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Neue Polizeistation in Viöl : Ministerium lehnt Umzugspläne ab

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Umzug der Viöler Dienststelle ins Amtsgebäude wäre zu teuer, heißt es aus Kiel. Mehr Bürgernähe, moderne EDV und eine etwa gleich hohe Miete führen die Befürworter des Projekts dagegen ins Feld.

Die Polizei in Viöl könnte demnächst umziehen. Vor Ort sind sich alle einig, dass es das beste wäre, wenn die Dienststelle in den geplanten Anbau an das Amtsgebäude mit einzieht. Doch das Innenministerium hat das abgelehnt. Doch so schnell will das Amt Viöl nicht aufgeben.

Seit 1988 ist die Polizei in einem Wohnhaus untergebracht. In der Dreizimmerwohnung versehen Olaf Karstens als Stationsleiter zusammen mit Kay Jacobsen und Stefan Sahlmann den Dienst. „Wir sind an drei Tagen in Viöl, an den anderen in Husum“, so Karstens. Erfreulich ist, dass die Polizeidienststelle in Viöl erhalten bleibt. Nach Auflösung zahlreicher anderer Stationen in den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg ist Viöl die einzige Polizeidienststelle an der Bundesstraße 200.

Die Absicht des Amtes, diese Stelle in das Amtsgebäude zu integrieren, kommt bei den Polizeibeamten gut an. „Dies würde unsere Arbeit erheblich erleichtern“, so Karstens. Auch Bürgermeister Heinrich Jensen wies auf die Vorteile hin. „Für die Bürger gäbe es in vielen Dingen kurze Wege.“ Amtsvorsteher Thomas Hansen ergänzte: „Wir könnten die Wünsche der Polizei berücksichtigen.“ Etwa 80 Quadratmeter Büroräume stünden der Polizei im Amtsgebäude zur Verfügung. Fürsprecher gibt es genug. So hat sich sowohl die Polizeistation in Husum als auch die Polizeidirektion in Flensburg positiv geäußert. Auch die Flensburger SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lange begrüßte diesen Vorstoß.

Doch das letzte Wort hat das Innenministerium in Kiel. „Die Möglichkeit die Polizeidienststelle in das Amtsgebäude Viöl mit aufzunehmen, wird zwar gut geheißen“, so Karstens. Doch in dem Antwortschreiben werde auf die zu erwartenden höheren Mietkosten hingewiesen. Der Vorschlag wurde abgelehnt. Bei den Beteiligten stößt diese Reaktion auf Unverständnis. „Weder bei uns noch beim Amt hat sich das Innenministerium über den Sachverhalt informiert geschweige denn über die positiven Möglichkeiten, die sich daraus ergeben würden“, kritisierte Olaf Karstens. „Ohne eine kompetente Recherche zum Sachverhalt einen negativen Bescheid zu geben, ist unprofessionell“, stellte auch der Leitende Verwaltungsbeamte, Gerd Carstensen, klar. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass sich die derzeitige Miete von der künftigen kaum unterscheiden werde.

Bürgermeister Jensen ist davon überzeugt, dass ein Besuch von Vertretern des Innenministeriums weitergeholfen hätte. „Man muss sich nur die Verhältnisse vor Ort anschauen, um zur Erkenntnis zu gelangen, dass es so nicht weitergehen kann.“ Allein die Sanitäranlage ist nach Auffassung der Polizeibeamten ein unhaltbarer Zustand. „Die Toilette befindet sich außerhalb der Büroräume. Und es gibt für die Bediensteten und die Besucher nur eine.“ Gravierend auch dies: „Wenn wir Verhöre durchführen, kann dies von wartenden Personen im Flur mitverfolgt werden“, erläutert Kay Jacobsen. Für die fehlende EDV-Infrastruktur sollen 20.000 Euro in das Wohnhaus investiert werden. „Wir wären im Amtsgebäude auf dem modernsten Stand und könnten von der vorhandenen EDV-Anlage profitieren“, betont Karstens. Auch ein behindertengerechter Zugang wäre im Amtsgebäude gewährleistet. Und auf einen weiteren wichtigen Aspekt verweist er ausdrücklich. „Wir hätten einen deutlich besseren Bürgerkontakt.“

Schon aus diesem Grund will Amtsvorsteher Thomas Hansen die Antwort aus Kiel so nicht hinnehmen. „Es geht um die optimale Versorgung der Bürger und um deren Sicherheit.“ Den Kostenaspekt in den Vordergrund zu stellen und die Bürger zweitrangig zu behandeln, sei unverantwortlich.

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