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training für Taucher : Mit Flossen durchs Trübe gleiten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ab in die Treene hieß es für vier DLRG-Taucher in Schwabstedt. Sie testeten ihre Eignung bei einer Unterwasser-Prüfung, denn alle müssen fit für schwieriges Terrain wie Schleusenkammern sein.

„Was ist da los an der Treene?“ Eine Frage, die Schwabstedter Bürger angesichts der heranrollenden Einsatzfahrzeuge beschäftigt. Ist etwa jemand ertrunken? Oder sucht die Polizei gestohlene Spielautomaten auf dem Grund des Flusses? Eine solche Aktion war vor einigen Jahren erfolgreich verlaufen: Taucher waren damals fündig geworden. „Nein, es ist nichts von alledem, obwohl wir natürlich beiläufig auch einiges auf dem Flussgrund entdeckt haben“, antwortet Björn Tetens.

Er ist Leiter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Husum, die Stationen in Husum, Bredstedt und Schwabstedt unterhält. Tetens verrät den wahren Grund für den Auftrieb in dem kleinen Dorf: „Heute findet eine Taucherausbildung statt – und dazu eignet sich die Treene gut.“ Die Teilnehmer – vier Taucher und sechs Signalmänner – sind nicht nur aus ganz Nordfriesland, sondern auch aus Nachbarkreisen – zum Beispiel aus Rendsburg-Eckernförde – angereist.

Bis zu sechs Meter tief ist der Fluss an dieser Stelle – und dort können Taucher keinesfalls gefahrlos hinabsteigen. Deshalb sind bei einer solchen Übung immer Sanitäter mit Rettungswagen vor Ort. Die Sichtweite? „Da ist nicht mal die Hand vor Augen zu erkennen“, sagt Michael Wagner aus Rendsburg. Bei seiner DLRG-Taucherarbeit hat er bereits Schreckliches erlebt. So war er unter anderem im Dezember 2006 bei der Bergung der beiden tödlich verunglückten Taucher in der Schleusenkammer des Meldorfer Hafens eingesetzt.

Der theoretische Unterricht fand bereits am Vortag in Husum statt – dabei ging es um Tauchgesetze, Biologie, Physiologie, Einsatztaktik, Gerätekunde und vieles mehr. „Hier folgt jetzt der praktische Teil der Prüfung“, erzählt Lehrtaucher Björn Tetens, „danach erfolgt ein schriftlicher Test.“ Sagt es und steigt hinab in das trübe Wasser der Treene – gemeinsam mit Dirk Hoffmann. „Mit acht Grad Wassertemperatur war es dort unten super-angenehm“, meint später Michael Wagner nach seinem Tauchgang.

Felix Riese aus Schacht-Audorf ist ein weiterer Teilnehmer, auch Henning Peters vom Wasserrettungszug Nord, der schon etliche Großübungen auf der Treene organisiert hat, gehört zu den Prüflingen. „Nach dem tödlichen Unfall in Meldorf haben wir uns zu einer Telefonverbindung zwischen Taucher und Signalmann entschlossen“, erklärt Björn Tetens. Das sei viel sicherer, als wenn der Taucher nur durch Ziehen an der Leine auf sich aufmerksam machen könne. Maximal 50 Meter weit dürfe ein Taucher an der Leine geführt werden. „In dem undurchsichtigen Wasser verlierst du da unten schnell die Orientierung“, sagt Björn Tetens – und Henning Peters bringt es auf den Punkt: „Das Tauchen hier ist etwas ganz anderes als im blauen Wasser bei den Malediven.“

Nach der Übung gibt es zum Aufwärmen viel heißen Kaffee; und als Belohnung, dass alle die Prüfung bestanden haben, verteilt Dirk Hoffmann noch einige Packungen mit Schokoladenkeksen.

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