zur Navigation springen

Selbst ist das Kind in Hattstedt : Mit Schere, Nadel und Faden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Jungen und Mädchen haben im OK-Treff Hattstedt aus Altkleidern Neues geschneidert. Im Rahmen des Fashion Art Projekts der Aidshilfe Nordfriesland und des Jugendzentrums versuchten sie sich als Modedesigner. Zum Abschluss gab es eine große Modenschau.

Ihre Kreativität haben die Kinder und Jugendlichen, die regelmäßig im OK-Jugendtreff Hattstedt ein- und ausgehen, unter Beweis gestellt. Sie machten beim Fashion Art Projekt der Aidshilfe Nordfriesland mit. Viele eroberten sich dabei ein völlig neues Terrain: selbst Mode gestalten. Diplom-Sozialpädagogin Katrin Samulowitz von der Aidshilfe und OK-Treff-Leiterin Beate Jensen-Holthusen nahmen die jungen Modedesigner unter ihre Fittiche. Fantasie war gefragt, als es galt, aus alten Klamotten oder anderem Material, das sonst für den Altkleider-Container oder die Mülltonne bestimmt gewesen wäre, fesche Kleidungsstücke selbst zu schneidern.

Der gemeinnützige Verein wäre nicht mit im Boot gewesen, wenn nicht auch das Thema Aids eine Rolle gespielt hätte. In lockerer Form erklärte die Fachfrau alles über die gefährliche Krankheit und ihre Folgen sowie die Möglichkeiten, sich im Vorwege zu schützen. Ein spannend gestalteter Film ließ die mehr als 20 Teilnehmer des Projektes für eine halbe Stunde mucksmäuschenstill werden. Er zeigte eindrucksvoll die Folgen einer Infektion, was danach zu tun ist und an wen sich jeder vertrauensvoll wenden kann, eben auch an die Aidshilfe NF. Mit den Größeren besprach die Diplom-Sozialpädagogin den richtigen Umgang mit Kondomen und Verhütungsmethoden. „Prävention ist wichtig. Nichts ist schlimmer, als Halbwissen oder gar kein Wissen zu haben“, so ihr Credo. Die Aufklärungsarbeit sei nicht umsonst mit dem Entwerfen von eigenen Kleidungsstücken verbunden. „Hier können Mädchen und Jungen auch ein Stückchen eigene Identität finden, nämlich ihre Geschlechterrolle. Sie sollen sich ausprobieren. Ein Junge darf auch mal erfahren, wie es sich anfühlt, ein Kleid zu tragen“, so Katrin Samulowitz.

Hoch motiviert gingen die Beteiligten ans Werk. Dabei standen in der Regel neueste Modetrends Pate. So zauberten sie Taschen aus verschiedenen Materialien, wie Plastiktüten, oder häkelten aus Wolle bunte Mützen. Die meisten der Mädchen entwarfen ihre Kleider zunächst auf dem Papier. Dabei standen ihnen nicht nur die OK-Treff-Leiterin sowie Projekt-Chefin hilfreich zur Seite, sondern auch Praktikantin Mareike Kujawski, einige Mütter sowie die Schriftführerin im Förderverein OK-Jugendtreff, Elke Doßmann. Eltern und Sponsoren aus dem Dorf, nicht zuletzt Akteure aus dem Förderverein, organisierten Nähmaschinen und Material. „Ich bin stolz auf euch“, spornte Jensen-Holthusen an. Fördervereins-Chef Jörgen Bruhn war „hin und weg“. „Einfach klasse was hier entsteht. Wie konzentriert die Kinder und Jugendlichen bei der Sache sind“, staunte Bruhn.

Zu guter Letzt kam noch einmal richtig Hektik und Lampenfieber auf. Die jungen Akteure wollten ihren Eltern, Großeltern und Gästen zeigen, was sie erarbeitet hatten. Sie überraschten mit einer Modenschau. Wie die „Laufsteg-Queens“ der Welt bewegten sie sich auf der Bühne des Jugendzentrum (JuZ) Altes E-Werk in Breklum zu fetziger Musik. Die Räume hatte der Leiter Thomas Lötzsch spontan auf Nachfrage seiner Kollegin zur Verfügung gestellt. Ganz nebenbei lernten sich die Kinder und Jugendlichen beider Treffpunkte kennen. Die Gegeneinladung nach Hattstedt war ein Selbstläufer.

Unter die Zuschauer hatten sich auch Hattstedts Schulverbandsvorsteherin Christel Schmidt und Gemeindevertreterin Sandra Milke gemischt. „Tolles Projekt“, so Sandra Milkes Kommentar. „Ich bin fasziniert, was da alles entstanden ist“, sagte Christel Schmidt. Weitere Info zum Jugendzentrum unter www.ok-treff-hattstedt.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen