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Jäger im Einsatz : Mit Reflektoren gegen Wildunfälle

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nordfrieslands Jäger haben bereits 11.000 blaue Prismen am Straßenrand angebracht. Mit Erfolg, denn die Zahl der Kollisionen mit Reh und Co. nimmt spürbar ab.

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2014 | 13:00 Uhr

Wer schon einmal ein Kaninchen oder ein Reh vor der Motorhaube hatte, weiß um die Gefahr: Nach der Schrecksekunde bleibt kaum noch Zeit, richtig oder überhaupt noch zu reagieren. Wildunfälle sind auch in Nordfriesland an der Tagesordnung. Mit großem Einsatz bemüht sich deshalb die Kreisjägerschaft Nordfriesland darum, ihre Zahl durch Präventionsmaßnahmen zu senken.

Ehrenamtlich haben die organisierten Jäger von 2012 bis 2014 rund 11.000 blaue Reflektoren an den Straßenbegrenzungspfählen ihrer Reviere befestigt. Die blauen Prismen nehmen das weiße Scheinwerferlicht der Kraftfahrzeuge auf und reflektieren den blauen Anteil nach links und rechts. „Da die Farbe Blau in der Natur nicht vorkommt und vom Wild besonders intensiv wahrgenommen wird, erschrecken die Tiere und kehren um oder bleiben zumindest stehen, so dass der Autofahrer sie früher erkennen kann“, sagt Pressesprecher Kurt-Werner Jessen. „Im Herbst ist es immer besonders gefährlich: Am frühen Morgen und am späten Abend überqueren viele Wildtiere die Straßen, um Futter oder Partner zu suchen.“

Rund 54.000 Euro haben die 1.566 Mitglieder der Jägerschaft in die Aktion investiert. Der Aufwand hat sich gelohnt: Eine Befragung der Revierinhaber ergab, dass die Zahl der Unfälle mit Reh-, Dam- und Rotwild um bis zu 85 Prozent zurückging. Das entspricht den Ergebnissen eines vierjährigen Forschungsprojekts des ADAC und des Deutschen Jagdverbandes.

Im Zuge ihrer Kampagne hat die Kreisjägerschaft der Verkehrsbehörde des Kreises Nordfriesland nun ein Faltblatt mit näheren Informationen zum Thema Wildunfälle zur Verfügung gestellt. „Wir unterstützen diese Aktion gern und geben es an die Bürger weiter, die bei uns ein Fahrzeug anmelden oder ihren Führerschein in Empfang nehmen“, so der Leiter der Verkehrsaufsicht, Arno Kausch.

Die Jäger haben sich vorgenommen, noch weitere Reflektoren anzubringen. „Wir können jedoch nicht jeden Meter Straße schützen – und am Tage wirken sie ohnehin nicht“, betont Jessen. Deshalb ruft er alle motorisierten Verkehrsteilnehmer zu vorsichtigem Fahren auf.

Mehr als eine Million Mal pro Jahr kollidiert auf Deutschlands Verkehrswegen ein Auto mit einem wilden Tier. Zusammenstöße mit Fuchs, Dachs oder Hase enden für die Tiere tödlich, für Fahrer und Autoinsassen meist glimpflich. Doch Kollisionen mit Reh-, Dam- oder Rotwild bringen auch Menschenleben in Gefahr. Die bundesweite Bilanz 2012: rund 200.000 Unfälle, 20 Tote, 615 Schwerverletzte sowie etwa eine halbe Milliarde Euro Versicherungsschaden.

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