Mit Tempo 18 durch Skandinavien : Mit dem Trecker zum Nordkap

Heute starten Günther Ingwersen (v.) und Winfried Langer in Langenhorn ihre Reise.
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Heute starten Günther Ingwersen (v.) und Winfried Langer in Langenhorn ihre Reise.

Winfried Langer und Günther Ingwersen wollen in den nächsten Monaten rund 7000 Kilometer durch Skandinavien zurücklegen. 120 bis 130 Kilometer wollen der 77-jährige Ingwersen und 79-jährige Langner pro Tag etwa zurücklegen.

shz.de von
07. Mai 2015, 21:00 Uhr

Als er „Trecker-Willy“ zum ersten Mal im Fernsehen sah, war sich Michael Ingwersen sicher: „Das wär’ auch etwas für meinen Vater.“ „Trecker Willy“ – das ist der 79-jährige Winfried Langner aus Lauenförde an der Weser, der vor zwei Jahren mit seinem 54 Jahre alten Deutz-Schlepper aus Niedersachsen bis nach Mallorca gefahren ist. Michael Ingwersens Vater ist der 77-jährige Günther Ingwersen aus Langenhorn, der Langner ab heute auf seiner aktuellen Reise begleitet. Mit ihren 18 und 15 PS starken Schleppern fahren die beiden gemeinsam bis zum Nordkap. Um 8 Uhr geht es heute ab Langenhorn los, in dreieinhalb Monaten wollen sie zurück sein – unterwegs mit einem Durchschnittstempo von 18 Stundenkilometern.

„Nachdem wir Willy im Fernsehen gesehen hatten, sind wir direkt zu meinem Vater und haben ihm den Bericht noch einmal gezeigt“, berichtet Michael Ingwersen. Und er sollte recht behalten – sein Vater war begeistert von der Schlepper- und Abenteuerlust Langners. Es wurde ein Kontakt hergestellt und die beiden besuchten sich gegenseitig an der Weser und in Nordfriesland.

„Die Chemie stimmte sofort“, freut sich „Trecker-Willy“. Aus einer geplanten Übernachtung in Langenhorn wurden vier, zusammen besuchten sie die Umgebung, fuhren auf die Hallig Langeneß und schon bald wurden die ersten Pläne für die Reise zum Nordkap gemacht.

Für Günther Ingwersen ist es nicht die erste Reise nach Norwegen, seine Frau Sidsel stammt aus dem Land im Westen der skandinavischen Halbinsel. „Allerdings liegt unser letzter Urlaub da lange zurück“, erzählt sie. „Das ging wegen unserer Landwirtschaft nie.“

Mit seinem Schlepper, einem Fendt vom Typ F-18, ist Ingwersen zwar schon auf Fehmarn und in Dänemark gewesen, länger als 1000 Kilometer waren seine Touren bislang aber nie. Jetzt liegt etwa die siebenfache Strecke vor ihm. Hin geht es über Norwegen, zurück über Schweden. Die Tasche hat seine Frau Sidsel gepackt.

120 bis 130 Kilometer wollen Ingwersen und Langner pro Tag etwa zurücklegen. Übernachtet wird in den beiden Wohnwagen, die sie hinter ihre Fahrzeuge gehängt haben. „Mein Sohn Wolfgang hat die Route für uns zusammengestellt, erzählt Langner. „42 Seiten für die Hintour und 42 Seiten für die Rücktour.“

Schon gestern wurde der Abschied der beiden in Langenhorn gefeiert. Mitglieder des Treckerclubs Bredstedt-Land kamen dazu mit ihren Oldtimern an die Dorfstraße und auch Langners Tochter Sabine ist noch einmal nach Nordfriesland gekommen, um ihren Vater zu verabschieden.

„Wir stehen alle komplett hinter den beiden und freuen uns, dass sie die Tour machen können“, sagt Michael Ingwersen. Dreieinhalb Monate haben sie zwar für die Tour veranschlagt – spätestens aber im November wollen sie wieder zurück in Deutschland sein. Dann feiert „Trecker-Willy“ seinen 80. Geburtstag. Und seine nächste Reise ist auch schon in Planung. Ob Günther Ingwersen dann auch dabei ist, wissen die beiden allerdings noch nicht.

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