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Kinderstube unter dem Hausdach : Minka und ihre Babys sind gerettet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Große Aufregung in Hattstedt: Sechs Katzenkinder waren unter einem Hausdach eingeschlossen und wurden gerettet. Die Katzenmutter war durch ein Loch in das Dach des Nachbarhauses gelangt, um dort ungestört ihre Jungen zu werfen.

Sechs kleine Kätzchen kamen jüngst unter dem Dach eines Hauses zur Welt und wurden deshalb aktenkundig. Doch nicht nur sie, sondern auch Katzenmutter Minka, ihre Besitzerin sowie der Hauseigentümer. Polizei, Umweltpolizei und das Veterinäramt waren mit dem Fall betraut, der letztendlich für alle Beteiligten gut ausging, soll heißen: Mutter und Kinder sind wohlauf.

Minka hatte sich unter dem Hausdach eines Hattstedter Ehepaars ein Nest gesucht und dort ihre Katzenwelpen zur Welt gebracht. Als Eingang in luftiger Höhe diente ein Loch im Dach, das durch einen Sturm entstanden war. Seit Anfang dieses Jahres hatte sich die Katze bei dem Ehepaar aufgehalten und Gartenmöbel mitsamt Auflagen als Schlafgemach genutzt. Bei einer Nachbarin des Ehepaares gab es immer reichlich zu fressen – kurzum: all inclusive außer Haus. Minkas Besitzerin, Claudia Makoben, bekam ihr Tier nur noch in lockerer Folge zu Gesicht, wunderte sich darüber und stellte der Katze nach. Sie untersagte der Futterspenderin ihr Tun. Als das nicht fruchtete, schaltete sie die Polizei ein. Irgendwann ließ Minka sich wieder zu Hause blicken, war allerdings abgemagert und hatte mit Milch gefüllte Zitzen. Klarer Fall für die Besitzerin: Ihre Katze hat Nachwuchs bekommen. Nur wo, war die Frage. Wieder stellte sie ihr nach. Mit Erfolg.

Der Hauseigentümer war inzwischen von seiner Untermieterin genervt, die sich bei ihm breit machte und ihn nachts mit Gejaule um den Schlaf brachte. Das Loch im Dach hatte er wegen des Regens geschlossen – und als Minkas Besitzerin ihn darauf aufmerksam machte, dass sich tierischer Zuwachs unter seinem Dach befinde, wollte er das nicht glauben. Claudia Makoben sah das als Tierquälerei an und mobilisierte Nachbarn des Hauseigentümers, die ihm die Situation klar machten. So ließ er es zu, dass ein Dachdecker sein Dach teilweise ab- und wieder zudeckte, um nach den Katzenbabys zu suchen. Da nichts gefunden wurde, machte er das Sturmloch dicht, aus Angst vor einem Wasserschaden.

Claudia Makoben konnte das nicht fassen und setzte alle Hebel zur Rettung der Katzenbabys in Bewegung. Als der von ihr gerufene Umweltpolizist Andreas Kruse und Amtstierarzt Matthias Knoth gestern Vormittag beim Hauseigentümer eintrafen, war dieser mehr als verdutzt. „Uns liegt eine Anzeige vor, der müssen wir nachgehen“, erklärte der Amtstierarzt, dessen Aufgabe es ist, den Tierschutz sicherzustellen, wie er erklärte. Trotz des unangemeldeten Besuchs und der Anzeige zeigte sich der Hauseigentümmer äußerst kooperativ, fragte allerdings auch, was er nach der Abdeckaktion des Daches noch machen könne. Eine Pfanne hatte er inzwischen wieder hochgeschoben. Das Minka die ungewöhnliche Katzenklappe nutzte, machte Polizeihauptmeister Kruse am Indiz „Katzenhaare an der Pfanne“ fest. Beim Blick durch das Loch mittels Taschenlampe dann die Meldung: „Es sind vier Jungen zu sehen.“

Plötzlich und unerwartet bahnte sich Minka zielstrebig den Weg durch das Dickicht, miaute laut, sprang auf ein Vordach, dann auf das Hauptdach und verschwand durch das Loch. Der Hauseigentümer erklärte sich dazu bereit, das weitere Maßnahmen an seinem Dach vorgenommen werden, um die Babys zu retten. Allerdings: Minkas Besitzerin müsse sich bereit erklären, die Kosten dafür zu übernehmen. Claudia Makoben hatte bereits ihre Versicherung informiert, die Kostenfrage war damit geklärt. Was bis dahin noch nicht klar war: Minka hatte bereits zwei ihrer Babys selbst gerettet und nach Hause gebracht. „Die Katze organisiert den Rücktransport auf elegante Weise“, fasste dann auch der Amtstierarzt zusammen. Nach und nach trudelten die Babys bei Familie Makoben im Maul der Katzenmutter ein.

Minka ist eine Zuchtkatze der Rasse Mainecoon und wird demnächst kastriert, so Claudia Makoben. Sie hat jetzt erst einmal genug von dem ganzen Wirrwarr, wird die Katzenbabys untersuchen lassen und sie dann verkaufen. Und der Hauseigentümer? Der schließt das Loch im Dach und möchte einfach nur noch seine Ruhe haben.

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erstellt am 13.Mai.2014 | 12:00 Uhr

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