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Rungholttage Nordstrand : Museum zeigt Original und Replik

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Nordstrander Töpferei hat auf eine Initiative des Heimatvereins die Nachbildung eines maurischen Kruges angefertigt. Das Original wurde in den 1960er-Jahren im Watt gefunden – beides ist nun im Heimatmuseum zu sehen.

Zahlreiche Höhepunkte boten einmal mehr die dreitägigen achten Nordstrander Rungholttage. Der Auftaktabend im Sitzungssaal der Kurverwaltung stand im Zeichen des Inselmuseums. Viele Gäste erkundeten das Domizil und sahen sich die Fundstücke und Karten zur Historie an. Der ehrenamtliche Museumsleiter Wolf-Dieter Dey berichtete, dass seit 6000 Jahren Keramik hergestellt wird. Gebrannt sei sie unbegrenzt haltbar. Kein Wunder also, dass sie archäologisch so bedeutsam ist. Sie kann relativ sicher datiert werden.

Immer wieder werden auch im Rungholt-Gebiet solche Funde gemacht. Beispielsweise wurden in ganz Nordfriesland fünf maurische Krüge gefunden, einer durch Ernst-Günter Kruse in den 1960er Jahren im Watt vor der Trendermarsch auf Nordstrand. Der Krug, vermutlich in Malaga hergestellt, kam möglicherweise als Handelsware oder „Mitbringsel“ von der iberischen Halbinsel an unsere Küste. Er weist mit der „Hand der Fatima“ ein altes Symbol des afrikanischen Volksglaubens auf. Es soll vor dem „bösen Blick“ schützen. Auch der Islam hat das Zeichen übernommen. Sie ist damit die einzige bildhafte Darstellung, die im Islam zugelassen ist.

Jürgen Newig habe, so Dey, die Idee gehabt, eine Replik herzustellen und entwarf die Zeichnung. Töpfermeister Marcus Borowski von der Nordstrander Töpferei stellte sich der Herausforderung und fertigte sie, wobei er seiner Mitarbeiterin Claudia Möller das Bemalen überließ. Borowski zeigte schließlich das Stück, das nun im Museum angesehen werden kann. Auch das Original befindet sich dort. Das Projekt wurde vom Nordstrander Heimatverein organisatorisch und finanziell begleitet.

Ein außergewöhnliches Konzert beschloss den Eröffnungstag: Das Trio „Deichträumer“ verzauberte das Publikum mit handgemachter Musik aus der Region. Ein weiteres Highlight war die Exkursion mit Robert Brauer zu den Kulturspuren von Rorbek, einer versunkenen Ortschaft vor der Hallig Nordstrandischmoor. Zahlreiche Brunnen und der Rest eines Deiches konnten besichtigt werden. Anschließend wurde auf der Hallig gegrillt.

Wirt August Glienke bot eine unterhaltsame Führung über Nordstrandischmoor an. Vor wenigen Wochen, so erfuhren die Teilnehmer, hatte der heftige Sommersturm dafür gesorgt, dass die gesamte diesjährige Vogelbrut vernichtet wurde. Der anschließend gezeigte Sturmflutfilm beeindruckte besonders die Urlauber. „Das habe ich mir so heftig nicht vorgestellt“, so der Kommentar von Hans-Rudolf Heinze aus Köln.

Zufrieden zeigten sich am Ende der Veranstaltungstage der erste Vorsitzende des HGV als Veranstalter, Jürgen Pöthau, und Hauptorganisator Robert Brauer. „Die Rungholttage sind eine Institution für Nordstrand geworden. Alle Veranstaltungen waren gut besucht. Die Menschen waren sehr interessiert“, so Brauer. „Ich habe das erste Mal Kulturspuren Rungholts vor Ort gesehen. Ich war tief beeindruckt“, erklärte auch Jürgen Pöthau. Erneut fand das Ereignis in Kooperation mit dem Nordstrander Heimatverein und mit Unterstützung von Kur- und Gemeindeverwaltung statt.

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