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Blitzer-Marathon : Mit der Lichtschranke gegen Raser

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beim gestrigen Blitzer-Marathon in Nordfriesland sind deutlich weniger Raser in die Radarfalle getappt als bei normalen Geschwindigkeitskontrollen - für die Polizei war die Aktion damit ein Erfolg. Auch vor dem Lecker Seniorenheim am Mühlenstrom fuhren nur wenige Autos zu schnell.

64 Kilometer pro Stunde  ist   eine der  höchsten Geschwindigkeiten  in der Birkstraße in Leck. Gemessen innerhalb der 30er-Zone vor dem Seniorenheim. Denn   für den gestrigen 24-Stunden-Blitzmarathon in Schleswig-Holstein sind auch Polizisten in Nordfriesland  im Einsatz –  unter ihnen    die Polizeibeamtin Angelika Hansen und  Hannes Bruhn  von der Kreisbußgeldstelle in Husum. Beide gehören zum Polizei-, Autobahn- und Bezirksrevier Nord im Fachdienstbezirk Husum und waren für die  Tempomessung in Leck verantwortlich.

„Das Gerät, das wir benutzen, ist das neueste auf dem Markt“, erklärt Bruhn. Dennoch  gebe es Einträge im Internet, in denen behauptet wird, diese Technik  könne ausgetrickst werden. Das glauben auch einige Anwälte, erzählt Angelika Hansen. Bei einem Gerichtsverfahren würden sie alles versuchen, um die Messungen zu diskreditieren. „Es ist aber natürlich das gute Recht der Leute, sich einen Anwalt zu nehmen“, sagt ihr 62-jähriger Kollege.

Sollte Bruhn bei seinen Messungen ein Fehler unterlaufen, wäre der Strafzettel anfechtbar. „Das ist mir aber noch nicht passiert“, betont der Beamte und kontrolliert gleich im Anschluss nochmals das Prozedere: „Der Sensor muss zunächst an die Neigung der Straße angepasst werden.“ Das machen Hansen und Bruhn mit einer Wasserwaage.  Mit  Kameras in beiden Fahrtrichtungen bekommen die Beamten immer das Front- oder Rückkennzeichen des Wagens sowie das Gesicht des Fahrers zu sehen.

Damit aber nicht genug. Im Überwachungswagen, von dem es in  Nordfriesland nur einen gibt, werden alle Daten elektronisch abgespeichert. „Der schnellste lag bisher bei 55 Stundenkilometern“, verkündet Bruhn nach einem Blick auf  den Touchscreen. Den Mann am Steuer erwartet jetzt ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro plus Gebühren und ein Punkt in Flensburg. Die niedrigste Geldstrafe betrug an diesem Tag 15 Euro für eine Geschwindigkeit von 39 Kilometern in der Stunde.

Gegen 10 Uhr sind schon mehr als 800 Autos an den Kameras vorbeigefahren. Ungefähr 40 von ihnen waren zu schnell. „Heute halten sich die Fahrer zurück, weil wir die Aktion lange im Voraus bekannt gegeben haben“, resümiert Bruhn – seit 6 Uhr im Dienst. Normalerweise seien bei  diesen Lichtschrankenmessungen zehn Prozent der Fahrer über dem Limit. Gestern Vormittag sind es nur halb so viele.

Vielleicht lag es aber auch an der Position, denn: „Oftmals fahren die Leute am Ortsausgang schneller, weil sie denken, sie könnten schon vor dem Schild beschleunigen“, erörtert Hansen. Direkt am  Ortseingang dürfe nur mindestens 100 Meter hinter dem Schild geblitzt werden, auch weil  Ortsschilder  öfter für private Zwecke abgeschraubt werden. „Und dann können die Fahrer nicht einschätzen, wann sie bremsen müssen. Vor allem auf Sylt kommt das häufiger vor“, weiß Bruhn. „Wir suchen deshalb auch Orte aus, an denen schwächere  Fußgänger sind“, erklären die  Beamten. So wie  beim Altenheim.

Die Anwohner in der Straße merken, dass es etwas bringt. Mittlerweile melden einige den Radiosendern  „einfach so“ einen Blitzer, weil die Fahrer umgehend  reagieren.  „Da sind wir teilweise überrascht, wenn wir hören, wo wir angeblich gerade stehen“, sagt die 46-jährige Hansen.

Kurz nach 11 Uhr war ihre Position noch nicht durchgegeben worden. Eine junge Fahrerin  passierte den Messpunkt kurz darauf mit 64 Kilometern pro Stunde. Nach Abzug der Toleranz von drei Stundenkilometern bekommt sie eine Geldstrafe in Höhe von 160 Euro sowie einen Eintrag mit drei Punkten im Verkehrsregister in Flensburg. Außerdem muss sie ihren Führerschein für einen Monat abgeben.

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