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Motorrad-Gottesdienst : Mit der Kutte zur Kanzel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

„Segen tanken“ in der Biker-Metropole Husum: Tausende Motorradfahrer und Schaulustige werden zum Open-Air-Gottesdienst am Ostersonntag erwartet.

Dröhnende Motoren und Glockengeläut: Am Ostersonntag wird die Storm-Stadt wieder zum Treffpunkt für zahlreiche Biker, die mit dem traditionellen Motorradgottesdienst (Mogo) in die neue Motorrad-Saison starten. Und das mit Gottes ausdrücklichem Segen: Der Mogo ist eine Initiative der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. In diesem Jahr lautet das Motto der Nordkirche „Segen tanken“. Entsprechend feierlich geht es zu, wenn sich mehr als 5000 Biker vor der Husumer St. Marien-Kirche versammeln und einen bewegenden Gottesdienst zelebrieren. Wo sonst sieht man so viele coole Typen in Lederkluft andächtig ins Gebet versunken?

Am Sonntag, (27.) werden gegen 12 Uhr die Motoren mehrerer tausend Maschinen am Messeplatz vor den Toren der Stadt aufheulen, wenn sich die Biker unter dem Motto „Fahrt vorsichtig, kommt heil an“ auf ihre traditionelle Rundreise ins Husumer Umland begeben.

Unterdessen beginnt um 12.15 Uhr auf dem Husumer Marktplatz ein unterhaltsames Vorprogramm mit Moderation und Live-Musik der Thorge-Schöne-Band. Die Musiker finden sich seit 2009 in zum Teil wechselnden Besetzungen zusammen, um den Motorradgottesdienst in Wilster zu rocken. „Wir freuen uns sehr, zusätzlich nun auch den Motorradgottesdienst in Husum musikalisch begleiten zu dürfen. Es ist eine große Ehre für uns“, sagt Initiator Thorge Schöne. Die Band spielt Titel der 1970er- bis 90er-Jahre: „Musik, die sofort ins Ohr, ins Herz und in die Beine geht. Da ist für jeden etwas dabei“, erklärt Schöne.

In fast jedem Jahr befindet sich mindestens ein Paar im Korso, das sich nach der Landpartie auf dem Husumer Marktplatz auf den Stufen der St. Marien-Kirche das Ja-Wort geben möchte. Diesmal werden während des Open-Air-Gottesdienstes auch zwei Jugendliche getauft. In seiner Predigt will Mogo-Pastor Lars Lemke auf die Auferstehung Jesu Christi eingehen und hinterfragen, „was dieses Ereignis mit uns macht“. Sein Motto für das Osterfest 2016 lautet: „Anbruch einer neuen Zeit“. Und das nicht nur, weil in der Nacht zum 27. März die Zeit umgestellt wird. Lemke wird gedanklich 2000 Jahre zurückgehen. „Die Geschichte um die Kreuzigung wirft bis heute Fragen auf“, ist sich Lars Lemke bewusst. „Mit dem Tod ist erst einmal alles vorbei, die Geschichte findet am Karfreitag scheinbar ihren Endpunkt. Das Gefühl einer gewissen Gottverlassenheit macht sich breit“, so der Pastor. Und doch gebe das Erzählte Grund zur Hoffnung, wie die Auferstehung Jesu am Ostersonntag deutlich mache: Der Tod soll nicht als das Ende, sondern als Neubeginn eines Lebens gesehen werden. So lautet die österliche Botschaft. Lemke sagt: „Gott ist nicht nur in den strahlenden Momenten des Lebens bei uns. Wir dürfen uns von ihm auch in den dunklen Momenten gehalten und geborgen fühlen. Er nimmt sich niemals aus der Verantwortung. Wir können sicher sein, dass er uns immer zur Seite steht, immer noch ‚Ja‘ zu uns sagt“, so der Mogo-Pastor zu den Gedanken, die er sich im Vorwege für seine Predigt am Sonntag in Husum gemacht hat.

Eine Predigt, die Hoffnung bringen und Mut machen soll und sich an alle Menschen richten wird: Lars Lemke freut sich nicht nur auf die vielen Motorradfahrer und Husumer Bürger im Open-Air-Gottesdienst, sondern auch auf die Touristen, die um diese Zeit herum gerne nach Nordfriesland kommen.

Biker-Korso: Streckenverlauf

Am Ostersonntag treffen sich die Biker gegen 12 Uhr auf dem Husumer Messegelände. Der Korso steuert aller Voraussicht nach über die Bundesstraße 201 Schwesing und Wester-Ohrstedt an. Weiter geht es über Immenstedt zur B  200 und von dort über Olderup, Arlewatt und Horstedt zur B  5. Auf der Bundesstraße umrunden die Biker die Storm-Stadt, um dann von der Abfahrt Hafen Südufer aus über die Einfalls-Straßen der Stadt gegen 13 Uhr den Marktplatz zu erreichen.

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