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Kultur auf den Halligen : Musik-Erlebnis mit gewissem Etwas

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Kultur auf den Halligen: Die Mischung aus Natur, Gaumenfreuden und Nähe zu den Künstlern erweist sich auf Langeneß als Publikumsmagnet.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 15:00 Uhr

Mehrfach im Sommer ist die Hallig Langeneß , mitten im Weltnaturerbe Wattenmeer gelegen, Schauplatz kultureller Veranstaltungen. „Kultur auf den Halligen“ funktioniert nach einem klugen Konzept, das Kunst, Kulinarik, Musik und die Einzigartigkeit des Unesco-Weltnaturerbes gekonnt unter einen Hut bringt.

„Ich selbst bin leidenschaftlicher Konzertgänger“, erzählt Malte Jochimsen aus Wanderup, der diese Veranstaltungsreihe vor acht Jahren aus der Taufe hob und seither ihr Motor ist. Nach Feierabend und am Wochenende ist er im Musikbusiness unterwegs. „Ich kenne viele Säle. Alle haben ihre Daseinsberechtigung. Aber in Reihe 55 bist du einer von vielen, da geht die Unmittelbarkeit flöten. Früher konntest du deinem Idol die Hand schütteln, heute sind die Künstler abgeschirmt“, sagt der 41-Jährige.

Das Konzept „Kultur auf den Halligen“ ist ein mutiger Schritt in eine neue Richtung: Das Publikum geht im Hafen Schlüttsiel oftmals schon gemeinsam mit den Künstlern an Bord. Im Allgemeinen ist es die MS „Seeadler“, gelenkt von Kapitän und Reeder Heinrich von Holdt, die mit bis zu 200 Passagieren an Bord Kurs auf Langeneß nimmt – und von einem Schiff kommt bekanntlich niemand so schnell weg; in den 75 bis 90 Minuten Überfahrt besteht ausgiebig Gelegenheit, mit den Künstlern zu schnacken: Berührungsängste gibt es nicht.

Jochimsen, so sagt er, hat „einen langen Atem haben müssen“, um ein Tagesmusik-Paket zu entwickeln. Die ersten Jahre sei auch noch die Hallig Hooge Schauplatz gewesen, nun beschränken sich die Veranstaltungen auf die Gemeinde Langeneß-Oland, wo im Normalfall das Hotel und Gasthaus „Hilligenley“ der Familie Karau als „Location“ dient. Das gesamte Equipment werde vom Festland mitgenommen – „die Gäste unterstützen dabei tatkräftig“.

An Bord der „Seeadler“ wechsele er sich mit von Holdt ab, die Besonderheiten des Wattenmeers zu erklären. „Nach dem Anlegen auf der Hallig sieht man schon die Grillschwaden aufsteigen, es gibt zwei Büffets, Spanferkel, Fisch oder Burgunderbraten“, so Jochimsen. Dann wird zunächst gegessen, derweil ein Hand in Hand kooperierendes Team alles aufbaut. Das besteht je zur Hälfte aus Halliglüüd und Helfern vom Festland und ist bis Veranstaltungsende im September in die Arbeit eingebunden. Die beginnt etwa Mitte Mai, wenn die Schafe ihren Stall verlassen und wieder auf den Fennen grasen: Dann müsse der Schafstall beim „Hilligenley“, der als uriger Veranstaltungsort diene, herausgeputzt werden.

Manchmal sagen sich bekannte und beliebte Künstler an – dann füllen bis zu 600 Personen den Schafstall, auf die Hallig gebracht von weiteren Schiffen wie die „Rungholt“, die „Hauke Haien“ oder die von Amrum ablegende „Eilun“. Nach der Saison ist vor der Saison. Schon im Oktober bucht Jochimsen Künstler für das nächste Jahr, im Januar muss das Programm stehen.

 

Auftakt Ende Mai

 

Das Festival dauert vom 25. Mai bis zum 3. September. Die Karten kosten zwischen 28 und 40 Euro. Sie sind erhältlich unter www.shtickets. de und der Telefonnummer 04827/99966666. Weitere Details und Informationen zu den Konzerten und den Künstlern gibt es im Internet unter der Adresse www.kulturaufdenhalligen.com. Programmänderungen sind vorbehalten. Am Auftakt-Wochenende vom 25. bis 28. Mai kommen die „Kassenpatienten“, Stefan Gwildis, die „Watt’n Poeten“ mit Henning Wehland und Tim Linde. Henning Wehland bildet mit seinem Programm „Der Letzte an der Bar“ den Abschluss dieses Musik-Wochenendes. Weitere Acts folgen im Laufe der Saison.

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