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Intelligente Lösung gefragt : Mit finanziellen Sorgen in die Zukunft

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wie die Tourismus-Zentrale von St. Peter-Ording mehr Einnahmen generieren kann, darüber diskutierte der Fachausschuss. Für dieses Jahr wurde mit einem Defizit von 1,19 Millionen Euro kalkuliert.

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erstellt am 15.Feb.2015 | 14:00 Uhr

Ein mögliches Minus der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording (TZ) in diesem und in späteren Jahren bereitet den Gemeindevertretern sowie Bürgermeister und Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier verständlicherweise Bauchschmerzen. So entspann sich darum in der jüngsten Sitzung des Tourismus-Ausschusses eine Diskussion. Auf der Tagesordnung stand die zweite Vorstellung des Wirtschaftsplans der TZ für 2015. Dieser wurde bei einer Enthaltung der Gemeindevertretung zur Genehmigung empfohlen. Die einzige Änderung gegenüber der ersten Version (wir berichteten) ist der Posten Erneuerung Überfahrt Ording für 178.000 Euro.

Mit knapp 1,19 Millionen Euro Minus kalkuliert die TZ für 2015. Das könnte sich zwar möglicherweise noch reduzieren, wie im Vorjahr, da sank es von knapp 1,3 Millionen Euro im Plan auf knapp 400.000 Euro. Zum anderen kann ein Verlust durch den Gewinnvortrag aus den Jahren von 2010 bis 2013 von insgesamt knapp 1,59 Millionen Euro ausgeglichen werden. Aber was ist danach, wenn die Gewinne aufgebraucht sind und keine neuen erzielt werden? Denn die Gemeinde wird ein Defizit ihres Eigenbetriebs TZ von einer Million Euro nicht ausgleichen können, ohne selbst in die roten Zahlen zu rutschen und voraussichtlich ab 2017 am Finanztropf des Landes zu hängen, wie Balsmeier in der Sitzung deutlich machte. „Das wollen wir mit allen Mitteln verhindern.“ Die Gemeinde hat unter der Änderung des Finanzausgleichs zu leiden. „Da geht uns eine sechsstellige Summe verloren.“ Außerdem bekommt der Badeort deutlich weniger Schlüsselzuweisungen vom Land als andere vergleichbare Urlaubsziele, einfach weil St. Peter-Ording mit 3700 deutlich weniger Einwohner hat als beispielsweise Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Grömitz, die um die 11.000 Einwohner zählen.

Auf Nachfrage, warum denn die TZ nicht Gewinne mache wie andere Eigenbetriebe beispielsweise Stadtwerke, entgegnete Balsmeier, dass man beide nicht miteinander vergleichen könne. „Alle Eigenbetriebe im Land, die ernsthaft Tourismus betreiben, schreiben Verluste. Das heißt nicht, dass das toll ist“, betonte er.

Hans Halket Kraus (SPD) regte an, angesichts des Minus die Einnahmeseite noch stärker auszuschöpfen. Denn laut Statistik gibt der Urlauber in Schleswig-Holstein pro Tag 75 Euro aus. „Das sind bei unseren 2,1 Millionen Übernachtungen 157 Millionen Euro. Davon kommt aber bei der TZ und der Gemeinde nicht viel an.“ Außerdem sollte die Kurtaxen-Unehrlichkeit stärker bekämpft werden. „Wenn wir von 30 Prozent ausgehen, die nicht zahlen, dann hätten wir die eine Million Euro Minus im Wirtschaftsplan schon wieder drin.“ Die TZ rechnet mit 3,4 Millionen Euro Einnahmen an Kurabgabe für 2015 und noch einmal mit 1,02 Millionen an Tageskurabgabe. Außerdem sei bei der Fremdenverkehrsabgabe Luft nach oben. „Von den 157 Millionen Euro kommt vielleicht nicht genug an“, sagte Balsmeier. Er wies aber auf die Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe hin, die St. Peter-Ording in den vergangenen Jahren in die touristische Infrastruktur gesteckt hat. Und das hat sich segensreich auf die Gewerbesteuer ausgewirkt. Statt 600.000 Euro wie vor einigen Jahren sprudeln jetzt um die 3,4 Millionen Euro.

Der Ausschuss-Vorsitzende Tim Schäfer (AWG) schlug vor, in einem eigenen Tagesordnungs-Punkt über das Thema zu diskutieren. Jan Duggen (CDU) regte noch an, die Gebühren der Zimmervermittlung der TZ zu erhöhen, weil die Sätze zu niedrig seien.

 

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