zur Navigation springen

Internationales Treffen in Husum : Mörderische Tagung rund um Storm

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Um „Mord und Totschlag“ geht es bei der Internationalen Storm-Tagung 2014. Neben Vorträgen erwartet die Besucher vom 12. bis 14. September unter anderem auch ein von Schülern aufgeführtes Theaterstück.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2014 | 16:00 Uhr

„Voll Entsetzen, in Schweiß gebadet, ihr kurzes Messer in der Hand, kam sie nach Hause . . .“ – Vor allem in Storms Spätwerk geht es nicht selten buchstäblich um „Mord und Totschlag“. Grund genug für die Theodor-Storm-Gesellschaft, diesem Thema einmal eine große Jahrestagung zu widmen, die erneut im Hotel Altes Gymnasium stattfindet. Dabei wird ein ebenso vielfältiges Programm geboten wie bei der erfolgreichen „Geisterseher“-Tagung im vergangenen Jahr.

Das Fest-Wochenende beginnt am Freitag, 12. September, um 18 Uhr mit der Verleihung des mit 8200 Euro dotierten Storm-Preises an Tilman Spreckelsen, Schriftsteller und Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Laudatio hält Heinrich Detering, für die Stadt Husum spricht Bürgervorsteher Peter Empen. Es folgt eine Autorenlesung aus dem preisgekrönten Manuskript des Kriminalromans „Nordseegrab“, der 2015 im S. Fischer Verlag erscheint.

Der Sonnabendvormittag, 13. September, gehört traditionell der Wissenschaft. Valérie Leyh (Lüttich), Gideon Haut (Freiburg) und Dr. Klaus Alberts (Kiel) beleuchten das Thema „Mord und Totschlag bei Theodor Storm“ aus verschiedenen Perspektiven: literaturwissenschaftlich, biografisch und rechtsgeschichtlich. Den Festvortrag ab 16.30 Uhr hält Prof. Dr. Philipp Theisohn aus Zürich, ein international bekannter Shooting-Star der jungen Literaturwissenschaft („Ihr habet doch nicht gar ein Menschenleben auf der Seele?“ – Storms Leichen und jene, die über sie gehen). Abends ab 19.30 Uhr folgt in der Aula der Hermann-Tast-Schule die Premiere des eigens für die Storm-Tagung erarbeiteten Tanztheaters „STORM“, das viele Themen und Motive der letzten Storm-Tagung wieder aufnimmt und zu einem faszinierenden Tanztheater verdichtet (siehe auch anschließender Bericht).

Am Sonntagvormittag, 14. September, soll „Der Schimmelreiter“ im Mittelpunkt stehen. Denn es sind zuletzt zwei neue Bücher zu Storms Klassiker erschienen: Zum einen die von Gerd Eversberg besorgte historisch-kritische Edition von Storms Novelle, zum anderen eine von Uwe Jess und Ute Helmbold erstellte Graphic-Novel-Fassung vom „Schimmelreiter“.

Ihren Abschluss findet die Tagung am Sonntagnachmittag mit einer Exkursion nach Schwabstedt, wo es nicht nur verschiedene Handlungsorte von Storm-Novellen zu besichtigen gibt, sondern neuerdings auch Schauplätze zu Tilman Spreckelsens Storm-Krimi „Nordseegrab“.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen (bis auf das Tanztheater und die Exkursion) ist frei. Auch Nicht-Mitglieder sind herzlich willkommen.

 

Schüler nähern sich dem Dichter auf tänzerische Weise

 

„Adieu, es ist Flut und Badezeit.“ Mit diesen Worten beendete Theodor Storm im Sommer oft seine Briefe. Nichts war ihm wichtiger, als das tägliche Bad im Meer oder zumindest ein frühmorgendlicher Gang hinaus an den Dockkoog. Dies ist nur ein Beispiel für eine zutiefst menschlich-nahe Begegnung mit dem berühmten Husumer Dichter.

30 Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen haben sich im vergangenen Schuljahr an der Hermann-Tast-Schule (HTS) mit ihren Lehrerinnen Kristina Moritz und Susanne Borchert auf den Weg gemacht, um Storm, dem Menschen, zu begegnen statt nur den „Schimmelreiter“ im Deutsch-Unterricht zu lesen. Welche Bedeutung hat Theodor Storm noch heute? Geht er uns etwas an?

Nach dem großen Erfolg des Tanztheater-Abends „Wintersongs“ im Februar 2013 wurde ein Storm-Tanztheater-Projekt entwickelt. Die heutige Lebenswelt mit der des Husumer Dichters im 19. Jahrhundert zu verbinden und jungen Menschen nahezubringen, ist ein sehr reizvolles Ziel.

Neben wunderbaren jungen Darstellern wird eines immer im Mittelpunkt stehen – das Werk des Theodor Storm. Genutzt wird jede Gelegenheit, die Dialoge mit Originalzitaten „zu spicken“. Eine spannende Rahmenhandlung, die eine Storm-Tagung im Jahr 2014 simuliert, inklusive zu Herzen gehender Liebesgeschichte sowie ein dramatischer Höhepunkt auf Leben und Tod, bilden die Grundlage für ausdrucksstarke Choreografien, die Kristina Moritz geschaffen hat. All das ist eine große Herausforderung für junge Menschen, die teilweise noch nie in ihrem Leben mit Bühnentanz zu tun hatten.

So laufen die Proben jetzt kurz vor der Premiere im Rahmen der Storm-Tagung auf Hochtouren. Alle Beteiligten freuen sich auf ein neugieriges Publikum, das den Dichter dieser Stadt noch einmal ganz neu kennenlernen möchte.

Mehr wird nicht verraten. „Ich muss schließen. Adieu, es ist Flut!“

 

Drei Aufführungen

„STORM – Das Tanz-Theater-Ereignis“ feiert am Sonnabend, 13. September, im Rahmen der Internationalen Tagung der Theodor-Storm-Gesellschaft Premiere. Aufgeführt wird das Stück ab 19.30 Uhr in der Aula der HTS. Dort kommt es anschließend noch zu zwei weiteren Vorstellungen: am Sonntag, 14. September, und am Montag, 15. September – Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf im Storm-Zentrum, Wasserreihe 31, und in der Schlossbuchhandlung, Schlossgang 10.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen