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Protest in Friedrichstadt : Mülltonnen auf Wanderschaft

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Anwohner der Friedrichstädter Kirchenstraße kommen nicht zur Ruhe: Erst wurde ihn ein Parkverbot auferlegt, nun müssen sie ihre Mülltonnen an die nächste Straßenecke ziehen. Ein Bürger protestiert.

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erstellt am 09.Feb.2015 | 14:30 Uhr

Damit hatte wohl keiner der Bewohner der Kirchenstraße in Friedrichstadt gerechnet. Nach dem von ihnen geforderten Umbau der Straße müssen sie künftig mit ihren vollen Mülltonnen auf Wanderschaft gehen.

Nach vielen Protesten der Anlieger hatte sich die Stadt entschieden, trotz leerer Kasse, die kleine Gasse mitten in der Altstadt zu verbreitern. Auf beiden Seiten sollte wieder geparkt werden dürfen. Zuvor war ein einseitiges Halteverbot bestimmt worden, nachdem bei einem Rettungseinsatz in der Gasse die Sanitäter wegen der geparkten Autos nicht aus ihrem Fahrzeug aussteigen konnten. Daraufhin wurde die Fahrbahnbreite von der Feuerwehr gemessen. Und tatsächlich, ein Einsatzfahrzeug passte zwar zwischen den auf beiden Seiten stehenden Autos hindurch, jedoch konnten keine Türen geöffnet werden. Kurzentschlossen verhängte die Stadt das einseitiges Halteverbot. Das brachte die Anlieger allerdings auf die Zinne, denn nun mussten sie längere Wege bis zu ihrem Haus, beziehungsweise ihrem Auto zurückliegen.

Nach längeren Diskussionen und Verhandlungen mit Planern wurde schließlich eine Lösung gefunden. Auf der Kirchenseite wurde der Bürgersteig verengt, der gewonnene Raum der Fahrbahn zugeschlagen. Jetzt kommen immer noch Kinderwagen gut voran, und auf beiden Seiten kann wieder geparkt werden. Alles schien gut zu sein in der Kirchenstraße, bis am Dienstag ein Schreiben der Stadt bei den Bewohnern eintraf.

Darin heißt es: „Trotz Verbreiterung des Fahrbahnbereichs führt das beidseitige Parken offenkundig noch immer dazu, dass die Fahrzeuge des Müll-Abfuhrunternehmens die Straße nicht befahren können, ohne dabei Gefahr zu laufen, einen Schaden zu verursachen. Entsprechend möchte ich Sie hiermit darum bitten, von Beginn der bevorstehenden Leerung an, die Abfallgefäße am Abfuhrtag künftig an den Kreuzungsbereichen Kirchenstraße/Lohgerberstraße oder Kirchenstraße/Prinzeßstraße aufzustellen.

Gegen diesen Schreiben allerdings läuft Jörg Flemming aus der Kirchenstraße Sturm. Denn genau vor seinen Fenstern ist einer der vorgeschlagenen Müllsammelplätze. Damit kann er sich gar nicht anfreunden. „Gerade im Sommer“, so Flemming, „dürfte das dann ganz schön stinken.“ Außerdem befürchtet er, dass die Mülltonnen schon lange vor der Leerung dort abgestellt werden und danach noch länger dort stehen bleiben werden. Zwar habe die Stadt die Anlieger aufgefordert, die Tonnen so zu platzieren, dass niemand auf den Gehsteigen behindert werde, aber er fühle sich auf eine Müllhalde versetzt. Jetzt will er im Gespräch mit dem Bürgermeister nach einer Lösung suchen. Die augenblickliche Situation bezeichnet er als Schildbürgerstreich: Erst wird die Straße verbreitert, damit Rettungswagen und Müllfahrzeuge durchkommen, dann reicht dies nicht – und nun bekommen die Anlieger die Aufforderung mit ihren Mülltonnen zu wandern und ihm werden diese vor seine Fenster gestellt.

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