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Husumer Nachrichten

18. August 2017 | 22:55 Uhr

Mit einem Fehlbetrag ins neue Jahr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Steigende Umlagen lassen Einnahmen in Garding schrumpfen / Hohe Ausgaben durch Investitionen in Feuerwehr und Infrastruktur

Der Haushaltsplan 2017 war das beherrschende Thema der jüngsten Stadtvertreter-Situng von Garding. Bürgermeisterin Andrea Kummerscheidt eröffnete die Beratung und stellte gleich zum Angang einiges klar: „Im ersten Moment hört sich der Haushaltsentwurf mit seinem Jahresfehlbetrag fürchterlich an.“ Doch man müsse ihn als ganzes sehen – mit den hohen Investitionsmaßnahmen und den Pflichtausgaben für die Schulen und Kindergärten. „Wir gehen sorgsam mit den Mitteln um, die uns zur Verfügung stehen.“

Im Vergleich zu 2016 sei der Jahresfehlbetrag um mehr als 150  000 Euro geschrumpft. „Wir müssen in Schulen und Kindergärten investieren, dies zählt zu unseren Pflichtaufgaben, da kommen wir nicht drum herum“, stellte das Stadtoberhaupt klar. Gleich auf der ersten Seite des mehr als 300 Seiten starken Zahlenwerkes verwies sie auf die Hebesätze, die zuletzt im Jahr 2015 erhöht wurden. Doch von den lukrativ erscheinenden Einnahmen kann die Stadt Garding mit ihren mehr als 2500 Einwohnern nicht einen einzigen Cent im Haushalt halten. Allein die Kreisumlage zieht mehr als 90 Prozent der Einnahmen. Hinzu kommen Amts- und Schulverbandsumlage, die selbst die größte Einnahmequelle, die Schlüsselzuweisung komplett auffressen.

Und es gibt noch weitere Ausgaben, die die Luft nach oben immer dünner werden lassen: So hat sich die Stadt dazu entschlossen, den bisher geleasten Kommandowagen für die Freiwillige Feuerwehr zu kaufen. „Sie hält dieses Fahrzeug für dringend notwendig, und dem haben wir uns auch angeschlossen“, erklärte Kummerscheidt. Doch der größte Ausgabeposten betrifft die Sanierung der Radwege und der Kanalisation entlang der B 202. Diese Baumaßnahmen und die Finanzierung in Höhe von mehr als 2,3 Millionen Euro erstreckt sich allerdings über zwei Jahre.

Bei allen Sorgenfalten, die der Haushalt mit sich bringt, gibt es doch immer wieder Hoffnungsschimmer. Ursprünglich war geplant, einen barrierefreien Zugang vom Stadtpark in das Kulturhaus zu schaffen. Hierfür wurden 25 000 Euro in den Haushalt verbucht. Grund hierfür war der defekte Aufzug, der nur mit hohem finanziellen Aufwand hätte repariert werden können. Doch bei einer weiteren Überprüfung stellte sich heraus, dass dieser problemlos arbeitet. Die Bürgermeisterin stellte aber auch klar: „Ohne einen Jahresfehlbetrag werden wir die uns auferlegten Aufgaben nicht erfüllen können.“

In der Fraktionsrunde, die Kay-Uwe Cornils (SPD) einleitete, unterstrich er die Einschätzung der Bürgermeisterin. „Mit den Investitionsmaßnahmen, die zum größten Teil über Kredite finanziert werden müssen, nehmen wir hohe Summen in die Hand.“ Doch es gehe darum, die Stadt voranzubringen. Auch Frauke Alberts (SSW) schloss sich der Einschätzung an und kündigte ein Ja ihrer Fraktion zum Haushaltsentwurf an, ebenso wie der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende, Bernd Petersen.




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erstellt am 15.Feb.2017 | 14:23 Uhr

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