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Nur Fliegen ist schöner : Mit Formel-1-Gefühl ins Wasser

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

TÜV-Prüfer gaben grünes Licht für die spektakuläre Turborutsche in der Dünen-Therme von St. Peter-Ording. Beim Testdurchlauf zeigten sich die Fachleute fasziniert – aber auch die Zuschauer hatten ihren Spaß.

Voller Spannung hatten der Abteilungsleiter für den Fachbereich „Dünen-Therme“, Georg Römer, und der technische Leiter Nils Koch von der Tourismus-Zentrale (TZ) St. Peter-Ording mit ihrem Team auf diesen Tag gewartet. An zwei Tagen prüften Diplom-Sport-Ingenieur Benjamin Sperlich und Diplom-Ingenieur Jürgen Storch vom TÜV Thüringen die Reifenrutsche und die spektakuläre Turborutsche mit Raketenstartgefühl, die sich im 16 Meter hohen Rutschenturm befinden. Auch Geschäftsführer Jochen Bohnet von der mit dem Rutschenbau beauftragten Fachfirma Hartwigsen aus Jettingen (Landkreis Böblingen) harrte gespannt auf das Ergebnis der Abnahme.

Am Anfang stand die Grobabnahme der Außenkonstruktion mit den Pylonen, den Aufhängungen, Verbindungen und Verschraubungen. Das teilweise starre System vibriert beim Rutschen leicht. „Deswegen muss jede Schraube fest sein, alle Muttern gekontert“, so Benjamin Sperlich beim Außenrundgang.

Daran schloss sich innen zunächst die Trockenabnahme der beiden Rutschen an. Für die Reifenrutsche mit 91,22 Metern Länge war das durch TÜV-Gerätesicherheitsprüfer Storch schon geschehen. Sperlich machte sich nun für den Trockendurchgang durch die Turborutsche fertig. Angeseilt, mit Knieschützern und Stift versehen, stieg er in den 70 Grad Fallschacht und kroch dann nach den ersten Abseilmetern durch das insgesamt 41,55 Meter lange Rutschenrohr.

Den 17 Fugen galt dabei sein besonderes Augenmerk, denn die Kanten darf man wegen des Risikos, sich zu verletzten, überhaupt nicht spüren. „Die Fugen erkennt man nicht“, sagte er leise im Selbstgespräch. „Da bin ich beeindruckt!“ Der Nassdurchgang bei simuliertem Rutschenbetrieb mit Überprüfung der Elektronik und Sicherheitstechnik sollte sich in Kürze anschließen. Die Vorbereitungen liefen an. Georg Römer, Nils Koch und weitere Mitarbeiter der TZ machten sich für die Rutschversuche bereit. Mit „Wasser marsch!“ rauschte es nun im Reifenrutschenrohr, und im Auslaufkanal schwoll das Wasser an. Blaue, treckergroße Reifen und ein roter Zweierreifen lagen bereit. Das mittelschwere Rutschenspektakel konnte schon beginnen. Begeistert waren nicht nur die Testpersonen, auch den Handwerkern machte das Zuschauen sichtlich Spaß. Nun aber freute man sich besonders auf den Turborutschentest danach, Schwierigkeitsgrad schwer. Römers Statement vorweg: „In vier bis fünf Sekunden ist man unten. Ein bisschen Adrenalin ist schon in der Blutbahn.“

Vor dem Knopfdruck heißt es: Arme in Kreuzstellung mit den Händen nach oben über der Brust anlegen. Schon öffnet sich unter den Füßen eine Klappe und die Talfahrt beginnt im 70-Grad-Winkel. Nach nicht einmal einer Sekunde saust man durchs Sichtrohr und rast in einer großen Rechtskurve in den Auslaufkanal und wird durch das dort befindliche Wasser gebremst.

Nils Koch wurde nach den ersten Starts mit einem Beschleunigungsmessgerät ausgestattet. Dieses gab die Daten direkt an Sperlichs Computer. Der Peak des Spitzenwertes von 2,6 G (2,6-fache der Erdanziehung) war auf der Graphik des Rechners deutlich zu sehen. Das Messergebnis war exzellent. Natürlich hatte Benjamin Sperlich die Turborutsche auch selbst getestet. Auf die Frage „Wie war‘s?“ lautete sein Kommentar: „Wunderbar, ganz ausgezeichnet! Harmonischer Rutschverlauf! Keine Bedenken!“

Die TÜV Prüfer waren nach dieser Gesichts-, Maß- und Plankontrolle und den erfolgreichen positiven Rutschentests selbst beeindruckt, so dass die Inbetriebnahme nach den immerhin noch umfangreichen anstehenden Restarbeiten voraussichtlich nun am Montag oder Dienstag erfolgen kann.

Ob draußen, ob drinnen – an der Erweiterung und Modernisierung der Dünen-Therme wird weiter gearbeitet. Die Wildwasserbahn soll schon Ende dieses Jahres in Betrieb gehen können. Mit den beiden Rutschen hat die Attraktivität des familienfreundlichen Freizeit- und Erlebnisbades in der Dünen-Therme aber wieder ein Stück mehr und erheblich zugenommen.

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