50 Jahre Wasserverband Treene : Mit einer großen Dürre fing alles an

Das Gelände des Wasserverbandes Treene in Osterwittbekfeld aus der Luft.
Das Gelände des Wasserverbandes Treene in Osterwittbekfeld aus der Luft.

Seit 50 Jahren gibt es den Wasserverband Treene, der dafür sorgt, dass die Haushalte in 48 Gemeinden immer frisches Wasser haben.

shz.de von
29. Juni 2018, 07:00 Uhr

900 Kilometer lange Leitungsnetze, 18.000 Hausanschlüsse und 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser, die jährlich gefördert werden. Der Wasserverband Treene mit Sitz in Wittbek hat beachtliche Zahlen vorzuweisen. In diesem Jahr feiert der Verband, ohne den sämtliche Marsch- und Geestgemeinden vermutlich auf dem Trockenen sitzen würden, sein 50-jähriges Bestehen.

„Wir werden dieses Jubiläum in zwei Etappen feiern“, erklärt Geschäftsführer Hauke Thiesen. Am Freitag (29. Juni) wird Verbandsvorsteher Carsten Görrissen mehr als 200 geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft bei einem Empfang auf dem Betriebsgelände begrüßen. Zu den Gästen gehört auch Gründungsmitglied Johannes Thiesen aus Ahrenviölfeld. „Und wir werden 2019 zu einem Tag der offenen Tür einladen“, fügt Görrissen hinzu. Eigentlich feiere man gleich zwei Geburtstage. Denn der Wasserverband wurde zum einen 1968 gegründet, um die Menschen mit Trinkwasser zu versorgen. Zum anderen gebe es seit 2003 ein weiteres Standbein: die Abwasserentsorgung, so Görrissen.

Der Verband hat eine bewegte Geschichte. Bis die ersten Orte tatsächlich angeschlossen werden konnten, habe es einige Jahre gedauert, macht Brigitta Seidel vom Vorstand deutlich. „Bis dahin waren wir die letzte Ecke, die keine Wasserversorgung hatte.“

Heute versorgt der Wasserverband 48 Mitgliedskommunen mit sauberem Wasser. Eine dramatische Trockenheit im Jahr 1959 war der Auslöser dafür, dass er sich gegründet hat. „Zu Weihnachten 1959 gab der Meiereibrunnen kein Wasser mehr“, ist in der Chronik nachzulesen. „Fritz Jebe, zu dieser Zeit Bürgermeister in Ostenfeld, war es, der das Projekt Trinkwasserversorgung ins Gespräch brachte, mit Unterstützung der Marschgemeinden“, berichtet Görrissen. Später schlossen sich dann auch die Geestgemeiden an.

Derzeit werde das Grundwasser über zehn Förderbrunnen aus gut 100 Metern Tiefe angezapft. „Wir werden jedoch neue Brunnen bohren“, erklärt Hauke Thiesen. „Förderbrunnen kann man etwa 40 Jahre lang nutzen.“ Aber auch auf dem Betriebsgelände in Wittbek wird kräftig gebaut und investiert. „Wir errichten nach gut 40 Jahren eine neue Trinkwasser-Aufbereitungsanlage und investieren damit über 40 Millionen Euro“, rechnet der Geschäftsführer vor. Aber auch die Pflege und Instandhaltung des fast 900 Kilometer langen Leitungsnetzes mit mehr als 18.000 Hausanschlüssen verschlinge jährlich hohe Summen. Dies sei man den gut 10.000 Kunden aber auch schuldig.

Das Versorgungsgebiet reicht von Südfall bis Burgwedel. „Wir haben im Jahr gut 90 Rohrbrüche, wobei es sich hierbei zum großen Teil um Hausanschlüsse handelt“, so Thiesen weiter. Jährlich würden gut 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert. „Wir sorgen mit rund 35 Beschäftigten durch Bau, Betrieb und Unterhaltung von Trink- und Abwasseranlagen dafür, dass die wichtige Lebensgrundlage Wasser auch in Zukunft bedenkenlos genutzt werden kann“, erklärt der Verwaltungsleiter Stefan Reiß.

Was den Nitratgehalt des Wassers betrifft, so hat Thiesen gute Nachrichten. „Bei der Werksausgabe werden nur gut zwei Milligramm Nitrat gemessen.“ Mit der neuen Anlage könne dieser Wert auf Null gefahren werden. Und die Kosten für die Endverbraucher? „In den vergangenen fünf Jahren konnten wir den Preis stabil halten“, antwortet Hauke Thiesen. „Wir haben allen Grund zum Feiern“, ist Verbandsvorsteher Görrissen überzeugt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen