Husums Finanzen : Mit Rekordhaushalt ins Jahr 2018

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Das Stadtverordnetenkollegium beschließt auf der letzten Sitzung im Jahr den Etat und den Stellenplan der Verwaltung.

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16. Dezember 2017, 10:00 Uhr

Einen Rekordhaushalt für 2018 konnte das Stadtverordnetenkollegium auf seiner letzten Sitzung in diesem Jahr verabschieden: „Wir haben erstmals die Grenze von 60 Millionen Euro durchbrochen“, sagte SPD-Fraktionschef Horst Bauer und wies zugleich darauf hin, dass durch diesen Etat die „größte und bedeutendste Weichenstellung für die nächsten Jahre“ stattfinden würde: „Damit macht sich Husum fit für die Zukunft.“ So hatte sich zuvor auch Bürgermeister Uwe Schmitz ausgedrückt: „Der Haushalt ist bestimmt von den Gewerbesteuer-Mehreinnamen der vergangenen beiden Jahre – und wir starten mit ihm ein Investitionsprogramm, dass das Gesicht der Stadt nachhaltig prägen wird.“ Beide waren sich aber einig darin, dass die fetten Jahre nun vorbei seien: 2018 sei ein Minus von 1,8 Millionen Euro im Stadtsäckel zu erwarten und 2019 sogar eines von 2,9 Millionen Euro. „Aber die Mittel zum Ausgleich liegen schon auf der hohen Kante, also keine Sorge“, so der Bürgermeister. Ab 2020 gebe es wieder eine reguläre Etatstruktur. „Wir müssen in den dann folgenden Haushaltsjahren wieder aufpassen.“ Denn dem Rekord-Investitionsprogramm von 63 Millionen Euro für 2018 bis 2021 stehe eine Rekord-Verschuldung von 25 Millionen Euro im selben Zeitraum gegenüber.

Auch CDU-Finanzexperte Ralf Fandrey hob den Zwang zur Haushaltskonsolidierung hervor, obwohl für 2018 wieder ein Etat ohne neue Kreditaufnahme geschafft sei. „Wir zehren jedoch unsere Liquidität auf und müssen künftig wieder genau hinschauen, wo das Geld verwendet wird.“ In dieselbe Kerbe hieb Helmut Stemke (WGH): „Was muss, was soll, was kann – das hat der Leitfaden für die Zukunft zu sein“, sagte er und erinnerte am Beispiel des geplanten Hallenbad-Neubaus daran, dass jede Investition auch Folgekosten für den Betrieb verursache. Peter Knöfler (SSW) hatte ebenfalls das neue Bad im Auge und warnte: „Ob wir uns das wie geplant leisten können, ist von den Fördergeldern dafür abhängig. Wenn wir die nicht bekommen, müssen wir alles überdenken.“ Grünen-Fraktionschef Frank Hofeditz bekannte dagegen: „Mir macht dieser Haushalt Spaß. Mit den eingestellten Mitteln für Schulen und Kitas leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge. Und dass die freiwilligen Leistungen dieses Mal kein Zankapfel waren, ist besonders schön.“ Der Rekord-Etat wurde einstimmig beschlossen.

Zuvor hatte der Stellenplan der Verwaltung auf der Tagesordnung gestanden, der ebenfalls ohne Gegenstimme gebilligt wurde. „Die Vorlage mit ihren insgesamt 3,43 neuen Stellen spiegelt die wachsende Stadt Husum wieder“, sagte Hofeditz, und CDU-Fraktionschef Christian Czock sekundierte: „Wir brauchen diese Stellen.“ Zwar liege die Steigerung über der der vergangenen Jahre: „Aber die Politik hat Beschlüsse gefasst, die abgearbeitet werden sollen – und dann müssen wir auch dafür sorgen, dass das personell umgesetzt werden kann“, befand Bauer. Das gelte besonders für das Bauamt. Dass die 1,5 neuen Stellen dort jedoch auf fünf Jahre befristet seien, werde es schwer machen, gute Bewerber zu finden, fürchtete Knöfler. Immerhin sei aber der Anstoß zu diesen Stellen aus der Politik selbst gekommen, stellte WGH-Fraktionschef Reimer Toder fest.

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