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Sanierungsgebiet Husum-Hockensbüll : Modell-Quartier für die Energiewende

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Verschiedene Optionen werden geprüft: Die Stadtwerke wollen im Neubaugebiet Hockensbüll eine zukunftsweisende Versorgung aufbauen. Ob es diese oder jene Art der erneuerbaren Energien oder ein Mix aus mehreren werden soll, steht noch nicht fest.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Der Stadtteil Hockensbüll wird saniert. Und unter Federführung der Stadtwerke werden im Dialog mit allen Beteiligten – Mietern, Hauseigentümern und Gewoba – Konzepte erarbeitet, wie das gesamte Quartier in Zukunft energieeffizient und so klimaneutral wie möglich gestaltet werden kann. Gisela Vidishiqi ist Mieterin in der Gewoba-Siedlung und begrüßt den Abriss des Altbestandes. „Die Eigentümer bauen bestimmt etwas Schönes“, sagt sie und freut sich schon auf den Einzug in die neue Mietwohnung in den geplanten Sonnenhäusern. Auch der eine Straße weiter wohnende Hauseigentümer Paul Balkowski begrüßt die Aktivitäten im Umfeld. „Ich hoffe allerdings, dass die Energiekosten im Zuge der geplanten energetischen Sanierung des Quartiers nicht steigen werden“, so der Rentner.

Während Bagger den Bauschutt auf dem Gelände der Gewoba wegräumen, versuchen die Stadtwerke, alle Chancen zur ganzheitlichen Erneuerung des Wohngebietes zu nutzen. „Wir wollen mit Hockensbüll zeigen, dass die Energiewende im Kleinen möglich ist. Wir wollen als Stadtwerke nicht nur Versorger sein und die notwendigen Strom-, Gas und Wasserleitungen sowie Breitbandkabel legen, sondern Konzepte erarbeiten, wie man Hockensbüll energieeffizient und im Zusammenspiel mit erneuerbaren Energietechnologien möglichst klimaneutral entwickeln kann“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Benn Olaf Kretschmann. Energieeinsparung und Wirtschaftlichkeit hätten höchste Priorität.

Hockensbüll könnte damit ein leuchtendes Vorbild für Sanierungsprojekte anderer Quartiere in ganz Norddeutschland sein, hofft Kretschmann. Und Husum würde dann – analog zur Windenergie – eine Vorreiterrolle übernehmen und seine Kompetenz in Kooperation mit den Akteuren der erneuerbaren Energien in Nordfriesland einmal mehr unter Beweis stellen. Um dies zu erreichen, haben die Stadtwerke in einem Ausschreibungsverfahren die Kieler Agentur IPP ESN Power Engineering beauftragt, für den gesamten Stadtteil – privater Altbestand, Liegenschaft des Bundes sowie Gewoba-Neubaugebiet – ein zukunftsweisendes Energie-Konzept mit mehreren Optionen zu erarbeiten. Die Stadt begrüßt diese Initiative ausdrücklich, hat dafür Fördergelder bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Innenministerium über die Investitionsbank Schleswig-Holstein beantragt und trägt 15 Prozent der Konzeptions-Kosten.

Ende Oktober sollen die beauftragten Energieexperten ihre Entwürfe vorlegen. „Für die Konzeption einer energetischen Komplettsanierung eines ganzen Quartiers ist das zwar ein sehr ehrgeiziger Zeitplan“, räumt Michael Knitter, Prokurist und Projektleiter der IPP ESN, ein. „Ich bin aber überzeugt davon, dass es gelingt, wenn alle Beteiligten zusammenarbeiten. Wir wollen für alle das Bestmögliche herausholen.“ Entscheidend sei für ihn, den Primärenergieverbrauch deutlich zu senken: „Wir untersuchen zunächst den Ist-Zustand und halten uns die Wahl für diese oder jene erneuerbare Energie oder den Mix mehrerer Quellen noch offen.“

Bei einer Auftaktveranstaltung am Montag, 2. Juni, ab 19 Uhr im Tagungsraum „Altes E-Werk“ auf dem Gelände der Stadtwerke, Am Binnenhafen 3, werden alle Eigentümer und Mieter über das Vorhaben informiert. Alle an der Idee der „Hockensbüller Energiewende“ Interessierten sind ebenfalls willkommen.

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