zur Navigation springen

Spoorendonk auf Sommerreise : Ministerin fliegt auf mobile Denkmale

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ministerin Anke Spoorendonk hat auf dem Segelflugplatz Aventoft drei mobile Denkmale – zwei Flugzeuge und ein Feuerwehrfahrzeug – mit Plaketten ausgestattet. Danach ging sie selbst in die Luft.

von
erstellt am 12.Aug.2015 | 07:00 Uhr

„Das ist ja das richtige Outfit“, sagt Anke Spoorendonk lachend zu Claus Cordes. In Kniebundhosen, mit Fliege und Mütze steht er vor ihr. Schleswig-Holsteins Ministerin für Justiz, Kultur und Europa ist auf dem Fluggelände des Luftsportvereins Südtondern, um seine Maschine, ein zweisitziger, 1936 gebauter Doppeldecker vom Typ Focke- Wulf Fw 44J „Stieglitz“, unter Denkmalschutz zu stellen. Nachträglich erhalten die Plakette als mobile Denkmale das in Aventoft beheimatete Segelflugzeug D-8064 „Minimoa“ der Baureihe Gö-3 aus dem Jahr 1938 (unter Denkmalschutz seit 2013) sowie das Feuerwehrlöschfahrzeug LF8 (Baujahr 1943 mit 27  000 Kilometern auf der Uhr) der Gemeinde Dollerup. Letzteres ist seit 2010 ein mobiles Denkmal und war bis dahin auch noch im Einsatz.

„Es geht darum, schleswig-holsteinische Geschichte widerzuspiegeln, zu zeigen, was geleistet wurde, woher wir kommen“, erklärt Spoorendonk den Grund für die Verleihung der Plaketten an Claus Cordes, Hans-Ullrich Henningsen (Vorsitzender des Luftsportvereins Südtondern) und Peter Detlefsen (Förderverein Feuerwehrtechnisches Denkmal Dollerup). „Ohne die Partnerschaft, ohne ehrenbürgerliches Engagement läuft gar nichts.“ Schleswig-Holstein habe ein modernes, richtungsweisendes Denkmalschutzgesetz, lobt Gerhard Allerdissen, Präsident des Deutschen Aero Clubs. „Es sollte seine Vorbildfunktion behalten und weiter ausgebaut werden.“ Denkmalschutz sei nur möglich durch die Zusammenarbeit von Behörden und den Besitzern.

„Ich bin sehr stolz, jetzt Denkmal-Besitzer zu sein“, freut sich Claus Cordes aus Bad Schwartau in Ost-Holstein, der am Morgen mit seiner „Stieglitz“ erst Niebüll und dann den gelben Hangar in Aventoft – ohne elektronische Hilfe – angesteuert und auch gefunden hat. Cordes ist Flugkapitän eines Airbus A  380, fliegt auch die Junkers Ju 52 in Hamburg – und er ist Besitzer des Doppeldeckers. Mit dem Kauf hat er sich einen Traum erfüllt. „Als ich 1981 eine Gefahreneinweisung auf einer ähnlichen Maschine gemacht habe, sagte ich zu mir: Wenn ich es mir irgendwann einmal leisten kann, dann möchte ich mir einen offenen Doppeldecker kaufen.“ Nach 20 Jahren ist das Geld zusammen – für ein Original. „Dieser Flieger hat alles, was man sich an einem offenen Doppeldecker wünscht: den Sternmotor, einen Holzpropeller – und das richtige Kennzeichen.“ D-EQAX prangt an dem Rumpf. Das D steht für Deutschland, E bezeichnet eine einmotorige Maschine bis zu 2000 Kilogramm. Der Rest ist variabel. Cordes entschied sich für QAX, eine Hommage an einen Film. Der 1936 gebaute Doppeldecker ist baugleich mit der Maschine, die Heinz Rühmann 1941 in „Quax, der Bruchpilot“ flog. Heute gibt es in Europa noch 14 funktionstüchtige Flugzeuge dieses Typs. „Ich gucke nach jedem Flug, ob noch alle Verbindungen fest sind.“ Der Unterschied zur A  380? „Das hier hat ganz andere Dimensionen“, sagt der Flugkapitän. „Hier kann ich mir noch aussuchen, wann ich wohin fliege. Sich bewusst der Technik enthalten – das ist noch das ursprüngliche Fliegen.“

„Ein bisschen gruselig ist es schon“, sagt Spoorendonk beim Einstieg in die „Stieglitz“. „Aber wer weiß, wann ich die Chance wiederbekomme.“ Und dann hebt die Ministerin, ausgerüstet mit Fliegermütze, in 252 Meter Höhe ab.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen