Von Schwesing nach Mecklenburg : Mit alten Treckern auf Urlaubsfahrt

Von Schwesing aus tuckern die Männer auf ihren Oldtimer-Fahrzeugen nach Alt-Schwerin.
Von Schwesing aus tuckern die Männer auf ihren Oldtimer-Fahrzeugen nach Alt-Schwerin.

Sechs Nordfriesen besuchen ein Freundschaftstreffen an der Mecklenburgischen Seenplatte. Der Treck fährt von Schwesing zum Agrarhistorischen Museum in Alt-Schwerin, wo ein Oldtimer- und Traktorentreffen stattfindet.

shz.de von
29. Juli 2015, 13:00 Uhr

Man(n) ist nie zu alt, um seine Träume wahr werden zu lassen. Das beweisen einmal mehr sechs gestandene Nordfriesen, die mit ihren betagten Treckern auf großer Tour sind. Die Männer sind alle älter als 70 Jahre. Ihre Traktoren haben 47 bis 74 Jahre auf der Achse. Bis zu ihrem Ziel am Rande der Mecklenburgischen Seenplatte haben sie mehr als 300 Kilometer vor sich. Und da die alten Traktoren kaum schneller als 20 Stundenkilometer fahren können, müssen die Männer täglich um die sechs Stunden auf ihren Oldtimern ausharren, um die pro Tag anvisierten 100 Kilometer zu schaffen.

Geplant ist, dass der Trecker-Treck zum Wochenende in Alt-Schwerin eintrifft. Am dortigen Agrarhistorischen Museum, dem Agroneum, findet ein Internationales Dampf-Meeting statt und am Wochenende darauf ein Oldtimer- und Traktorentreffen. Bei diesen Veranstaltungen dabei zu sein, ist Ehrensache für Christian Petersen aus Schwesing, der zu diesem Zweck seinen 53 Jahre alten Hanomag auf Hochglanz poliert hat. Mit diesem Schmuckstück war Petersen schon oft auf großer Tour. Die wohl aufregendste führte ihn und seine Kumpel vom Treckerclub Bredstedt-Land 2008 auf den Großglockner. Dort wurde auch der Grundstein für die nun schon einige Jahre währende Freundschaft zu einer Truppe Gleichgesinnter aus Sachsen gelegt, die sich ebenfalls gerade auf den Weg nach Alt-Schwerin machen.

Die Leipziger waren vor zwei Jahren mit ihren Traktoren an der Nordsee, um die Heimat ihrer nordfriesischen Freunde zu bereisen. „Und nun freuen wir uns auf das Wiedersehen mit ihnen“, so Christian Petersen, der spezielle Tortenböden dabei hat, um für die Sachsen vor Ort eine echte Friesentorte zubereiten zu können. An seiner Seite hat er bei diesem Abenteuer wieder drei tourerprobte Schwesinger Freunde: Klaus Kasalowsky mit einem Normag Baujahr 1941, Hermann Clausen-Stuck mit einem IHC aus dem Jahr 1968 und Ewald Lilge mit einem 1960er Hanomag. Komplettiert wird das Oldtimer-Sextett durch Uwe Lorenzen aus Dörpum, der mit einem alten Hanomag-Mannschaftswagen der Polizei dabei ist, und Sievert Carstens aus Krempel, der mit einem Fendt Baujahr 1966 an den Start geht.

Die Männer haben ihre Tour wie immer akribisch vorbereitet. Am ersten Tag standen gestern 118 Kilometer auf dem Programm: Von Schwesing ging es über Hollingstedt und Kropp durch den Rendsburger Tunnel Richtung Plön. Dann weiter über Scharbeutz und Timmendorfer Strand auf eine herrlich maritime Route mit einer Fahrt auf der Priwall-Fähre als Krönung des Tages. In Mecklenburg-Vorpommern angekommen fährt die Truppe dann über Dassow und Grevesmühlen nach Bad Kleinen. Den Rest gehen die Männer entspannt an. Sie nähern sich Alt-Schwerin bis auf 20 Kilometer, um dann am Abschlusstag nach nur kurzer Wegstrecke relativ ausgeruht auf den Museumshof anzukommen. Voller Vorfreude auf spannende Gespräche mit interessierten Besuchern.

Übernachtet wird unterwegs auf Supermarkt-Parkplätzen. „Damit haben wir bisher nur gute Erfahrungen gemacht“, so Christian Petersen, der froh ist, dass er zum Schlafen vom Traktorsitz absteigen und es sich im mitgeführten Wohnwagen bequem machen kann. Werkzeug für kleinere technische Rearaturen hat der frühere Kraftfahrzeugmeister immer dabei. „Die meisten Probleme können wir lösen“, weiß der Oldtimer-Kenner aus Erfahrung.

Die Männer wollen aber nicht nur in Alt-Schwerin bleiben. Mit den Leipziger Freunden haben sie sich Ausflüge vorgenommen, möchten nach Plau am See, nach Waren und eine Dampferfahrt auf der Müritz machen. Dass so ein Urlaub auf dem Trecker reine Männersache ist, versteht sich für Christian Petersen von selbst. „So gerne wir sonst die Frauen dabei haben, bei dieser Tour bleiben wir unter uns“, sagt er schmunzelnd.

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