Multimar Wattforum : Mittendrin in einem Stück Naturerbe

Durch einen Tunnel zu krabbeln und  dabei in die faszinierende Meereswelt einzutauchen, ist  für Kinder ein Erlebnis.
Durch einen Tunnel zu krabbeln und dabei in die faszinierende Meereswelt einzutauchen, ist für Kinder ein Erlebnis.

Das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning feiert seinen 15. Geburtstag. Dazu gibt es am 12. Juli ein großes Sommerfest. Seit ihrer Eröffnung zählte die Einrichtung fast 2,7 Millionen Gäste.

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09. Juli 2014, 12:00 Uhr

Unter dem Motto „Den Nationalpark Wattenmeer mit allen Sinnen genießen“ wird der 15. Geburtstag des Nationalpark-Zentrums „Multimar Wattforum“ am Sonnabend (12. Juli), von 12 bis 18 Uhr, groß gefeiert. Mitmachen und Ausprobieren ist dann angesagt. Und Kinder und Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr haben sogar freien Eintritt.

Sechs „Treffs“ mit vielen Stationen drinnen und draußen erwarten die Besucher. An der „Hör-Bar“ können Wal- und Vogelstimmen zugeordnet und Musikinstrumente aus Meeresmüll gefertigt werden. An der „Ess-Bar“ wird der schnellste Krabbenpuler gesucht. An der „Riech-Bar“ ist zu entdecken, wie das Meer riecht. An der „Fühl-Bar“ gibt es kleine Schätze im Sand zu entdecken. Die „Sicht-Bar“ lässt Raum für Kreatives, so werden zum Beispiel Meerestiere aus Filz hergestellt. Auch für handwerklich Begeisterte ist viel zu tun. An der „Bau-Bar“ geht es um Lahnungen und Gäste engagieren sich, indem sie ein Mahnmal gegen Meeresverschmutzung entstehen lassen.

Es ist eine stolze Bilanz: Das Nationalpark-Zentrum für das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer hat sich in 15 Jahren zu einer außergewöhnlichen touristischen Attraktion in Schleswig-Holstein entwickelt. 3125 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 500.000 Liter Wasser in der Aquarienanlage und knapp 2,7 Millionen Gäste seit der Eröffnung im Juni 1999, darunter auch Prinzessin Sirindhorn von Thailand sowie Delegationen aus zahlreichen Ländern, wie der Mongolai, aus Korea, Honduras, Ecuador und Costa Rica.

Alle fünf Jahre neue Akzente setzen: Das gehört zum Konzept für das Wattforum. So folgte 2003 die Erweiterung um das Walhaus. Auch wenn die Gefahren für die großen Meeressäuger heute nicht mehr hauptsächlich vom Walfang ausgehen, so ist die gravierende Verschmutzung der Meere bis hin zu Lärm bedrohlich für die Tiere. Hauptgrund, die Wal-Ausstellung zu konzipieren, war die Errichtung des Schutzgebietes für Schweinswale vor Sylt im Jahr 1999. Den Mittelpunkt der Präsentation bildet ein Pottwal, der 1997 vor der dänischen Insel Rømø gestrandet war. 2013 kam ein neues Zwergwalskelett dazu, so dass der Unterschied zwischen Barten- und Zahnwalen anschaulich deutlich wird. Seit 2008 gibt es noch ein Großaquarium, und im Winter 2013/2014 konnte die Wattenmeer-Ausstellung rundum erneuert werden.

In 37 Aquarien wird die Unterwasserwelt des Wattenmeeres und der Nordsee gezeigt: mit mehr als 280 Arten von Fischen, Krebsen und Muscheln. Viele der Tiere werden im Multimar aufgezogen, wie Seepferdchen, die im Watt als ausgestorben gelten. Vielleicht waren sie dort auch nie heimisch.

Deshalb war es etwas Besonderes, als erstmals im Oktober 2001 ein heimischer Fischer ein Seepferdchen vorbeibrachte. Im Juli 2003 kam ein zweites dazu. Und im Sommer 2007 gingen gleich vier Seepferdchen ins Netz: drei Weibchen und ein Männchen, gefangen vor Friedrichskoog, vor Pellworm und vor der Eidermündung. Vermutlich waren sie mit der Strömung aus dem Ärmelkanal dorthin getrieben worden. Im September 2004 gelang den Aquarianern im Wattforum erstmals die erfolgreiche Nachzucht von Seepferdchen. Im Abstand von einigen Jahren werden seitdem in dem Nationalpark-Zentrum immer wieder Seepferdchen aufgezogen.

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