zur Navigation springen

Tannen aus dem Zauberwald : Mondbäume sind noch frisch zum Fest

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei Vollmond geschlagene Tannen sollen länger halten, sagt Ingwer Petersen – doch die Landwirtschaftskammer glaubt das nicht. Dennoch werden diesem Holz besondere Qualitäten nachgesagt.

Es ist kein Märchen- oder Zauberwald, aber die Tannen aus dieser Schonung sollen nicht nadeln. Dieser Überzeugung ist jedenfalls Ingwer Petersen. Der Diplom-Agrar-Ingenieur hat kürzlich in Hattstedt ein Feld voller Nordmanntannen übernommen. Vor drei Jahren sind dort die Setzlinge gepflanzt worden.

Als dann Vollmond war, griff der 38-Jährige zur Säge. Denn laut den Erfahrungswerten in der Branche sind sogenannte Mondbäume besonders, weil die Tannen nicht nadeln, wenn sie zum Weihnachtsfest in die warme Stube gestellt werden. Vorab müssen die Bäume aber bis Weihnachten kühl gelagert werden. Zwei Tage nach Vollmond schlagen, geht aber auch noch, erklärt Ingwer Petersen. Der Betriebsleiter des Familienbetriebs in Reußenköge ist sich aber nach eingehender Lektüre und Gesprächen mit Kollegen sicher: „Der elfte Vollmond ist der magische Tag.“

Pauschal können laut dem Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Kurt Lange, keine Unterschiede zwischen den geschlagenen Nadelhölzern gemacht werden. Der Ellerhooper hat natürlich von solchen Bauernregeln gehört. „Aber eine Tanne kann auch, 24 Stunden nachdem sie frisch geschlagen wurde, nadeln“, beschreibt Lange ein Phänomen. Jeder Baum müsse sich zunächst akklimatisieren und fachgerecht aufbewahrt werden.

Unter Mondholz versteht der Fachmann Holz von Bäumen, das unter Berücksichtigung des forstwirtschaftlichen Mondkalenders gefällt wurde. Diesem Holz werden besondere Qualitäten unter anderem hinsichtlich seiner Stabilität, Haltbarkeit und Feuerbeständigkeit nachgesagt. Der Zusammenhang zwischen Eigenschaft des Holzes und Zeitpunkt des Fällens konnte mit wissenschaftlichen Untersuchungen jedoch nicht bewiesen werden.

Seit mehr als 15 Jahren gibt es Erdbeer-Petersen. Jedoch ist es für sie die erste Saison im Weihnachtsbaumverkauf. Die Familie hat eine Ergänzung zu ihrem bisherigen Sortiment gesucht: Spargel, Erdbeeren und Kartoffeln. In Hattstedt und im Desmerciereskoog werden die Produkte verkauft. Der Vater Peter Heinrich Petersen ist der Inhaber. Aber Sohn Ingwer ist schon seit 2002 dabei. Der Diplom-Agrar-Ingenieur ist durch eine Fachzeitschrift auf die Idee gekommen, Mondbäume mit ins Sortiment aufzunehmen. Er hat Mondbäume von bis zu zwei Metern Größe im Angebot, die neben dem Spargelfeld in Hattstedt stehen. 50 Mondbäume hat Ingwer Petersen bereits geerntet.

Ab dem ersten Advent, Sonntag (30.), werden alle Bäume im Desmerciereskoog bei Petersens präsentiert. Info unter Telefon 04671/3375.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Nov.2014 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen