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Krankenhaus Tönning : Misstrauen dem Kreis gegenüber

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die mögliche Klinik-Schließung war auch im Katinger Ortsbeirat Thema. Bürgermeisterin Dorothe Klömmer, mehrere Stadtvertreter und auch Bürger meldeten sich zu Wort.

Gewohnt engagiert und eifrig meldeten sich die aus dem Ortsteil Kating der Stadt Tönning erschienenen Einwohner in der Ortsbeirats-Sitzung im Kirchspielskrug zu Wort. Die Frage nach dem Fortbestand des Tönninger Krankenhauses brannte allen auf den Nägeln. Ausschuss-Vorsitzender Martin Klützke räumte daher viel Zeit für das Thema ein. Viele wollten wissen, ob es neue Erkenntnisse seit der Einwohnerversammlung in der Stadthalle (wir berichteten) gibt. Brandaktuell berichtete Bürgermeisterin Dorothe Klömmer, dass sich nach dem Angebot von Landrat Dieter Harrsen in Windeseile eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern aller Fraktionen, Vereine und Verbände der Stadt und aus der ganzen Region Eiderstedt sowie dem Amt, gebildet hatte. Unter dem Druck daraus heraus sowie ihrer mehrfachen Intervention gegenüber Kreispräsident und Landrat, sei zunächst erst einmal die Kreistagsentscheidung am 11. Dezember vom Tisch gefallen. „Die Kreistagsabgeordneten sollen sich ausgiebig mit dem ersten und danach einem zweiten Gutachten befassen. Das hat der Aufsichtsrat nun aufgrund meines Drucks in Auftrag gegeben. Im Februar kommenden Jahres soll nun der Kreistag entscheiden. Wir haben zumindest Zeit gewonnen“, so Klömmer.

„Ich fand es anmaßend, dass schon jetzt abgestimmt werden sollte, wo weder uns noch den meisten Kreistagsabgeordneten das erste Gutachten noch gar nicht bekannt war. Wir sollten die für Eiderstedt zuständigen Kreistagsabgeordneten sensibilisieren“, so Helge Harder (SSW). „Ein Gutachten reicht nie, zumal ich davon ausgehe, dass da eine Lobby hintersteht“, erklärte Jürgen Ziegert (CDU). Er rief alle Bürger auf, sich in die in der Stadt ausliegenden Listen gegen die Schließung des Krankenhauses einzutragen. Die Bürger sollten genauso viel Druck machen. „Ich muss die Informationspolitik des Kreises aufs Schärfste rügen“, so Stefan Runge (SPD). Überhaupt, ein Krankenhaus für eine Region wie Eiderstedt gehöre zur Gesundheitsvorsorge dazu, genau so wie Polizei, Feuerwehr und sonstige Rettungsdienste die Sicherheit aller Menschen gewährleisteten. Da von einer Wirtschaftlichkeit zu reden, halte er für fragwürdig. Angezweifelt, darauf wies die Stadt-Chefin noch einmal hin, habe sie auch die vom Landrat in den Raum gestellten Zahlen. Erst sei von 713.000 Euro Minus für Tönning die Rede gewesen, dann wiederum von 800.000 Euro Minus. Von der Krankenhausverwaltung habe sie ganz andere Zahlen bekommen. Da stimme was nicht. „Der Landrat will Husum stärken und das zu Lasten von Eiderstedt. Alle Eiderstedter müssen kämpfen“, brachte es ein Bürger auf den Punkt. Dass es laut Argument des Landrates keine betriebsbedingten Kündigungen im Falle der Schließung geben werde, halte er für fragwürdig. Personalkosten würden in der Regel als erstes eingespart.




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