zur Navigation springen
Husumer Nachrichten

23. Oktober 2017 | 15:33 Uhr

Minka und ihre Babys sind gerettet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Große Aufregung in Hattstedt: Sechs Katzenkinder waren unter einem Hausdach gefangen

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2014 | 17:48 Uhr

Sechs kleine Kätzchen kamen unter dem Dach eines Hauses zur Welt und wurden aktenkundig. Doch nicht nur sie, sondern auch Katzenmutter Minka, ihre Besitzerin sowie der Hauseigentümer. Auch Polizei und Veterinäramt warenbeteiligt. Letztendlich ging alles gut aus: Mutter und Kinder sind wohlauf.

Minka hatte sich unter dem Hausdach eines Hattstedter Ehepaars ein Nest gebaut und dort ihre Katzenwelpen zur Welt gebracht. Als Katzenklappe in luftiger Höhe diente ein Loch im Dach, das durch einen Sturm entstanden war. Seit Anfang dieses Jahres hatte sich die Katze bei dem Ehepaar aufgehalten und sich ein Schlafgemach gesucht. Bei der Nachbarin des Ehepaares gab es immer reichlich zu fressen – kurzum: All inclusiv außer Haus. Minkas Besitzerin, Claudia Makoben, bekam ihr Tier nur noch selten zu Gesicht, wunderte sich darüber und stellte der Katze nach. Sie untersagte der Futterspenderin ihr Tun. Als das nicht fruchtete, schaltete sie die Polizei ein. Irgendwann ließ Minka sich wieder zu Hause blicken, war allerdings abgemagert und hatte mit Milch gefüllte Zitzen. Klarer Fall für die Besitzerin: Ihre Katze hat Nachwuchs bekommen. Nur wo war die Frage. Wieder stellte sie ihr nach.

Der Hauseigentümer war inzwischen von seinem Untermieter genervt, der sich bei ihm breit machte und ihn nachts mit Gejaule um den Schlaf brachte. Das Loch im Dach hatte er wegen des Regens geschlossen – und als Minkas Besitzerin ihn darauf aufmerksam machte, dass sich tierischer Zuwachs unter seinem Dach befindet, wollte er das nicht glauben. Claudia Makoben sah das als Tierquälerei an und mobilisierte Nachbarn des Hauseigentümers, die auf ihn einredeten. So ließ er zu, dass ein Dachdecker sein Dach teilweise ab und wieder zudeckte, um nach den Katzenbabys zu suchen. Da sie nichts gefunden hatten, machte er auch das Sturmloch dicht, aus Angst vor einem Wasserschaden.

Claudia Makoben konnte das nicht fassen und setzte weitere Hebel in Bewegung. Als der von ihr gerufene Umweltpolizist Andreas Kruse und Amtstierarzt Matthias Knoth gestern vormittag beim Hauseigentümer eintrafen, war dieser mehr als verdutzt. „Uns liegt eine Anzeige vor, der müssen wir nachgehen“, berichtete der Amtstierarzt, dessen Aufgabe es ist, den Tierschutz sicherzustellen, wie er erklärte. Der Hauseigentümmer zeigte sich kooperativ, er schob eine Dachpfanne hoch. Das Minka die ungewöhnliche Katzenklappe nutzte, war Kruse aufgrund vonKatzenhaaren klar. Beim Blick durch das Loch dann die Meldung: „Es sind vier Junge zu sehen.“ Der Hauseigentümer erklärte sich bereit, sein Dach erneut ab und wieder zudecken zu lassen, um die Babys zu retten. Allerdings: Minkas Besitzerin müsse sich bereit erklären, die Kosten dafür zu übernehmen. Claudia Makoben hatte bereits ihre Versicherung informiert, die Kostenfrage war damit geklärt. Was bis dahin noch nicht klar war: Minka hatte bereits zwei ihrer Babys selbst gerettet und nach Hause gebracht. „Die Katze organisiert den Rücktransport auf elegante Weise“, fasste dann auch der Amtstierarzt zusammen. Nach und nach trudelten die Babys bei Familie Makoben im Maul der Katzenmutter ein.

Minka ist eine Zuchtkatze der Rasse Mainecoon und wird demnächst kastriert, so Claudia Makoben. Sie hat jetzt erst einmal genug von dem ganzen Wirrwarr, wird die Katzenbabys untersuchen lassen und sie dann verkaufen. Und der Hauseigentümer hat jetzt endlich seine Ruhe.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen