orgelbauverein-kotzenbüll.de.

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