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Lore statt Schulbus : Mit der Lore zum Unterricht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk in Husum baut im Auftrag der Gemeinde Nordstrand eine neue Lore für Nordstrandischmoor. Sie soll Hallig-Schüler aufs Festland bringen.

An einem ungewöhnlichen Projekt arbeiten zurzeit mehrere Ausbildungsabteilungen des Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerks (TSBW) in Husum: Die Gemeinde Nordstrand hat dort den Bau einer neuen Lore in Auftrag gegeben. Im TSBW können sich Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen, mit Lernbehinderungen, chronischen Gesundheitsstörungen oder Hörschädigungen in rund 60 verschiedenen Berufen ausbilden lassen.

„Beteiligt sind Auszubildende aus der Zweiradabteilung, der Dreherei und der Tischlerei, der Polster- und der Metallwerkstatt sowie die angehenden Produktdesigner, die Detailzeichnungen angefertigt haben und den Fortgang des Projekts laufend dokumentieren“, erklärt Christian Rölcke, Metallbaumeister und Ausbilder im Metallbau. Geplant ist, mit der gemeindeeigenen Lore Schüler von Nordstrandischmoor auf das Festland zu befördern, damit sie von dort aus per Bus zu ihren weiterführenden Schulen gebracht werden können.

Im April begannen die Arbeiten – jetzt steht das Gefährt kurz vor seiner Fertigstellung. Auf Arbeitsböcken ruht der längliche „Unterbau“, das Herzstück der Lore: Der Rahmen mit den vier Rädern, die später zuverlässig über den Schienendamm rollen sollen. Fast komplett montiert sind bereits die technischen „Eingeweide“: Dabei springt dem Betrachter der silbrig glänzende, funkelnagelneue Kettenantrieb sofort ins Auge. Die Gemeinde Nordstrand stellte für die Funktion der Lore den Motor, das Getriebe, die Radreifen und die Lagerböcke bereit. Auch das „Gehäuse“ ist schon fast fertig: Der stählerne Rahmen wartet nur noch darauf, mit seewasserfestem Aluminium verkleidet zu werden; aus Einscheiben-Sicherheitsglas werden Fenster eingesetzt. Im Inneren sind noch mit einer sinnreichen Konstruktion aufklappbare Sitzbänke anzubringen: So ist gewährleistet, jederzeit das „technische Innenleben“ begutachten zu können. Für Wartungszwecke ist die Fahrzeugkabine so konstruiert, dass sie „abgehoben“ werden kann.

Einen Großteil der Verantwortung für den Fortgang der Arbeiten und deren Koordination trug Torben Leins, Fachpraktiker für Konstruktionstechnik im dritten Ausbildungsjahr. Auch Christian Schumacher, ebenfalls angehender Fachpraktiker für Konstruktionstechnik im ersten Ausbildungsjahr hat tatkräftig an dem Bau der Lore mitgewirkt. Er war unter anderem an den Schweißarbeiten und am Zuschnitt der Bauteile beteiligt. „Der Lorenbau ist etwas Spezielles – zwar nicht außerordentlich schwierig, aber von der Struktur der Aufgaben her nicht alltäglich“, weiß der 21-Jährige zu berichten. Das Team habe besondere Überlegungen anstellen müssen und freut sich sehr über die Herausforderung.

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