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Ferdinand-Tönnies-Symposium : Minderheiten: Ein Thema so aktuell wie nie

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Am 13. November beginnt im Husumer Nordsee-Congress-Centrum das 9. Ferdinand-Tönnies-Symposium – mit Vorträgen und Diskussionen, die zu Nordfriesland passen. Und das alles in gut verständlicher Sprache.

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erstellt am 11.Sep.2015 | 13:15 Uhr

Science goes public – frei (sogar sehr frei) übersetzt heißt das: Die Wissenschaft mischt sich unters Volk. Klingt gut! Aber geht das auch? Wissenschaft in verständlicher Sprache? „Auf jeden Fall! Jedenfalls, wenn die Leute es wollen, denn das ist wahrscheinlich unser größtes Problem“, sagt Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut. Gemeinsam mit der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft in Kiel, der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft, Sektion Husum, lädt die Bredstedter Einrichtung für Freitag, 13. November, und Sonnabend, 14. November, zum 9. Internationalen Ferdinand-Tönnies-Symposium in das Nordsee-Congress-Centrum ein. Das Thema passt zu Husum und in die deutsch-dänische Grenzregion: „Nationale Minderheiten in Europa“. Wie in den Vorjahren werden zahlreiche Referenten aus dem In- und Ausland erwartet.

Wie aktuell die Themenstellung ist, zeigen nicht nur der fortschreitende Flüchtlingsstrom aus Afrika und die damit verbundenen wachsenden Probleme an den Südgrenzen Europas. Allein auf dem europäischen Kontinent gibt es 45 Staaten. Die Zahl der dort lebenden Völker ist zweimal so groß. Viele von ihnen haben also keinen eigenen Nationalstaat. Nationale Minoritäten stellen zusammen mehr als 100 Millionen Menschen. Jeder siebte Europäer ist Angehöriger einer Minderheit.

Im Halbstunden-Takt werden die Wissenschaftler Historie und aktuelle Aspekte der Minderheiten-Problematik in Europa darstellen und mit den Besuchern diskutieren. Inhaltlich bewegt sich das Ganze im Spannungsfeld von regionalem Selbstverständnis und globalisierter Gesellschaft. Viele der in diesem Zusammenhang auftretenden Konflikte nehmen weltweit zu und können schwerwiegenden Folgen haben, wenn sie politisch nicht gelöst werden.

Auf der Tagesordnung des Symposiums stehen gelungene Beispiele wie die dänische Minderheit in Deutschland und ihr deutsches Pendant in Dänemark, aber auch solche, die – wie im Fall der Basken – zur Eskalation geführt haben. Ein weiteres Thema des Symposiums ist die Sprachenvielfalt.

Das Nordfriisk Instituut feiert in diesem Jahr 50. Geburtstag (wir berichteten). „Vor diesem Hintergrund schien es uns sinnvoll, ein Thema zu wählen, dass dessen Arbeit für die nordfriesische Sprache, Geschichte und Kultur in einen europäischen Zusammenhang stellt“, erläutert Dr. Uwe Carstens, Geschäftsführer der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft in Kiel.

Am ersten Tag geht es unter anderem um Themen wie „Mehrsprachigkeit aus pädagogischer Sicht“ oder „Die Sprachen Afrikas – und was wir daraus lernen können“. Natürlich wird der Präsident der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft, Prof. Alexander Deichsel, auch den in Oldenswort geborenen Begründer der Soziologie und Namensgeber des Symposiums zu Wort kommen lassen.

Als Besonderheit ist für den ersten Abend ein für jedermann offenes Doppel-Konzert mit der Husumer Folkband Dragseth sowie dem Robert-Weiß-Trio geplant (Beginn: 19.30 Uhr, Einlass: ab 18.30 Uhr; siehe unten).

Am Sonnabend geht es dann unter anderem mit diesen Themen weiter: „Schleswig-Holstein – ein europäisches Minderheiten-Modell-Land?“, „Die Minderheiten in Deutschland – vier Porträts“ sowie „Sinti und Roma in Kiel nach 1945“. Nach der Mittagspause schließt sich eine Podiumsdiskussion über „Perspektiven für die Minderheiten in Schleswig-Holstein“ an. Mit am Tisch sitzen dann unter anderem die Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, Renate Schnack, sowie Vertreter des Friesenrats, der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen, des Minderheitenrats in Deutschland und der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein.

Wer mag, kann von 15.30 Uhr an mit Uwe Carstens einen virtuellen Rundgang auf den „Spuren von Ferdinand Tönnies in Husum“ unternehmen, an dem auch Angelika Zöllmer-Daniel von der Husumer Theatergruppe „5plus1“ mitgewirkt hat. Es gibt also an beiden Tagen reichlich Information, aber auch kurzweilige Unterhaltung. Wie hat Prof. Steensen gesagt: „Die Leute müssen es nur wollen.“ Und dass ein Besuch dieses 9. Symposiums, dessen Schirmherrschaft einmal mehr Husums Bürgermeister Uwe Schmitz übernommen hat, lohnt, davon ist das Organisatoren-Team fest überzeugt.

Karten für das Doppelkonzert von Dragseth und Roberto-Weiß-Trio am Freitag, 13. November, 19.30 Uhr, sind ab sofort im Kundencenter der Husumer Nachrichren, Markt 23, Telefon 04841/89652362, erhältlich.

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