Erfindung aus SH : Mobiles Solarsegel: Husumer planen Start-up mit Sonne im Gepäck

<p>Drei Husumer Gymnasiasten machen mit ihrer Idee die Solarenergie portabel – und wollen dafür ein eigenes Unternehmen gründen.</p>

Drei Husumer Gymnasiasten machen mit ihrer Idee die Solarenergie portabel – und wollen dafür ein eigenes Unternehmen gründen.

Drei Husumer Gymnasiasten machen mit ihrer Idee die Solarenergie portabel – und wollen dafür ein eigenes Unternehmen gründen.

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27. März 2017, 13:00 Uhr

Husum | Man muss nicht siegen, um zu gewinnen: Mit ihrem Projekt „Everload – von der Sonne ins Rad“ haben die drei Schüler des Hermann-Tast-Gymnasiums Melf Boe (17), Melf Kammann (17) und Bennet Meyer (18) zwar „nur“ Platz drei beim diesjährigen Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ geschafft. Aber die Idee, mit Hilfe eines auf dem Gepäckträger transportierten, eingerollten Solarsegels die Batterie von E-Bikes unabhängig von Ladestationen überall aufzuladen, wo immer das Fahrrad abgestellt wird, hat auf der Messe New Energy sehr viel Beachtung gefunden. Und jetzt wollen die drei Abiturienten mit einer Weiterentwicklung ihrer Idee ein eigenes Start-up-Unternehmen gründen.

„Das Rad ist jetzt nur noch ein Anwendungsbereich unter vielen“, erklärt Kammann. „Da das Modul vielseitig einsetzbar ist, wollen wir das Projekt unter dem Stichwort ,Solarenergie transportabel machen‘ weiterführen.“ Denn viel Platz nimmt der Zylinder, in dem das Sonnensegel verstaut ist, nicht weg: „Den können zum Beispiel auch Camper oder Sportschiffer nutzen, um unterwegs ihr Handy oder andere Geräte aufzuladen“, so Boe. Die Idee sei auf der Messe entstanden. „Da sagten Leute an unseren Stand: Ich habe kein E-Bike, aber so etwas könnte ich auf meinem Segelboot gut gebrauchen“, ergänzt Meyer.

Rückkopplung hätten sie auf der New Energy auch von großen Firmen aus dem Bereich Elektromobilität erhalten. „Die kamen auf uns zu und wir haben uns natürlich auch selbst auf der Messe umgesehen“, sagt Boe. Und Kammann erklärt: „Wir haben nach Herstellern für die flexiblen Solarbahnen gesucht, die wir für unsere Module brauchen. Aber die werden bis jetzt noch gar nicht produziert.“

Bleibt die Gründung des eigenen Start-up-Unternehmens. „Wir machen schon bei einigen Wettbewerben mit, bei denen es Start-up-Kapital zu gewinnen gibt“, so Boe. Fördermittel vom Staat gebe es für derartige Projekte auch, und Crowdfunding sei ebenfalls eine Möglichkeit, die Anschubfinanzierung sicherzustellen. „Der Green-Tec-Campus Enge-Sande hat bereits die Ansiedlung der Produktion auf seinem Areal angeboten“, sagt Lehrer Thomas Adler, der die Arbeit der Schüler schon für „Jugend forscht“ betreut hat. Und Beiträge von Sponsoren, darauf weisen die drei Tüftler hin, seien natürlich immer gern gesehen.

„Jetzt müssen wir aber erst einmal einen richtigen Prototypen bauen“, sagt Kammann. Das ursprünglich konstruierte Modul müsse so transformiert werden, dass es auch universell einsetzbar ist. „Das Gehäuse muss entsprechend gestaltet werden, alles muss wasserfest sein und bequem tragbar“, umreißt Boe die vor den dreien liegenden Aufgaben. Und der bereits bestehende Gebrauchsmusterschutz für die Verwendung am E-Bike wird natürlich auch ausgeweitet.

Zunächst stehen allerdings die Abitur-Prüfungen an. Und die ersten Schritte in den Beruf: Melf Boe macht eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker bei Stonehenge-Pro-Audio in Husum, Kammann nimmt in Kiel ein Duales Studium zum Diplom-Finanzwirt auf und Meyer ein Mechatronik-Studium im dänischen Sonderburg. Was alles perfekt für das Start-up zusammenpasst und auch so genutzt werden soll. Denn über eines sind sich alle drei einig: „Wir planen auf jeden Fall, unser Projekt auch weiterhin gemeinsam voranzutreiben.“

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