zur Navigation springen

Mammut-Projekt in Fahretoft : Museum für prominenten Nordfriesen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Rund 250.000 Euro werden in die Restaurierung des ehemaligen Geburts- und Wohnhauses des Astronomen Hans Momsen (1735 bis 1811) investiert. Zu den Unterstützern gehört die Verlegerin Friede Springer.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 18:00 Uhr

Wenn es um Hans Momsen (1735 bis 1811) geht, wird Hans-Werner Paulsen zum lebendigen Geschichtsbuch. Der 86-Jährige ist Vorsitzender der Hans-Momsen-Gesellschaft und hat einiges über den berühmten Nordfriesen zu erzählen, der als Landmesser und Bauer sein Leben lang autodidaktisch als Mathematiker, Astronom und Instrumentenbauer tätig war.

In Fahretoft auf der Gabrielswarft steht das ehemalige Haus Momsens, in dem er bis zu seinem Tod gelebt hat. Es ist ein altes Hallighaus, das unter Denkmalschutz steht und nach dem Erwerb durch die Gesellschaft zu einem Momsen-Museum werden soll. Immer mitten im Bau-Geschehen dabei: Hans-Werner Paulsen, der 2009 mit dem Hans-Momsen-Preis des Kreises Nordfriesland ausgezeichnet wurde. Verliehen wird dieser alljährlich an Persönlichkeiten, die sich besondere Verdienste um das kulturelle Leben in Nordfriesland erworben haben.

2007 wurde die Hans-Momsen-Gesellschaft gegründet mit dem Zweck, das Leben und Wirken von Hans Momsen für die Nachwelt aufzuarbeiten und zu erhalten und das Haus, in dem er gelebt hatte, käuflich zu erwerben – was gelungen ist. „Das Gebäude soll wie zu früheren Zeiten hergerichtet werden – mit einem Museum und einem kleinen Café“, erzählt Paulsen.

Annähernd 250.000 Euro Kosten stehen im Raum – Geld, das zum größten Teil dank öffentlicher Förderungen und zahlreicher Spender bereits gesichert ist. Prominenteste Sponsorin ist die Verlegerin und gebürtige Föhrerin Friede Springer. „Ich wusste, dass es eine Stiftung unter ihrem Namen gibt“, berichtet der 86-Jährige. Diese widmet sich unter anderem der Förderung wissenschaftlicher, künstlerischer und kultureller Projekte, und nachdem Hans-Werner Paulsen mit der Witwe Axel Springers Kontakt aufgenommen hatte, flossen 74.000 Euro Stiftungsgelder in das künftige Momsen-Museum. Bei einem Besuch vor Ort hätte Friede Springer nachgefragt, was sie noch tun könnte, erzählt der Nordfriese. Dann sei das Versprechen erfolgt, nochmals 50.000 Euro aus ihrem Privatvermögen zu spenden.

Auch die vielen Stunden der ehrenamtlich tätigen Handwerker hebt Paulsen hervor. „Es sind alles heimische Handwerker, die sich dem Thema sehr verbunden fühlen“, sagt der Vorsitzende nicht ohne Stolz.

Und was treibt ihn an? „Die Geschichte und die sich daraus ergebenden Geschichten“, antwortet Hans-Werner-Paulsen prompt – und Christian Matthias Rickertsen (74), Kassenwart der Gesellschaft, stimmt mit dem Kopf nickend zu. Ein Beispiel für die Begeisterung der beiden Männer: In dem Haus wurde ein Sockelstein gefunden, der von einem Taufbecken aus der ersten Fahretofter Kirche von 1362 stammt.

Die 80 Mitglieder der Gesellschaft hoffen, dass ihr Hans-Momsen-Haus im Frühjahr 2015 eröffnen kann. „Keiner hat damit gerechnet, dass wir das Bauvorhaben umsetzen können“, freut sich Hans-Werner Paulsen, dass das Gegenteil Realität geworden ist.


Wer die Gesellschaft unterstützen möchte, sollte sich unter Telefon 04672/7809810 (Rickertsen) melden.

 

Der neue Preisträger

Träger des Hans-Momsen-Kulturpreises des Kreises Nordfriesland, der seit 1986 vergeben wird, ist in diesem Jahr Prof. Nils Århammar aus Bredstedt. Mit dieser Auszeichnung werden – auf Beschluss durch das Kuratorium der Stiftung Nordfriesland – die Verdienste gewürdigt, die sich Nils Århammar im Bereich der friesischen Sprachforschung und Lehrtätigkeit erworben hat. Am Sonntag (26.), 11 Uhr, erhält Århammar im Schloss vor Husum aus der Hand von Kreispräsident Heinz Maurus eine Urkunde, einen Geldbetrag und einen kunsthandwerklich gestalteten Ehrenring. In diesem Jahr wird das Schmuckstück von der Goldschmiedin Maren Wesemann Bruhn aus Husum gefertigt. Für den musikalischen Rahmen des Festakts sorgt das Dragseth-Duo.

Der gebürtige Schwede Nils Århammar studierte an der Universität Uppsala Deutsch, Englisch und Phonetik. Sein beruflicher Werdegang wurde entscheidend geprägt durch Prof. Ernst Löfstedt, einem der ersten namhaften Frisisten. 1957 begann Nils Århammar mit Sprachaufnahmen auf Föhr und Amrum, die über die Jahre zu einem immensen Bestand herangewachsen sind. 1960 wurde Århammar wissenschaftlicher Assistent an der Nordfriesischen Wörterbuchstelle der Universität Kiel, 1963 Lektor für Schwedisch an der Universität Marburg. Er setzte seine Forschungen zum Friesischen fort und habilitierte 1974 in „Germanischer Philologie mit besonderer Berücksichtigung des Friesischen und Niederdeutschen“. 1988 übernahm der Wissenschaftler die Friesisch-Professur an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg, verbunden mit der Leitung des Nordfriesischen Instituts in Bredstedt. Dessen Leitung gab er später ab und wurde der Chef der Abteilung für Literatur und Sprache. Auch nach seiner Pensionierung im Jahr 1996 blieb Århammar mit großem Einsatz für das Friesische tätig. Er veröffentlichte wissenschaftliche und sprachfördernde Arbeiten, referierte im In- und Ausland, publizierte Aufsätze und bot Lehrveranstaltungen an der Universität Flensburg an. Als erster Ausländer und erster Sprachwissenschaftler erhielt er 2001 den „C. P. Hansen-Preis“ für seine Verdienste um die friesische Sprache.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen