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Tag für Menschen mit Behinderungen : Mit und ohne Handicap am Start

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sport, aber auch Spiel und Spaß standen im Mittelpunkt eines Festes, das Husumer Soldaten mit einigen Hundert behinderten Menschen feierten. Die Flugabwehrraketengruppe 26 hatte dazu eingeladen.

Rund 500 Menschen mit Behinderung genossen gestern einen abwechslungsreichen Sport- und Spieletag auf dem Gelände der Fliegerhorstkaserne. Dieses Fest findet seit mehr als 15 Jahren stets in der letzten Ferienwoche statt. Anfangs wurde es noch in der Julius-Leber-Kaserne ausgerichtet, doch schon bald übernahm die Flugabwehrraketengruppe 26 die Verantwortung dafür. Damals wie heute bestehen Sinn und Zweck des Ereignisses in der direkten Begegnung von Menschen mit und ohne Handicap.

Drei starke Partner geben der Veranstaltung ein stabiles Fundament: die Bundeswehr, die Husumer Werkstätten und die Ausbildungswerkstatt der Luftwaffe. Für den Kommandeur der Flugabwehrraketengruppe 26, Oberstleutnant Andreas Noeske, war es in diesem Jahr das erste Fest dieser Art, für Einrichtungsleiter Okke Peters das zweite, während Ausbildungsleiter Michael Böhm schon viele Jahre dabei ist. Er weiß, dass die Planung etwa drei Monate vorher in eine heiße Phase kommt, in der sich die Organisatoren regelmäßig treffen müssen, damit am Tag selbst alles rund läuft. Gemeinsam können sie auf einen Helferstab von rund 250 Männern und Frauen bauen. Das fleißige Helfer-Team kümmert sich um die gesamte Logistik und die Verpflegung sowie um die Betreuung der Teilnehmer an den Sport- und Spielgeräten, die in der Ausbildungswerkstatt gebaut werden. Die Vorbereitungen sind also umfangreich und wenn dann das Fest wegen Regens ausfallen muss, ist die Enttäuschung bei allen riesig – so geschehen im vergangenen Jahr.

Zur Freude aller waren die Wetterbedingungen in diesem Jahr perfekt: Es war trocken, aber nicht heiß, so dass sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wohlfühlten. Viele sind auf den Rollstuhl angewiesen oder durch körperliche Behinderung in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, andere sind aufgrund des Down-Syndroms oder einer geistigen Erkrankung gehandicapt. Eines haben aber alle gemeinsam: Spaß an der Bewegung und am Spiel, und das war an jeder einzelnen Station spürbar: „Ich freu’ mich auf alles“, strahlte zum Beispiel Gernot Lüdemann (25), während er vor dem Nagelspiel anstand. Mit dem Hammer hantieren, das kann er. Und danach? „Kartoffelrollen und Dosenwerfen?“, überlegte er aufgeregt. Sein Ziel und das aller anderen war es, möglichst viele Punkte zu sammeln, um am Ende vielleicht einen Platz auf dem Siegertreppchen zu ergattern. Was Gernot besonders gefällt: „Alle jubeln mit, wenn ich einen guten Treffer lande“, sagte er lachend. Und natürlich werden auch die sportlichen Erfolge der Leichtathleten lautstark gefeiert. Über so eine Anerkennung freuen sich die Rollstuhlfahrer beim 50-Meter-Sprint ebenso wie die Kicker beim abschließenden Fußballturnier. Mit den bunt gemischten Teams zählt es jedes Mal zu den besonderen Höhepunkten.

An diesem Sport- und Spieletag in der Kaserne schätzt Andreas Noeske vor allem das „spontane und stets ehrliche Feedback“, das auch die Soldaten von den gehandicapten Menschen erfahren: „Sie zeigen ihre Freude und ihre Dankbarkeit auf eine sehr herzliche Weise, und das ist besonders für unsere jungen Soldaten eine tolle Erfahrung“, weiß er. Einig ist er sich mit Okke Peters und Michael Böhm darin, dass die Wirkung des Festes den Aufwand allemal rechtfertigt: „Die Veranstaltung ist ein Mehrwert für uns alle“, brachte es der Kommandeur auf den Punkt.

 

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