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Husumer Nachrichten

24. Oktober 2017 | 11:40 Uhr

Husum : Mit Mini-Raketenantrieb zum Sieg

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der zwölfjährige Kjell Vagt hat den Egg-Race-Wettbewerb 2017 der Husumer Hermann-Tast-Schule gewonnen. Unterstützt hatte den jungen Tüftler sein Großvater.

Wenn man Backpulver mit Essig mischt, entsteht Kohlendioxid. Dieses Experiment ist bei Tüftlern und neugierigen Jugendlichen längst bekannt. Doch wie bringt man ein Fahrzeug mit diesem Gas in Bewegung?

Diese Aufgabe mussten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis acht der Hermann-Tast-Schule meistern. Ihre Aufgabe während des diesjährigen Egg-Race-Wettbewerbes bestand darin, ein Fahrzeug zu entwickeln, das mit Backpulver und Essig als Brennstoff auf eine möglichst lange Reise geschickt werden kann. Zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich dieser Herausforderung gestellt.

Der Wettbewerb wurde dann spannend wie ein Krimi. Gavin Wittig war der Erste am Start. Das Gefährt des Zwölfjährigen legte immerhin
15 Meter zurück. Der Gymnasiast hatte eine Art kleine Rampe gebaut, die durch einen mit Kohlendioxid gefüllten Luftballon in die Höhe gedrückt wurde. Somit bekam das aus zwei CD und einer Papierrolle zusammengesetzte Fahrzeug Schwung. So schien es gleich am Anfang, als wäre das Rennen bereits gelaufen.

Es dauerte eine Weile, bis sich die Konkurrenz von dem Schreck durch diesen starken Einstieg erholt hatte. Jasper Odin Bader war der Nächste an der Startlinie. Mit einem Video konnte er der Jury nachweisen, dass er sein Gefährt selbst zusammengeschweißt hatte.

Es handelte sich um ein etwa 30 Zentimeter langes Wasserrohr, das an beiden Seiten Gashahnverschlüsse aufwies. In diesem verschlossenen, engen Rohr befand sich das Gasgemisch und auf dem Rohr ein kleines Fahrzeug. „Wenn ich den Gashahn öffne, entweicht der Druck und schickt das Fahrzeug auf die Reise.“ So lautete der Plan des jungen Tüftlers. Doch mit etwas mehr als 13 Metern reichte es dann doch nicht für den ersten Platz.

Mit einer Seelenruhe machte sich Kjell Vagt ans Werk und setzte sein Leichtfahrzeug vor die Start-Kreidelinie auf dem Fußboden der Schulaula. In ein Kunststoffrohr schüttete er den Inhalt von zwei Backpulvertüten, wie es die Spielregeln erlaubten, und gab noch Essig hinzu. Schnell verschloss der junge Erfinder dieses „Pulverfässchen“ an seinem Fahrzeug und setzte es an eine Holzrampe. Mit einem lauten Knall schoss das Gefährt los – quer durch die ganze Aula und einen Flur entlang raste es und kam erst nach 36,57 Metern zum Stehen.

Damit setzte sich der Zwölfjährige an die Spitze. „Mein Opa hat mir dabei geholfen“, verriet er freudestrahlend. „Wir haben im Internet recherchiert und sind dabei auf einen Raketenantrieb mit Backpulver und Essig gestoßen“, erklärte Henning Vagt. „Aber mein Enkel hat das Ganze ausgetüftelt – er ist der Sieger“, stellte der Großvater klar.

Den zweiten Platz belegte am Ende Gavin Wittig gefolgt von Jasper Odin Bader. Sie durften sich den Geldpreis in Höhe von 500 Euro teilen. Doch die Jury mit Nils Bücker, Sarah-Jane Miltkau und Friedrich Twenhöven vergab noch drei weitere Sonderpreise. So ging ein Preis für die beste Konstruktion an Nis Trede und Arne Paulsen, der Sonderpreis für die beste technische Lösung an Tammo Schulz und für Ästhetik an Lana Maj Schwarz.

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