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Husumer Nachrichten

18. Dezember 2017 | 00:56 Uhr

Husum : Musiker und Fans auf Tuchfühlung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auch beim 16. Honky-Tonk-Kneipenfestival waren zahlreiche Besucher in der Husumer Innenstadt unterwegs. Ausgelassen wurde bis zum frühen Morgen gefeiert.

Es war 5.36 Uhr als eine Meldung in der Polizeileitstelle einging. Auf dem Messeplatz sollen sich fünf bis sechs Personen geprügelt haben. Als drei Streifenwagen eintrafen, war die Versammlung bereits aufgelöst. Bis auf derartige kleinere Vorfälle verlief das 16. Husumer Honky-Tonk-Kneipenfestival ruhig für die Einsatzkräfte.

Musikalisch war es jedoch ein lauter und rockiger Abend. Pünktlich um 20.30 Uhr begann das Groovetheater im Fischhaus Loof seine Show. Wie im vergangenen Jahr startete dort das Kneipenfestival eine halbe Stunde früher als in den anderen Locations. So war die Gastronomie schnell gefüllt und die Band testete bereits nach ein paar Minuten das Gesangspotenzial des Publikums.

In diesem Jahr war das Theodor-Schäfer-Werk nicht dabei, deswegen gab es zwei Locations weniger. „Dadurch waren die anderen zwölf Gastronomien noch besser besucht“, sagte Uwe Iwersen, einer der drei Veranstalter. „Die Stimmung war überall super. Nur das Wetter hätte besser sein können. Aber das ist typisch April.“

Im Speicher brachte die Gruppe Skorbut die Zuschauer mit ihren Interpretationen bekannter Coverlieder und langen instrumentalen Einlagen in Schwingung. Die Band im Piraten-Outfit zog auch ein paar Fans mit Piratenhüten an so wie Matthias Gottburgsen und Leif Hansen: „Es ist etwas rustikaler hier. Das mögen wir ganz gerne“, sagte Gottburgsen. Später wollte er vielleicht noch ins Brauhaus weiterziehen, dann aber ohne Hut.

In der Osteria bei Peci beendete Biggs B Sonic gerade seine Pause. Als die ersten Rock’n’ Roll-Klänge durch die Pizzeria drangen, blieb kein Gast unbewegt. Wippende Füße und Köpfe, Hände klatschten im Takt, der Bass vibrierte in den Brustkörben. Auch textsichere Zuschauer waren anwesend – sie sangen und pfiffen die Lieder mit. Der Schlagzeuger faszinierte mit seiner Fingerfertigkeit. Seine Sticks flogen durch die Luft. Spätestens als er während einer Nummer einbeinig auf seinem Schlagzeug balancierte, johlte das Publikum. Dass er in einem Solo einen hochgeworfenen Stick nicht wieder fangen konnte, sondern nach einem Reserve-Stick griff, trübte die Stimmung keineswegs.

Bereits zum fünften Mal kam die Rockabilly-Band zum Kneipenfestival in die Osteria. „Sonst spielen wir auf klassischen Bühnen. Hier ist es etwas anderes. Wir sind in einem einfachen Lokal und mit den Leuten auf Tuchfühlung“, so der Schlagzeuger Bastian Gregor. „Es hat ein bisschen Wohnzimmer-Atmosphäre“, stimmte ihm der Bassist Claus Aktoprak bei.

Ein junges Pärchen hatte sich auch in diesem Jahr einen Tisch reserviert, um das 1950er-Jahre-Flair zu genießen. Am Nachbartisch saßen Annemarie und Helmut Brysinski aus Hattstedt. Die beiden waren zum ersten Mal beim Honky-Tonk in Husum und begeistert.

Draußen an der Hafenpromenade waren Polizeistreifen unterwegs. Nach ein paar Schritten Richtung Innenstadt drangen einem bereits die ersten Töne aus dem Husum-Pub entgegen. Dort heizte die Band Homefield Four mit Rock aus den 1970ern ein. Vor dem Restaurant Tante Jenny bildete sich eine kleine Schlange. Der Türsteher ließ keinen mehr hinein. Passanten, Raucher und Wartende schauten zu den offenen Fenstern im ersten Stock hinauf. Deutlich schallten die Klänge vom Ärzte-Song Westerland auf die Straße.

Bei Alex Kitchen war das Publikum deutlich jünger. Es war auch die erste Anlaufstation von Nane Nomene Hansen, Maurice Bastian und Chris Stange. Sie waren mit einer großen Gruppe unterwegs und stärkten sich erstmal mit einem Burger. „Die Vielfalt gefällt mir besonders gut. Die Abwechslung in den verschiedenen Bars – und am Ende treffen sich alle in der Messehalle“, so Hansen.

Der Aristo’s Pub war gut besucht. Es war so voll, dass man die Band Jackbeat nicht sehen konnte. Wohl aber hören – die Oldies und Classics suchten ihren Weg nach draußen. Im Brauhaus sorgte währenddessen Black Rosie mit AC/DC-Sound für Begeisterungsstürme.

De Drangdüwels hatten mittlerweile Skorbut im Speicher abgelöst. Bei Loof stand eine Mädchengruppe vor der Band und kreischte „Applaus Applaus“ von den Sportfreunden Stiller mit.

Die Bewegungen der Honky-Tonk-Besucher wurden ausladender, die Tanzbereitschaft größer. Als die ersten Gäste auf ihren Stühlen einschliefen, war es Zeit, nach Hause zu gehen. Oder in die Messehalle. Dort feierten wieder hunderte Festival-Begeisterte bis zum Morgengrauen.

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