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Gitte: Immer noch ein Star : Musikalische Grenzgängerin

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Sängerin Gitte Hænning kommt nach Husum und gibt ein Konzert im Nordsee-Congress-Centrum. 2010 hat sie ihr vorerst letztes Album „Was ihr wollt“ produziert. Der vielseitige Star kombiniert Schlager mit Jazz und Jazz mit Pop.

Zum ersten Mal stand Gitte Hænning (67) als Achtjährige mit ihrem Vater Otto Johannsen auf der Bühne. Vier Jahre später war sie in ihrer Heimat Dänemark und in ganz Skandinavien ein Kinderstar. Und ein Star ist Gitte bis heute geblieben. Den ersten deutschen Plattenvertrag erhielt sie 1960, und 1963 landete sie mit dem Titel „Ich will nen Cowboy als Mann“ ihren ersten Nummer-Eins-Hit. Aber damit ließ es Hænning nicht bewenden. Sie spielte Theater, stand vor der Kamera und machte weiter Musik. 2004 bis 2007 ging sie mit zwei anderen skandinavischen Gesangs-Ikonen auf Tour: Wencke Myhre und Siw Malmquist. Und 2010 produzierte sie ihr vorerst letztes Album „Was ihr wollt“. Am Sonnabend,
1. Februar, 20 Uhr, spielt Gitte Hænning mit Band im Husumer Nordsee-Congress-Centrum.

Ihre Kollegin Wenke Myhre gab sich seinerzeit mit einem knallroten Gummiboot zufrieden. Warum musste es bei Ihnen gleich ein Cowboy sein – und dann noch als Mann?

Gitte: Mein Cowboy muss nicht schießen, sondern küssen können, und dann ist doch alles „Paletti“ oder?

Sie stammen aus Århus, und die Dänen gelten als sangesfreudiges Volk. Ihr Vater war sogar Gesangslehrer und hat Sie schon früh mit auf die Bühne genommen. Haben Sie jemals daran gedacht, dass auch etwas ganz anderes aus Ihnen hätte werden können?

Gitte: Ja sicher, die Palette ist lang. Malerin, Skulpturistin, Dirigentin, Musik-Arrangeurin, Schauspielerin, Archäologin, Schriftstellerin, Historikerin und und und . . .

Wie erklären Sie sich Ihren so großen Erfolg in Deutschland? Der Cowboy allein wird es wohl kaum gewesen sein, oder?

Gitte: Na ja, 20 Jahre nach der Kriegslähmung, ein Freiheitsschrei mit dem „Cowboy“ von einem blonden Mädchen aus „Klein“-Dänemark, mit politisch sozialdemokratischer Geschichte – das sind doch Vorbilder und Sehnsüchte, denen man sich kaum entziehen kann. Und dann war der „Cowboy“ ziemlich originell!

Sie waren und sind eine Grenzgängerin zwischen den musikalischen Stilrichtungen, haben Schlager mit Jazz und Jazz mit Pop gemischt. Waren Ihnen Schlager auf Dauer nicht genug?

Gitte: Es gibt in Deutschland Gott sei Dank wunderbare Ausnahmen für ein ordentliches „Liedgut“. Wie zum Beispiel BoBo (in „White Wooden House“), Gustav Peter Wöhler, Udo Lindenberg und Nina Hagen, um nur ein paar Persönlichkeiten zu nennen, aber ansonsten war mir der „klassische“ Schlager meistens zu spießig, bieder, hohl und uninteressant.

Wenn Sie auf Ihre mehr als 40-jährige Bühnen-Karriere zurückblicken: Was war Ihr größter Erfolg? Oder liegt der womöglich außerhalb des Rampenlichts?

Gitte: Die größten Erfolge im Glück liegen wahrscheinlich im Kleinen, wenn man Qualitäten jeglicher Art erleben darf.

Sie haben vor der Kamera gestanden und Theater gespielt? Wäre das eine Alternative zur Musik gewesen?

Gitte: Das Leben ist ein Kunstwerk, und wir sind mittendrin im Fluss und dürfen mit gestalten. Shakespeare hat gesagt: „The Stage is the World and the World is the Stage. Die Bühne ist das Leben, und das Leben ist die Bühne“. Egal, womit wir es zu tun haben, es liegt in unseren Händen, Qualität hervorzubringen. Und das sollte man sich nicht entgehen lassen!

Was bedeutet Ihnen Musik?

Gitte: Alles ist Musik. Alles ist Frequenz. Selbst ein Gemälde kann musikalisch gemalt werden.

2017 wird Århus europäische Kulturhauptstadt. Sind Sie ein bisschen stolz?

Gitte: Ja – doch, das muss ausführlich gefeiert werden!

Sie leben in Berlin. Haben Sie manchmal Heimweh nach Dänemark?

Gitte: Ja natürlich! Dänemark ist ein kinderfreundliches Land, und ich habe wunderbare Erinnerungen an die Zeit als Kind und Teenager. Ich trage diese Erinnerungen in meinem kleinen Seelen-Rucksack – neben vielen anderen Kleinoden. Es sind wertvolle Perlen, die mich zu dem machen, was mich heute ausmacht.

Und ein besonderes Schmankerl gibt es außerdem für die Leser unserer heutigen Print- und E-Abo-Ausgabe (17. Januar). Dort ist zu lesen, wie ein „Meet & Greet“ mit Gitte gewonnen werden kann.


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