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Das war 2016 : Millionen-Neubau und gute Planung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Jahr 2016 begann im Amtsbereich Viöl mit einer Katastrophe in Oster-Ohrstedt. Bei dem Brand eines Einfamilienhauses starb ein Mensch.

Mit einem Drama begann das neue Jahr im Amt Viöl, genauer in Oster-Ohrstedt. Am Sonntag, 10. Januar, brannte dort ein Einfamilienhaus ab. Anfangs herrschte noch Freude darüber, dass der 54-jährige Mieter von Nachbarn noch vor dem Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehren gerettet werden konnte, doch nachdem der Brand gelöscht worden war, fanden die Rettungskräfte im Obergeschoss die Leiche des Vermieters.

Im Februar stellt die Meiereigenossenschaft Viöl ihre Neubaupläne vor. Bereits Ende des Jahres ist der Neubau der Milchfabrik neben dem neuen Gewerbegebiet nahezu fertig, nur die komplizierte Technik fehlt noch. Rund 18,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen, um auch für die Zukunft gerüstet zus ein. Mitte nächsten Jahres soll der Probebetrieb anlaufen, Ende 2017 dann die komplette Produktion. Was mit dem alten Betriebsgelände mitten im Ort geschehen soll, steht noch nicht fest. Das Areal war für eine Erweiterung zu begrenzt. Zudem können die Milchtanker künftig auf eine betriebseigene Waage fahren. Sie müssen dann nicht mehr eine bei einem nahen Agrarhandel nutzen. Gefördert wird der Neubau mit 725  000 Euro Landesmittel, die Wirtschaftsminister Reinhard Meyer persönlich überreichte.

150  000 Euro verschlang die Sanierung der Kirche Schwesing. Einer der ältesten Türme des Kreises erhielt neue Eichen-Schindeln, und auch das alte Turmuhrwerk läuft wieder. Die Schwesinger Feldsteinkirche wurde um das Jahr 1200 errichtet.

Vieler Feuerwehren klagen über Nachwuchsmangel. Im Amt Viöl sieht es ganz anders aus. Die Jugendwehr ist der wichtigste Nachwuchslieferant für die Wehren im gesamten Umland. Im Februar standen 35 aktiven jungen Leuten 20 auf der Warteliste gegenüber.

Im März starteten die vier Gemeinden Wester-Ohrstedt, Oster-Ohrstedt, Ostenfeld und Wittbek einen Vorstoß. Sie beantragten gemeinsam eine Bedarfshaltestelle der DB-Regio in Ohrstedt-Bahnhof. Im nächsten Jahr wird das nicht verwirklicht werden können, doch hoffen die Gemeinden auf den Landesverkehrsplan 2018.

Entsetzen im Norstedter Ortsteil Spinkebüll. In der Gemeindevertreter-Sitzung im März erfahren die Bewohner, dass dort eine große Kiesgrube entstehen soll. Es bildet sich danach eine Bürgerinitiative, die gegen den Kiesabbau in Spinkebüll protestiert. Ein erster Teilerfolg wird im Sommer erzielt – die Mehrheit im Gemeinderat spricht sich gegen die größere der beiden Kiesabbauflächen aus.

Es hat nichts mit Hexerei zu tun: Gute Planung und Vorbereitung führten zum Erfolg, zur schnelle Realisierung. Im März stellten Amtsvorsteher Thomas Hansen und der Leitende Verwaltungsbeamte Gerd Carstensen die Pläne für die Erweiterung des Amtshauses vor. Der Neubau für 1,7 Millionen Euro war dann aber schon Ende des Jahres bezugsfertig. Dort fand bereits die letzte Gemeindevertreter-Sitzung 2016 statt. Bei der Grundsteinlegung wurden übrigens auch Polizei-Spielfiguren mit eingemauert, da in den Amtshaus-Anbau auch die Viöler Polizeiwache zieht.

Schon seit Jahren schwelt der Streit um die Lärmschutzwand am Kreisel im Zuge der B 200. Ende März setzte das Gericht einen Termin für Anfang Mai, um eine Einigung zu finden, doch dazu kam es nicht. Stattdessen kam im Dezember ein Gutachter aus Lübeck angereist, um die Lärmschutzwand unter die Lupe zu nehmen. Frühestens im Frühjahr 2017 wird dann das Gutachten dem Gericht vorgelegt. Das Verfahren ist noch in der Schwebe. Zum Hintergrund: Eine Anliegerin hatte der Gemeinde rund 300 Quadratmeter ihres Grundstücks verkauft, damit der Kreisel realisiert werden konnte. Doch der zugesagte Lärmschutzzaun erfüllt ihrer Ansicht nach nicht seinen Zweck. Sollte die Frau Recht bekommen, könnte es zu einer Vertrags-Rückabwicklung kommen.

Sauer stößt bei vielen Gemeindevertretern die Sanierungsplanung des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr in Flensburg auf. Die B 200 zwischen Husum und Viöl soll saniert werden, heißt es im März, doch für die vielen Straßen, die viel maroder sind, ist kein Geld vorhanden. Die gut Fünf-Millionen-Euro-Sanierung läuft während der Sommerferien und endet fristgerecht. Allerdings stellte sich heraus, dass eine Asphaltierungsmaschine wohl defekt eingestellt gewesen ist, auf der neuen B 200 reiht sich Fahrbahnwelle an Fahrbahnwelle.

Bei erstklassigem Bauernmarktwetter strömten die Menschen im Mai in Scharen nach Viöl und genossen sichtlich den Trubel auf der bunten Meile. Viel los war bei den beeindruckenden Tierschauen und Vorführungen.

In Sollwitt wird ein neues Dörpshuus geplant, die Pläne stellte Bürgermeister Thomas Hansen im Mai vor. Neben dem Treffpunkt für die Bevölkerung soll dort auch die Feuerwehr ein Zuhause finden. Anfänglich sollte dafür die alte Schule umgebaut werden, später stellte sich heraus, dass dies zu teuer wird. Nun soll das neue Dörpshuus auf einem Grundstück in der Schulstraße entstehen.

Freude im Juni: Der Bürgerwindpark Obere Arlau will den Glasfasernetzausbau in Viöl und Haselund vorfinanzieren. Rund drei Millionen Euro kostet das Projekt der Bürger-Breitband-Netzgesellschaft. Während in Haselund alles klar ist, bereitet es Probleme, die erforderlichen 68 Prozent Anschlussquote in Viöl zusammen zu bekommen. Daher soll Anfang 2017 nochmals eine Info-Veranstaltung stattfinden.

Der Amtsjugendtag in Viöl (Ajuta) ist zu einer festen Einrichtung geworden. Bereits zum zwölften Mal fand er im Juli statt. Ziel ist es, dass sich die Kinder aus den 13 Gemeinden des Amtes besser kennenlernen.

Gelächter und fassungsloses Staunen in Wester-Ohrstedt. Dort sollte im Oktober ein Bürgersteig über die B 201 gebaut werden. Doch, oh Schreck, die Hinweisschilder wurden von der Baufirma mitten auf dem Fußweg einbetoniert. Erst nach Intervention von Bürgermeister Wolfgang Rudolph und Bauamtsleiter Uwe Heinsen, wurde alles zurückgebaut.

In seiner November-Sitzung stimmte der Amtsausschuss Viöl dem vom Kämmerer vorgelegten Haushalt für das Jahr 2017 zu. Die Amtsumlage bleibt bei 19 Prozent, und nach den Planungen wird das neue Jahr mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 29  000 Euro enden. Bei einem Gesamtbetrag im Ergebnisplan von mehr als 2,2 Millionen Euro sei dies aber zu vernachlässigen.

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erstellt am 29.Dez.2016 | 14:00 Uhr

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