Nordfriesland : Musik als deutsch-dänische Botschafterin

Am Binnenhafen traten Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule Nordfriesland auf.
Am Binnenhafen traten Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule Nordfriesland auf.

Beim grenzüberschreitenden Musikschultag mit rund 1000 Teilnehmern verwandelte sich Husum in eine einzige große Bühne.

shz.de von
11. Juni 2018, 08:00 Uhr

Beim siebenten Dänisch-Deutschen Musikschultag verwandelte sich die Storm-Stadt in eine Bühne für ein einzigartiges Festival, an dem rund 1000 Musikerinnen und Musiker von sieben Musikschulen der Region Sønderjylland/Schleswig beteiligt waren. „Dieses grenzüberschreitende Megaprojekt ist beispielhaft“, lobte Husums stellvertretender Bürgermeister, Lothar Pletowski, im Husumer Rathaus. „Musik verbindet Menschen. Und die dänischen und deutschen Musikschulen tragen dazu bei, die freundschaftlichen Beziehungen beider Länder zu vertiefen.“

Auch Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus hob die Bedeutung des Musikschultages hervor. „Mit diesem Tag präsentieren die Musikschulen das Ergebnis ihrer täglichen Arbeit.“ Gemeinsam mit Pletowski sowie dem Leiter der Kreismusikschule Nordfriesland, Henning Bock, dem Gastgeber und Organisator des diesjährigen Ereignisses, und der Leiterin der Musikskole Sønderborg, Katrine Thygesen, eröffnete er den Musikschultag 2018.

Schülerinnen und Schüler der Musikschulen aus Tønder, Sønderborg, Aabenraa, Haderslev, Flensburg sowie den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland hatten sich seit Monaten auf diesen besonderen Tag vorbereitet. Ein Leben ohne Musik ist schon für die jüngsten Schüler undenkbar, wie zum Beispiel die nordfriesischen Musikzwerge mit ihren Geigen bei der Eröffnung bewiesen.

Kleine Pannen waren rechtzeitig behoben worden, sodass sich ein entspannter Henning Bock dem Publikum präsentieren konnte. „So hatten wir die Instrumente auf die drei großen Bühnen verteilt und feststellen müssen, dass wir ein Schlagzeug zu viel hatten“, erzählte er schmunzelnd.

Zehn klangvolle Spielorte – vor allem Open-Air – erwarteten die Besucher. Im Rittersaal des Schlosses trat unter anderem der Flensburger Klarinettenschwarm auf. Es war ein Wagnis, auf das sich Musiklehrer Gabriel Koeppen eingelassen hatte. „In dieser Konstellation haben wir noch nie zusammen üben können.“ Jüngster Teilnehmer war der zwölfjährige Tom Krause. Er hat erst vor zwei Jahren mit dem Klarinettenunterricht begonnen. Im Schulorchester sei er auf dieses Instrument gestoßen. „Ich war sofort von dem Klang begeistert.“

In Sachen Musik sind viele der jungen Talente grenzüberschreitend unterwegs: auch Justus aus Flensburg. Mit fünf Jahren hat der Zehnjährige angefangen, das Schlagzeugspielen zu erlernen, später folgte die Marimba. Er besucht die Musikschule in Aabenraa, die mit einer Flensburger Schlagzeugschule eine deutsch-dänische Kooperation eingegangen ist – „unser Aushängeschild“, betonte Musikschulleiterin Edna Rasmussen. Wöchentlich werde mit deutschen und dänischen Schülerinnen und Schülern geübt.

Die Blechbläser der Youngster Bigband von Föhr und die A-Mino-Bigband unter der Leitung von Josef Antos sorgten mit Trompeten, Posaunen, Querflöten und Saxofon für flotte Klänge, bei denen keiner still stehen mochte. Edna Rasmussen ließ sich zu einem Tänzchen mit dem Leiter der Kreismusikschule Schleswig-Flensburg, Willi Neu, überreden, was mit Applaus quittiert wurde.

Mit einem Open-Air-Konzert am Hafen beendete die Youngster Bigband mit der A-Minor Bigband diesen Musikschultag. Hennig Bock zeigte sich begeistert über den Verlauf. Dann übergab er das „Staffelholz“ an Jesper Ry, den Leiter der Musikschule Haderslev, die den achten Musikschultag ausrichten wird.

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