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Polizei im Kampf ums Eigene Strandmobil : Mit sattem Sound auf Einsatzfahrt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Er ist Hingucker und Dienstfahrzeug zugleich, der Polizei-Buggy in St. Peter-Ording. Seit 1999 ist der ungewöhnliche Streifenwagen im Dienst. Jetzt soll er ausgemustert werden. Doch die Polizisten wollen um das Spaßmobil mit der Blaulicht-Lizenz kämpfen.

Man(n) begegnet Janina Anders mit einem Lächeln. Für die 23-Jährige ist das aber nicht selbstverständlich. Denn wenn die Polizeimeisterin im Einsatz ist, wirken ihre Uniform und das Dienstfahrzeug für manchen Badegast eher Respekt, sogar Angst einflößend. Das Auto mit dem sie und ihr Kollege Jakob Hemke (19) jedoch in der wohl größten Sandkiste des Landes – am zwölf Kilometer langen Strand von St. Peter-Ording – unterwegs sind, sorgt seit drei Jahren für freundliche Gesichter bei Touristen und Einheimischen: ein uriger Polizei-Buggy mit Martinshorn und Blaulicht. Doch nun droht dem Spaßmobil mit offizieller Lizenz zur Streifenfahrt das Aus.

Seit 1999 ist der Polizei-Buggy im Einsatz und sorgt überall für Aufsehen. Er wurde zunächst von der Polizeizentralstation Schönberg an der Ostsee über Sponsoren erworben und zum offiziellen Dienstfahrzeug mit Martinshorn, Funkgerät und Blaulicht umgerüstet. Danach war es als Fahrzeug im Präventionsdienst im Einsatz. Seit einigen Jahren wird das silberblaue Vehikel Baujahr 1979 sogar landesweit im Rahmen der polizeilichen Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. „Der Nutzen des Fahrzeugs ist sehr schnell erkannt worden“, sagt Frank Dittelbach (56). Der Hauptkommissar und Leiter der Polizeistation St. Peter-Ording entdeckte das Fahrzeug zufällig bei einem Blaulichttag in der Nachbargemeinde Tönning und stellte daraufhin den Antrag, den Buggy am Strand von St. Peter-Ording einsetzen zu dürfen. Das war vor drei Jahren. Seitdem gehört der Polizei-Buggy in den Sommermonaten zum St. Peteraner Strand wie die bekannten Pfahlbauten. „Überall, wo wir mit dem Buggy auftauchen, gehen die Mundwinkel hoch“, sagt Dittelbach und tritt aufs Gaspedal des Buggy. Ein satter Sound ertönt aus dem VW-Käfer-Motor. Innerhalb kürzester Zeit versammeln sich Menschen um ihn und das Vehikel herum. „So ist das immer“, sagt Dittelbach. „Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit gibt es fast nicht.“ Doch obgleich er nicht so aussieht, ist der Buggy in die Jahr gekommen. Und da die Reparaturkosten zu hoch sind, will die Landespolizei das allseits beliebte Fahrzeug aus dem Dienst nehmen – zumal es auch den „Arbeitsplatz“ eines regulären Dienstwagens blockiert. „Es ist aber im Interesse aller, das Fahrzeug zu erhalten“, betont Dittelbach. Doch wie?

Sicherlich würde es Sponsoren geben, die die anstehende Reparatur übernehmen würden. Doch ein Sponsoring der Polizei ist nicht möglich, sagt der Hauptkommissar. Vielleicht übernimmt aber auch ein Verein das Fahrzeug. Dieser könnte den Buggy dann der Polizei zur Verfügung stellen, betreibt Dittelbach Gedankenspiele. Derzeit würde vieles überprüft und nach Möglichkeiten gesucht, den Buggy im Polizeidienst zu halten. Auch in sozialen Netzwerken werben St. Peteraner und Fans des besonderen Autos um seinen Verbleib im Badeort. „Unser allseits beliebter Strand-Buggy soll aus dem Dienst genommen werden. Wir wollen alles Erdenkliche dagegen tun. Bitte helft alle mit, dass wir ihn retten“, heißt es in einem Aufruf.

Sollte der Buggy in den nächsten Monaten aber dennoch ausgemustert werden, ist seine Zukunft ungewiss. Denn sein ehemaliger Besitzer hat ihn der Polizei nur unter der Bedingung zur Verfügung gestellt, dass er nach Außerdienststellung dem Volkswagen-Museum in Wolfsburg übergeben wird. „Das ist aber nur mündlich vereinbart worden“, weiß Dittelbach.

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erstellt am 21.Aug.2013 | 15:53 Uhr

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