Aktion für unsere Leser : Mit dem Auto an Grenzen stoßen

Bremsen und Ausweichen auf regennasser, rutschiger Straße: Spätestens bei dieser Übung stößt man als Fahrer an seine Grenzen.
Bremsen und Ausweichen auf regennasser, rutschiger Straße: Spätestens bei dieser Übung stößt man als Fahrer an seine Grenzen.

„Sicher durch den Norden“ – unter diesem Motto laden wir die Leser der Husumer Nachrichten zu einem Fahrsicherheitstraining auf den Flugplatz Hungriger Wolf ein.

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14. Juli 2015, 16:00 Uhr

Wie an einer Perlenschnur aufgereiht steht ein halbes Dutzend Autos auf der breiten Landebahn – bei laufenden Motoren. Vor wenigen Minuten erst probte der Pilot einer Transall hier den Anflug, um kurz vor dem Aufsetzen gleich wieder durchzustarten. Letzteres machen jetzt nacheinander die Fahrer aus der Pkw-Kolonne. Dazu warten sie auf ein Signal aus rund 200 Metern Entfernung, wo ein mit üppiger Auslaufzone ausgestattetes Asphalt-Rechteck unter Wasser steht. „Der Nächste fährt los“, gibt Volker Stolley sein Kommando per Funkgerät.

Der 53-Jährige ist einer von drei Fahrsicherheitstrainern, die auch an diesem Vormittag wieder von Berufs wegen eines im Sinn haben: Verkehrssicherheit im Norden. VIN ist die griffige Abkürzung für dieses hehre Ziel. Offiziell stehen diese drei Buchstaben allerdings für das Verkehrsinstitut Nord. Wo einst die Hubschrauber des Heeresfliegerregiments 6 – Spitzname Hungriger Wolf – in die Luft gingen, stoßen nun zivile Fahrzeuge an die Grenzen der Bodenhaftung. „Nur Fliegen ist schöner“, hört man Stolley des Öfteren auf der Funkfrequenz sagen, die eigens auf die Aquaplaning-Station eingestellt ist. Der Neumünsteraner schickt seine Trainingsteilnehmer nacheinander mit 50 und 70 Stundenkilometern auf die Reise, um kurz nach der Einfahrt in die nasse Fläche voll in die Eisen zu steigen. Stolley lobt mal hier das Reaktionsvermögen, weist mal dort auf Fehlverhalten hin. Sein Thema sind die physikalischen Kräfte, die auf Reifen und Fahrwerk einwirken und den mal lässig, mal verkrampft hinter dem Steuer sitzenden Frauen und Männern buchstäblich entgleiten – je schneller, desto heftiger. Das Prinzip „Learning by doing“ sorgt nun mal für die denkbar größte Nachhaltigkeit. Und so gehen alle mit einer eindringlichen Botschaft aus dem Selbstversuch: Der von der Geschwindigkeit abhängende Bremsweg verlängert sich auf regennasser Fahrbahn im Vergleich zum trockenen Asphalt um etwa ein Drittel.

Für solche Aha-Erlebnisse sorgen im weiteren Verlauf des Sicherheitstrainings auch Stolleys Kollegen. Michael Breitling schafft es dabei sogar, Otto Normalfahrer mitunter schon bei der Überprüfung seiner Grundeinstellungen ins Grübeln zu bringen: Sollte man tatsächlich schon 30 Jahre in einer nicht gerade optimalen Sitzposition unterwegs gewesen sein? Oder der tote Winkel beim Blick in den Seitenspiegel durch eine schlampige Ausrichtung unnötig groß?

Der Fachmann mit der 22-jährigen Erfahrung demonstriert, wie sich der Kofferraum ohne großen Aufwand so vollpacken lässt, dass Insassen bei einem Crash nicht von unbefestigten Flugobjekten verletzt werden. Schon mal rückwärts durch versetzte Pylonen-Paare gefahren oder das Auto mit nur drei Zügen auf einem Bierdeckel gewendet? Der 47-Jährige zeigt, wie es geht: „Du musst einen genauen Plan haben!“ Quod erat demonstrandum: Wer nicht weiß, was er tut, kurbelt sich am Steuerrad einen Wolf – und das nicht nur im Trainingszentrum Hungriger Wolf. Oder ihm ergeht es so wie dem Brummi-Fahrer, dessen Fehlreaktion auf dem 30 Hektar großen VIN-Gelände unter den Augen von Breitling einen Schaden von 15.000 Euro verursachte. „Sein Lkw ist zusammengeklappt wie ein Taschenmesser!“

Schnittig geht es auch bei Tim Hellfeuer zu. Der 29-Jährige schickt das Trainings-Team an der dritten und letzten Station des Tages auf Kurven- und Kreisfahrt. Sein Metier sind die Seitenführungs- und Zentrifugalkräfte. Hellfeuer rät zum Beispiel dazu, beim Slalom erst kurz vor dem nächsten Plastikhütchen ein- und daran vorbeizulenken. Die Sache mit der Stabilisierungsgeraden, die das Fahrzeug weniger schwanken lässt, ist man für einen kurzen Moment versucht, auf freier Wildbahn ein wenig zu trainieren – schließlich geht es zurück gen Norden über die Autobahn 23, und damit hinter Itzehoe an einer langen Baustelle vorbei. Doch lieber nicht. Es war ja auch nur ein flüchtiger Gedanke...

Zum Aktionspreis

„Sicher durch den Norden“ – unter diesem Motto laden wir die Leser unserer Zeitung zu einem Fahrsicherheitstraining auf den Flugplatz Hungriger Wolf ein. Bei dieser Gemeinschaftsaktion der Husumer Nachrichten mit den Itzehoer Versicherungen und dem Verkehrsinstitut Nord am Sonnabend, 29. August, können 16 Leser teilnehmen. Das Training geht von 9 bis 16 Uhr (inklusive einer Stunde Mittagspause). Statt des regulären Preises von 95 Euro zahlen unsere Leser nur einen einmaligen Aktionspreis von 25 Euro (inklusive Mittagssnack).

Sowohl theoretische Grundlagen als auch viele Fahrübungen stehen im Mittelpunkt des sechsstündigen Trainings. Wichtig für die Teilnahme ist natürlich ein  verkehrssicheres Fahrzeug. Die Übungen sind so ausgelegt, dass keine Überbeanspruchung der Fahrzeuge entsteht. Angeleitet wird das Sicherheitstraining von erfahrenen Instruktoren des Verkehrsinstituts Nord (VIN). Im VIN-Fahrtrainingszentrum am Hungrigen Wolf wurden seit 2005 mehrere tausend Autofahrer und -fahrerinnen trainiert und geschult.

Eine Anmeldung  für das Fahrsicherheitstraining ist telefonisch in unserem Kundencenter (werktags von 8 bis 17 Uhr, Telefon 04841-8965-0)  oder online auf  www.shz.de/fahrsicherheitstraining möglich. Bitte nicht mehr als zwei Teilnehmer pro Anmeldung. Anschließend erhalten die Teilnehmer eine Bestätigung und die Rechnung. Falls die Zahl der Anmeldungen unser Kontingent überschreitet, muss das Los entscheiden.

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