100 Jahre Husumer Sportvereinigung : Mit großen und mit kleinen Bällen

Dieter Schleger (l.) und Klaus Kasparek vor dem A-Spielfeld des Vereins.
Dieter Schleger (l.) und Klaus Kasparek vor dem A-Spielfeld des Vereins.

Fußball ist die Hauptsparte der Husumer Sportvereinigung – aber es gibt auch eine sehr rührige Tischtennis-Abteilung.

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12. September 2018, 13:59 Uhr

Die Husumer Sportvereinigung wird im Dezember 100 Jahre alt. In einer dreiteiligen Serie befassen wir uns heute im zweiten Teil mit der Gegenwart der HSV und den „Machern“ an ihrer Spitze. In der letzten Folge blicken wir auf die Zukunft des Vereins.

„Eigentlich bin ich ja eines der jüngsten Mitglieder – zumindest was die Zugehörigkeit angeht“, sagt Klaus Kasparek, der erste Vorsitzende der Husumer Sportvereinigung, lachend. Tatsächlich wurde der gebürtige Gelsenkirchener vor sechs Jahren vom sportlichen Leiter des Vereins, Dieter Schleger, direkt für den Vorsitz „eingekauft“: „Die HSV war schon zwei Jahre ohne Vorsitzenden, und er fragte mich, ob ich das nicht machen könnte“, erzählt der 69-jährige Ruheständler Kasparek, der seit 1980 in Husum wohnt und vorher beim TSV Mildstedt war. „Ich fand die Herausforderung reizvoll und den Verein und dessen Mitglieder sehr sympathisch.“ Der Vorstand fand die Personalie gut, die Mitglieder ebenfalls und im Januar 2012 war der neue Vorsitzende installiert.

Was dem Verein, der 1994 aus der Fusion des Husumer Sportvereins Frisia von 1925 und dem Husumer Fußballverein von 1918, kurz Husum 18, hervorgegangen ist und dank letzterem im Dezember seinen 100. Geburtstag feiern kann, offenbar sehr gut getan hat: „Wir können sportliche Erfolge feiern – und das Budget ist auch ausgeglichen: Wir haben zur Zeit keine langfristigen finanziellen Verpflichtungen“, sagt der gebürtige Danziger Schleger. Der 74-jährige frühere Unternehmer ist ein Urgestein des Vereins und war seit seiner Ankunft in Husum 1945 lange Zeit selbst als Fußballer bei Husum 18 erfolgreich. Aktuell zählt die HSV 550 Mitglieder, von denen 70 Erwachsene und 260 Jugendliche aktiv Fußball spielen.

„Zur Zeit sind zwei Herrenmannschaften aktiv. Die erste spielt in der Landesliga und ist dort Tabellenführer, die zweite in der Kreisliga“, so der sportliche Leiter weiter. Die Spieler der dritten Herrenmannschaft, des ehemaligen Flüchtlings-Teams „NordHafen“, seien nach zweijähriger Aktivität komplett in den Verein und die beiden ersten Herrenmannschaften integriert worden. Die Altliga-Mannschaft bestreite regelmäßig Freundschaftsspiele. „Und in der Saison 2918/19 stellt die HSV zwölf Jugendmannschaften von der G- bis zur A-Jugend, wobei letztere in der Landesliga vertreten ist.“ Das sei nicht zuletzt den hochmotivierten Trainern zu verdanken. Doch die sind Mangelware: „Wir haben genügend Mitglieder, aber nicht genug Trainer und Betreuer“, sagt Schleger bedauernd.

In der Tischtennis-Abteilung sind 30 Mitglieder aktiv, die den kleinen Ball in vier Mannschaften über den Tisch schlagen. „Der älteste aktive Tischtennisspieler ist 81 Jahre alt“, so Kasparek, der Volleyball, Tennis und Schwimmen zu seinen aktiven Sportarten zählte. „Zum Fußballer hat es nie gereicht.“ Für die wünschen er und die übrigen Vorstandsmitglieder sich eine Flutlichtanlage, um den Trainingsbetrieb auch im Herbst und Winter zu ermöglichen. „Am Finanzplan dafür einschließlich Eigenbeteiligung arbeiten wir gerade.“ Um junge Fußball-Talente in Nordfriesland zu halten, wäre zudem ein höheres Budget hilfreich: „Schön wäre es, in Kooperation mit der Husumer Wirtschaft einen ,Business-50-Club‘ oder ähnliches zu gründen, mit dem wir 50 oder mehr Firmen und Betriebe mit einem Monatsbeitrag von 50 Euro an den Verein binden könnten.“ Das würde die Kreisstadt „fußballerisch stärken – und sicherlich auch die Werbekraft der Stadt und ihrer Wirtschaft erhöhen“. Denn, so Kasparek: „Die emotionale Wirkung beim Fußball ist nachgewiesenermaßen deutlich höher als bei allen anderen Sportarten zusammen.“

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